Inspector Lestrade – 3. Eine Kugel für den Liebsten



Nach einer Theatervorstellungen fallen Schüsse, der Premierminister bricht getroffen in sich zusammen. Nur durch den beherzten Schutz durch Commissioner Hawksley kann sein Tod verhindert werden. Die Aufregung ist groß, denn nicht nur weitere Attentate müssen vereitelt werden, auch das Fassen des Täters hat hohe Priorität. Inspector Lestrade arbeitet unter Hochdruck und muss sein Team dabei vor allzu übereilten Handlungen zügeln...

In den ersten beiden Episoden von „Inspector Lestrade“ gab es noch Schützenhilfe durch Sherlock Holmes und Doctor Watson, aus dessen Geschichten der Charakter entnommen wurde. Im dritten (und eigentlich letzten) Teil muss er nun ohne das berühmte Gespann auskommen, was bei der erzählten Handlung aber nicht negativ auffällt. Denn schon in der ersten Szene wird das oben beschriebene Attentat inszeniert, was durch den entstehenden Trubel intensiv auf den Hörer wirkt. Nach diesem – Achtung Wortwitz – Startschuss geht es direkt spannend mit den Ermittlungen weiter, durch den stetigen Fluss an neuen Informationen kommen keine langwierigen Momente auf, im Gegenteil nähert man sich immer mehr der Auflösung und ahnt schnell, dass mehr hinter dem Attentat steckt als vermutet. Lestrade ist dabei im Gegensatz zu den Geschichten vom Arthur Conan Doyle als sehr kompetenter und besonnener Ermittler dargestellt, der stets die Kontrolle über die Situation behält, mit scharfem Verstand der Auflösung näher kommt. Das ist gut gelungen und bietet so einige überraschende Wendungen, die mit sehr gutem Timing eingebaut sind. Zwar kann man dann schon einige Momente vor dem großen Knall ahnen, wohin die Geschichte sich entwickelt, doch mit emotionalen und sehr spannenden Abschlussszenen wird auch hier noch der Pegel oben gehalten. Schön, dass die Serie doch nicht mit dieser starken Episode aufhört, sondern auch in Zukunft fortgesetzt wird.

Commissioner Hawkings wird von Bodo Wolf gesprochen, der mit viel Härte und Durchsetzungskraft spricht, aber auch Überraschung und bissigen Spott in die Handlung einbaut, was sehr rund und in sich stimmig wirkt. Peter Weis ist als Premierminister Catrell zu hören, auch er macht einen sehr guten Eindruck und bietet über die gesamte Laufzeit eine glaubhafte Leistung. Margit Strassburger ist als Mrs. Lestrade zu hören, die sie mit einer großen Portion Charme und Nachsicht ausstattet, aber auch die Dramatik der letzten Szenen gekonnt aufgreift. Weitere Sprecher sind Michael Pink, Nicole Hannak und Bernd Vollbrecht.

Akustisch ist die Episode größtenteils unauffällig gestaltet, meist sind nur wenige Geräusche zur Hintergrundgestaltung zu hören. Doch die erste Szene und einige weitere bieten eine aufregende Akustik, dann ist viel los, um die Dynamik des Momentes zu unterstützen. Auch die Musik hält sich dezent zurück, nur ab und an ist mal eine kleine Melodie eingestreut.

Der Moment des Attentats wird auch auf dem Cover dargestellt – allerdings aus der Sicht des Täters, was einen interessanten Kniff bietet. Das Gewehr sticht aus den dunklen Schatten nur leicht heraus, die hell erleuchtete Kulisse vor dem Theater ist aus einer gut gewählten Perspektive zu sehen. Die restliche Gestaltung in dem satten Rot ist übersichtlich gestaltet.

Fazit: Eine sehr starke Episode, die auch ohne die beiden bekannten Charaktere sehr spannend und reizvoll erzählt wurde. Die Hinweise verdichten sich immer mehr, wobei viele Überraschungen vorkommen, auch nach dem aufregenden Beginn wird also dynamisch und lebendig weitererzählt. Das packende Finale schließt die Folge dann sehr gelungen ab.

VÖ: 6. Juli 2018
Label: Fritzi Records
Bestellnummer: 978-3-86473-338-3

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