TKKG – 205. Teuflische Kaffeefahrt



Klößchen trifft durch Zufall eine weinende Dame, deren Koffer mit einer großen Menge an Pillen aufplatzt. Natürlich hilft er ihr sofort weiter und erfährt, dass sie die Medikamente bei einer Kaffeefahrt gekauft hat, jetzt aber von ihrer Wirkung nicht mehr überzeugt ist. Schnell machen TKKG den Veranstalter aus, aber wie sollen sie ihm seine Missetaten nachweisen? Gut, dass Klößchens Oma gerade zu Gast ist...

Kaffeefahrten sind zurecht in Verruf geraten, überforderte Senioren mit falschen Versprechungen auf eine Verkaufsveranstaltung zu locken, bei der sie womöglich unter Druck gesetzt werden, ist in der Tat keine saubere Masche. Doch was dieses Thema in einem Kinder- und Jugendhörspiel wie der 205. Folge von TKKG zu suchen hat, erschließt sich mit weder auf den ersten noch auf den zweiten Blick. So werden dann auch die ersten beiden Drittel der Handlung damit verwendet, immer wieder zu zeigen, wie boshaft die Masche von Herrn Teufel ist, wie skrupellos er mit den Senioren umgeht, wie er andere Leute für seine Pläne eingespannt hat. Das kommt leider völlig überraschungsfrei daher und bietet keinen wirklichen Spannungsbogen. Die Figuren sind mal wieder völlig überzeichnet, auch wenn versucht wird, bei dem Busfahrer der Kaffeefahrten einen differenzierteren Eindruck zu schaffen. Das versinkt aber ziemlich im Chaos, mal geht es in die eine, mal in die andere Richtung, seine Schwankungen wirken aber leider ziemlich unrealistisch. Zu ermitteln haben die vier Detektiven hier wenig, eher zu verfolgen und zu beobachten, was einfach nicht spannend wirkt. Um dem ganzen am Ende dann noch etwas Drive zu verleihen, wurde eine Szene eingebaut, in der versucht werden muss, Herrn Teufel festzusetzen – das wirkt nur leider etwas absurd und konstruiert. Die Folge ist von einigen Ungereimtheiten durchzogen, kan höchstens mit ein paar gelungenen Momenten überzeugen, in denen der Charme von Klößchen und seiner Oma zur Geltung kommt. Insgesamt ist hier aber eine zu schwache Episode der Serie entstanden.

Hagen Teufel hat nicht nur einen recht klischeemäßigen Namen, sondern mit Frank Roder auch einen Sprecher, der ziemlich einseitig die boshafte und schmierige Seite herauskehrt. Harry Henkel, der Busfahrer der Kaffeefahrten, wird von Manfred Reddemann gesprochen und legt dabei gerade gegen Ende eine etwas differenziertere, aber auch unbestimmte Art an den Tag, sodass die Konturen der Figur verschwimmen. Rosemarie Wohlbauer ist in der Rolle der Oma Rosalinde gut aufgehoben, klingt ebenso gutmütig wie bestimmt und bringt eine sehr positive Aura mit in die Handlung. Weitere Sprecher sind Anja Topf, Sabine Hahn und Michael Prelle.

Die Umsetzung des Hörspiels ist solide und gradlinig, die Szenen, die spannend wirken sollen, werden mit ein wenig Musik unterlegt, durchgängig sind Geräusche in die Dialoge eingebaut, die eine stimmige Atmosphäre schaffen. Wirklich aufregend ist das nicht geraten und kann auch die spannungsarme Geschichte nicht so recht anheizen.

Das Cover der Episode ist ziemlich actionlastig, die Szenerie wirkt dynamisch und ansprechend. Während Gabi, Klößchen und Karl auf ihren Fahrrädern durch den regnerischen Tag fahren, hat sich Tim samt Smartphone am Ohr auf einen Bus geschwungen und klammert sich an eine kleine Trittleiter – eine Szene, die der Handlung entnommen ist.

Fazit: Ich bin kein Freund davon, die neuen Folgen der Serie schon prinzipiell zu verteufeln, aber diese Episode ist wirklich ein Tiefpunkt der Reihe. Das Thema wirkt in dieser Art von Hörspiel deplatziert und wird ziemlich spannungs- und überraschungsarm umgesetzt. Die Figuren wirken überzeichnet und bringen ebenfalls kein Leben in die Handlung. Schade, dass insgesamt nur eine handvoll positiver Momente vorhanden sind.

VÖ: 4. Mai 2018
Label: Europa
Bestellnummer: 190758040523

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