Geister-Schocker – 76. Kreuzfahrt in die Hölle



An Bord eines Kreuzfahrtschiffes wird kurz vor dem Auslaufen zu einer längeren Tour noch fast unbemerkt ein besonderer Passagier gebracht: Ein gefährlicher Massenmörder, der in sein Heimatland abgeschoben werden soll, begleitet von zwei Agenten zu seiner Bewachung. Doch kaum auf der Kabine angekommen geschieht ein geheimnisvoller Todesfall – nicht der einzige, der sich an Bord ereignen soll...

Bob Collins hat zahlreiche Heftromane verfasst, sodass es nicht seine erste Vorlage ist, die mit „Kreuzfahrt in die Hölle“ umgesetzt wird. Sein Stil zielt immer mehr auf eine passende Atmosphäre denn auf eine bis ins letzte Detail durchgeplante, in sich stimmige Handlung ab, was auch bei dieser 76. Episode von „Geister-Schocker“ ersichtlich ist. So wird zunächst einmal ein ziemlich merkwürdiges Konstrukt ersinnen, warum ein Massenmörder überhaupt an einer Kreuzfahrt teilnimmt, und auch die restliche Handlung weist immer wieder Stolpersteine und andere Merkwürdigkeiten auf. Das wäre an sich noch zu verkraften, leider schafft es die Handlung aber nicht, eine wirklich packende Atmosphäre aufzubauen. Sicherlich: Die seltsamen Todesfälle sind gut inszeniert, aber dazwischen fällt die Handlung immer wieder ab und hat zu lange Zwischenräume zwischen den aufregenden Szenen. Hinzu kommt noch das Ende, welches ziemlich überstürzt daher kommt und nicht richtig ausgekostet wird: Der Bösewicht offenbart seinen hinterhältigen Plan, es folgt ein kurzer Kampf mit den Helden der Geschichte, und das war es dann auch schon. Die Handlung kommt nicht in Schwung und auch die Atmosphäre konnte mich einfach nicht packen, sodass hier eine der schwächeren Episoden der Serie vorliegt.

Alexander Doering kann die Handlung als Guy Grant leider auch nicht retten, da die Figur recht eindimensional angelegt ist, wirkt auch er manchmal etwas uninspiriert und gleichförmig in seiner Sprechweise. Tanja Geke ist als Dr. Meredith solide und bringt die Schiffsärztin gut zur Geltung, besonders in den actionreichen Szenen macht sie einen guten Eindruck. Helgo Liebig ist als Erzähler eingesetzt und gestaltet seine Passagen kurzweilig, wobei auch er es nicht schafft Schwung in die Handlung zu bringen. Weitere Sprecher sind Martin Kessler, Tim Knauer und Dirk Herdegen.

Die Akustik des Hörspiels ist solide umgesetzt, die Geräusche sind sicher auf die Handlung abgestimmt, und auch die eingesetzte Musik zeichnet den Bogen der Handlung nach. Das Ganze bietet dabei einen recht nostalgischen Charme und hätte an einigen Stellen noch mehr Hintergrundgeräusche als Kulisse vertragen, um mehr Atmosphäre zu erzeugen.

Das Cover zeigt ein Zombieartiges Wesen, umgeben von einem bläulichen Lichtschimmer und mit wutverzerrtem Gesichtsausdruck, während er die beiden Männer mühelos in Schach zu halten scheint. Auch das Kreuzfahrtschiff ist natürlich Thema und bildet einen passenden Hintergrund. Auch hier gilt, dass ganz auf den nostalgischen Flair der Episode gesetzt wird.

Fazit: Schon der Grundsatz der Folge wirkt ziemlich konstruiert, man scheint alles dafür getan zu haben, irgendwie einen Killer an Bord eines Schiffes zu bekommen und eine ausweglose Situation zu schaffen. Hinzu kommt, dass die Handlung doch eher holprig erzählt wurde und mich einfach nicht fesseln konnte, sodass ich von diesem „Geister-Schocker“ trotz einiger starker Szenen nicht angetan bin.

VÖ: 27. Juli 2018
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-340-6

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