Fünf Freunde – 127. und die Teufelsbucht



Bei einem Ausflug an die Küste unternehmen die fünf Freunde mit dem Fischersohn Alf kennen eine kleine Bootstour. Dabei treffen sie auf Tom, einen sympathischen Touristen, der ebenfalls gern ein paar Runden mit dem Boot drehen würde. Nur zögernd stimmt Alf zu, warnt Tom aber auch gleichzeitig vor der Teufelsbucht mit seinen tückischen Felsen...

Nach über einhundert überstandenen Abenteuern sollten die Fünf Freunde eigentlich ein Gespür für dubiose Gestalten entwickelt haben und merken, wenn es jemand nicht ehrlich mit ihnen meint – der Zuhörer kann dies scheinbar wesentlich besser als die Hobbydetektive. Auch in der 127. Episode ist dieses zu beobachten, dem Hörer ist deutlich schneller klar, woher der Hase läuft, die gestreuten Hinweise sind einfach zu offensichtlich gelegt. Davon abgesehen ist eine unterhaltsame Episode entstanden, die flüssig erzählt wurde und sich über verschiedene Szenarien weiterentwickelt. Die Stimmung in Kirrin kommt dabei gut zur Geltung, das nahe gelegene Meer, die Nachbarstädte mit seinen Verkehrsanbindungen, die freundliche und hilfsbereite Bevölkerung. Die ganz große Spannung bleibt allerdings aus, denn trotz einiger brenzliger Situationen ist die Auflösung zu naheliegend und kann so nicht wirklich punkten. Auch einige Ungereimtheiten und offensichtliche Konstrukte, um die Handlung am Laufen zu halten, sind auszumachen – beispielsweise das Verhalten einiger Erwachsener, die den fünf Freunden einfach nicht zuhören wollen, obwohl sie mit der Nase auf die Wahrheit gestoßen werden. Doch die angenehme und abenteuerliche Grundstimmung und der Charme, der von den Charakteren ausgeht, lassen diese Episode dennoch unterhaltsam wirken.

Auch wenn einige der Nebensprecher ihre Rollen etwas überzeichnen, ist insgesamt eine gute Leistung der Sprecher zu verzeichnen. Tim Knauer hat mir als Alf beispielsweise richtig gut gefallen, er stattet den Jungen mit viel Engagement und einem sympathischen Auftreten aus. Daniel Schütter ist als Tom zu hören, er schafft eine gute Balance für seinen Charakter und trifft in den verschiedenen Szenen immer den richtigen Ton. Michael Prelle hat einen gelungenen Auftritt als Mr. Sailor, seine markante Stimme passt dabei sehr gut in die Stimmung der Folge. Weitere Sprecher sind Achim Buch, Frank Roder und Lutz Mackensy.

Die Musikauswahl ist an die jeweilige Szene angepasst und vermittelt die vorherrschende Stimmung, wirkt aber manchmal auch etwas altbacken und hätte etwas mehr Pepp vertragen können. Die Geräusche sind wieder treffend und vielfältig eingebaut, sie schaffen eine dichte Kulisse für die Dialoge und überzeugen mit einer passenden Hintergrunduntermalung.

Wieder ist die malerisch Landschaft Kirrins auf dem Cover ins rechte Licht gerückt worden, im Mittelpunkt stehen aber die fünf Freunde an der Klippe und besonders der Rettungshubschrauber, der das Wasser aufwühlt. Dieses Motiv ist auch wie immer auf der CD zu sehen, in silbernen Silhouetten vor dem dieses mal blauen Untergrund abgesetzt.

Fazit: Wieder punkten die „Fünf Freunde“ mit einer positiven und abenteuerlichen Stimmung, die Handlung ist flüssig und unterhaltsam erzählt. Dennoch sind einige Stolpersteine eingebaut, zudem ist die Auflösung allzu offensichtlich geraten und nimmt damit viel Spannung aus der Geschichte.

VÖ: 15. Juni 2018
Label: Europa
Bestellnummer: 190758082929

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