Sherlock Holmes & Co – 39. Die Klinik-Morde



Die Freude in der Familie ist riesig, als die junge Edith Perret nach langer Genesung aus einer Klinik für Psychologie entlassen wird, doch schon kurz nach ihrer Ankunft wird sie tot aufgefunden. Ihre Mutter will nicht an einen Rückfall in den Selbstverletzungstrieb glauben und bittet den Privatdetektiven Auguste Dupin um Hilfe – und dieser will seinen Chronisten Edgar Allan Poe in der Klinik einschleusen...

Nicht immer sind die Fälle in „Sherlock Holmes & Co“ direkt auf die jeweils ermittelnde Hauptfigur zugeschnitten, sodass manchmal trotz durchdachter Handlung der Eindruck von einer gewissen Beliebigkeit entstehen kann. Bei „Die Klinik-Morde“ ist jedoch das Gegenteil der Fall, kein anderes Team könnte ich mir in der Handlung vorstellen als Auguste Dupin und Edgar Allan Poe. Da eine sehr psychologische Richtung eingeflossen ist und bekanntermaßen auch der Autor bekannter Gruselgeschichten mit inneren Dämonen zu kämpfen hatten, dringt man hier noch weiter in den sehr komplex angelegten Charakter vor und bekommt neue Details aus seinem Seelenleben präsentiert, wenn auch gleichwohl die undurchsichtigen Vorgänge in der Klinik im Mittelpunkt stehen. Das ist eine sehr reizvolle Ergänzung, die der Folge eine sehr eigenständige Note verleiht, was durch die gut beschriebene Umgebung noch verstärkt wird. Langsam kommt man auch dem Fall immer mehr auf die Spur, wobei einige sehr gute Finten ausgelegt werden, die für einige Überraschungen sorgen. Die Auflösung beeindruckt dann mit einer ebenso gelungenen wie intensiv erzählten Szene, die auch mit einer beeindruckenden schauspielerischen Leistung heraussticht. Viele gute Ideen sind hier eingeflossen, der psychologische Aspekt sehr gut umgesetzt, die Handlung wird spannend und flüssig erzählt – eine sehr hörenswerte Geschichte!

Uve Teschner ist es hier wieder, der der Figur des Edgar Allan Poe noch mehr Substanz verleiht und ihm inmitten des Krimis eine düstere, melancholische Aura verleiht, aber auch mit viel Energie gut zur Geltung bringt. Jürgen Kluckert spricht Doktor Y, der die Klinik führt, seine tiefe und sonore Stimme passt gut zu der Aura des Arztes, die er passend zu den verschiedenen Szenen sehr intensiv variiert. Anita Hopt passt mit ihrer klaren Stimme als Schwester Juliette ebenfalls gut in die Stimmung der Folge und kann diese noch weiter ausbauen. Weitere Sprecher sind Joachim Tennstedt, Florentine Draeger und Uschi Hugo.

Auch akustisch wurde eine sehr saubere Leistung abgeliefert, alle Geräusche sind am richtigen Ort und sorgen so für mehr Lebendigkeit in den Dialogen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Gleiches gilt für den Einsatz der Musik: Eher sparsam, aber gut an die jeweilige Szenerie angepasst beeinflusst sie die Atmosphäre eher aus dem Hintergrund.

Einen optischen Eindruck der Klinik bekommt der geneigte Hörer direkt auf dem Cover präsentiert, das herrschaftliche Gebäude ragt aus dem wunderschönen Garten hervor, der auch im Hörspiel so treffend beschrieben wurde. Das passt gut zu der Handlung und verrät dennoch kaum etwas vom Inhalt, ist eigenständig genug für das gelungene Titelbild.

Fazit: „Die Klinik-Morde“ macht vieles richtig, indem geschickt falsche Fährten gelegt werden und der an sich schon spannende Fall mit einer psychologischen Komponente angereichert wird. Das bringt nicht nur viel intensive Stimmung in die Handlung, sondern stellt auch die Figur des Edgar Allan Poe an den richtigen Stellen in den Mittelpunkt.

VÖ: 20. Juli 2018
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-358-1

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