TKKG – 206. Achtung, UFO-Kult!



Der Sommer in der Millionenstadt hat TKKG an den nahe gelegenen Badesee getrieben, wo sie nach einem Wettschwimmen am anderen Ufer ankommen. Dort werden sie von einem recht unfreundlichen Mann rüde des Privatgrundstücks verwiesen. Gerade auf dem Rückweg entbüxt aber der Cockerspaniel Oskar, sodass sich Gaby und Tim auf die Suche nach ihm machen – und dabei die Besitzer der feudalen Villa belauschen...

Seit vielen Folgen wird in der 206. Episode der langlebigen Hörspielserie TKKG mal wieder ein Sekten-Thema aufgegriffen, was sicherlich schon einige Male vorgekommen ist, nun aber für durchaus frischen Wind sorgt. Der Einstieg in die Handlung ist mit dem Schwimmausflug zunächst fröhlich gehalten, wird mit der Ankunft auf dem Grundstück am See aber schnell zu der eigentlichen Geschichte übergeleitet. Schnell merkt der Hörer, dass hier einiges schief läuft, auch TKKG wissen sofort, wer die Übeltäter sind und was ihr Ziel ist. Es geht hier also eher darum, weitere Taten zu verhindern, was hier recht unterhaltsam geraten ist. Der Verlauf ist flüssig und temporeich, die Charaktere aussagekräftig, das Thema gut ausgestaltet. Die Arbeitsweise von skrupellosen Sektenführern wird gut erzählt, sodass auch ein gewisser Lerneffekt eintritt. Allerdings sind dabei nicht alle Elemente so richtig stimmig, manche Szenen wirken ziemlich überzogen. Auch das Auftreten von Tim ist nicht immer ganz angebracht, wenn er fast schon etwas höhnisch wirkt und die Sektenmitglieder sehr unsanft behandelt. Die große Prise Mystik, die in die Handlung aufkommt, vor allem aber die kurzweilige Verlauf, trösten aber über die kleinen Stolpersteine in der Handlung hinweg.

Daniel Welbat hat mir als Eckbert Setzpfand gut gefallen, er spricht alle Szenen mit viel Energie und kann die unterschiedlichen Situationen immer glaubhaft darstellen, wobei er besonders gegen Ende einen sehr treffenden Ton findet. Stephan Schad ist als Kommissar Schalavsky leider nicht ganz so überzeugend und wirkt ein wenig zu gleichförmig, hätte mehr Lebendigkeit mit einbringen können. Herma Koeh hat noch einen wundervollen Auftritt als Frau von Trültzsch, die exzentrische Millionärin wird von ihr mit Witz und viel Ausdruck gesprochen. Weitere Sprecher sind Andre Bayer, Dagmar Dreke und Joachim Kretzer.

Akustisch ist an der Folge wieder nichts auszusetzen, Geräusche und Musik sind gut an die Handlung angepasst. In Erinnerung bleibt dabei insbesondere die Szene mit der Ankunft des UFOs, in der es auch mal etwas lauter werden darf. Auch ansonsten passt sich die Klangkulisse gut an den Verlauf des Spannungsbogen an und zeichnet diese passend nach.

Genau die oben erwähnte Szene wird auch auf dem Cover dargestellt, wie Sektenmitglieder in ihren weißen Gewändern stehen dabei im Kreis um ihre beiden Anführer und beobachten das gleißende Licht, während die vier Hauptcharaktere aus der Ferne zusehen. Das ist passend umgesetzt und stimmt den Hörer gut auf die Handlung ein.

Fazit: Auch wenn nicht alles hundertprozentig stimmig ist und einige Übertreibungen und Unstimmigkeiten auffallen, ist dank des spannenden und flüssigen Verlaufs eine unterhaltsame Episode entstanden, die mit starken Charakteren und einigen markanten Szenen punktet. Dass dabei viele Fakten schnell bekannt sind und es nur noch darum geht, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, tut dem positiven Eindruck keinen Abbruch.

VÖ: 6. Juli 2018
Label: Europa
Bestellnummer: 190758226620

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