Das Schwarze Auge – 5. Im Reich des Nekromanten



Gundar Gemmenschneider und der Rest der unfreiwilligen Reisetruppe sind fast an ihrem Ziel angekommen, dem weißen Turm, in dem Siegelring und Schwert der Familie verschollen sind. Doch eine riesige Armee Untoter wartet vor den Toren und versperrt ihnen den Weg – bis Gundar eine ebenso selbstmörderische wie geniale Idee hat. Währenddessen muss sich Lares vom Weißen Turm in seiner Heimatstadt erneut bösartigen Intrigen aussetzen...

In der fünften Folge der Reihe macht „Das Schwarze Auge“, eine Koproduktion von WinterZeit und Audionarchie, einen deutlichen Sprung nach vorne und treibt die Rahmenhandlung wieder verstärkt voran. Denn das Ziel der Reise wird hier tatsächlich erreicht, doch davor stehen natürlich wieder zahlreiche Gefahren, die bezwungen werden müssen. Wie der Titel schon erahnen lässt, hat die Folge einen düsteren, makabren Einschlag, welcher einen speziellen Reiz verleiht und für einige unheimliche Momente sorgt. Dass sich dabei alles weiter aufbaut, versteht sich fast von selbst, wobei die Begegnung mit dem Herren des Weißen Turms der unumstrittene Höhepunkt ist – und sehr gut ausgekostet wird. Darin eingebunden ist eine sehr gut erzählte Szene, in der ein sehr anderes Licht auf einen der Charaktere geworfen wird. Der Handlungsstrang um Gundar Gemmenschneider erweist sich als sehr unterhaltsam und mit einigen trickreichen Wendungen versehen und gleicht damit den nicht ganz so starken Teil um Lares etwas aus. Zwar ist die gesponnene Intrige um seinen Mentor Sardos auch mit einigen starken Szenen versehen, die ganz großen Emotionen werden dabei aber einfach nicht geweckt. Insgesamt fügt sich aber wieder alles stimmig zusammen, es gibt viele Überraschungen und noch tiefere Einblicke in einige Charaktere und die Gruppendynamik. Dass die Stimmung dabei so dicht ist, dass es kaum auffällt, dass sich die Handlung recht langsam entwickelt.

Angela Wiederhut steht hier als Leonida von Beilunk noch mehr im Mittelpunkt als sonst und verleiht ihrer Figur dabei mehr Tiefe, wobei sie in einigen emotionalen Szenen besonders die Selbstzweifel der engagierten Frau gekonnt zum Ausdruck bringt. Eckart Dux verlieht mit seiner tiefen Stimme der Rolle des Sardos eine sehr eindringliche Aura und kann seine Szenen sehr gut zur Geltung bringen und den Charakter so noch weiter stärken. Richtig gut gefallen hat mir auch Otto Schenk, der Jangorn vom Weißen Turm spricht und diesen mit so scharfer und schneidender Stimme spricht, dass die Szenen auch so eine intensive Ausstrahlung bekommen. Weitere Sprecher sind Gabrielle Pietermann, Marco Kröger und Björn Schalla.

Die opulente akustische Gestaltung ist seit dem ersten Teil der Reihe ein fester Bestandteil der Umsetzung und kommt auch hier wieder sehr gut zur Geltung. Besondere Erwähnung verdienen dabei die Szenen um den Herrscher des Weißen Turms, die nicht nur mit vielen Geräuschen und intensiver Musik hervorstechen, sondern auch mit sehr gelungenen Stimmverzerrefekten.

Auch die Covergestaltung ist wieder sehr ansehnlich geraten, eine schwarze Burg ragt darauf aus einem stürmischen Meer hervor, nur spärlich von einer rot untergehenden Sonne beleuchtet ist. Schade nur, dass ausgerechnet diese vom Schriftzug verdeckt wurde, im Inneren des Booklets ist aber unter anderem die komplette, detailreiche Zeichnung zu sehen.

Fazit: Am Ziel angekommen verliert die Geschichte um die Reisegruppe keineswegs an Spannung, sondern legt in dieser Folge erst richtig los. Die düstere Atmosphäre steht dabei im Vordergrund und legt den Fokus wieder auf einzelne Elemente, die so sehr gut zur Geltung kommen. An der einen oder anderen Stelle hätte die Entwicklung aber ruhig noch schneller sein können.

VÖ: 6. April 2018
Label: WinterZeit / Audionarchie
Bestellnummer: 978-3-96066-02-6

Datenschutzerklärung