Edgar Wallace löst den Fall – 6. Die goldenen Mönche



So viel Falschgeld wie in letzter Zeit war in London noch nie im Umlauf. Als dann sogar eine große Menge an Blüten in einer renommierten Bank ausgegeben werden, wird Chiefinspector Bliss zu dem Fall gerufen und soll die Hintermänner ausfindig machen. Wieder greift er zur Auflösung zu seinen Edgar Wallace-Romanen und entdeckt bald die ersten ungewöhnlichen Hinweise...

Zunächst waren von der WinterZeit-Krimiserie „Edgar Wallace löst den Fall“ sechs Folgen angekündigt – so viele Fälle hat Autor Dietmar Kuegler ursprünglich verfasst. Zwar hat Markus Winter bereits angekündigt, dass noch mit weiteren Folgen zu rechnen ist, dennoch haben sich viele Hörer noch auf den letzten Fall gefreut. Zu recht, denn „Die goldenen Mönche“ ist wieder sehr stark geraten und transportiert die Stimmung der Wallace-Romane noch ein bisschen besser als seine Vorgänger. Dabei wird zunächst in einer Introszene um ein verfallenes Kloster eine düstere Szenerie aufgebaut, nur um gleich darauf auf die Falschgeldthematik umzuschwenken – so richtig scheint das zwar nicht zusammenzuhängen, der Hörer kann aber schon einmal die Marschrichtung des Falles erahnen. Die Ermittlungen von Inspector Bliss sind dabei gerade zu Beginn nicht sonderlich überraschend, aber dennoch unterhaltsam geraten. Zudem kommen immer mehr Nebenarme und starke Charaktere hinzu, die die Handlung deutlich anreichern und für die passende Atmosphäre sorgen. Nach einiger Zeit nimmt die Geschichte dann auch noch mehr Fahrt auf, besonders die Szenen um das alte Kloster sind dabei sehr treffend umgesetzt – und offenbaren dann doch noch einige unerwartete Wendungen, die der geneigte Hörer so wohl nicht hat kommen hören. Besonders gefällt mir dabei, dass Bliss sich dieses mal auf recht viele Romane von Wallace bezieht und damit noch individueller und komplexer wird.

Ein letztes mal schlüpft Jürgen Kluckert hier in die Rolle des Chiefinspector Bliss, seine markante Stimme und sein mit Wirt versehener Ausdruck sorgen auch hier für gute Unterhaltung. Michael Pan verleiht seinem Klang hier eine schneidende Note, sodass Sir Irwin Walton viel Strahlkraft und eine sehr passende Attitüde erhält. Werner Wilkening ist in einer kleinen Rolle als „Schleicher-Willi“ zu hören und lässt seine Szenen locker und mit humorvollem Unterton versehen wirken. Weitere Sprecher sind Dirk Hardegen, Lutz Riedel und Rainer Gerlach.

Das Hörspiel bietet einen dynamischen Wechsel von unheimlichen Szenen und vielen Dialogen ab, die sich auch akustisch deutlich unterscheiden. Beides hat seinen Reiz und ist treffend umgesetzt, das An- und Abschwellen von Musik und Geräuschen unterstützt dabei die Handlung in ihrer Wirkung. Auch hier sind die Klosterszenen besonders hervorzuheben.

Das Coverdesign der Serie ist ziemlich ungewöhnlich und funktioniert auch hier wieder sehr gut. Das tiefe Rot des Hintergrundes mit den schwarzen und gelben Elementen besonders gut zur Geltung. Zu sehen sind neben dem schlichten Schriftzug noch drei Mönche mit ihren Kutten, deren Kapuzen sie tief ins Gesicht gezogen haben. Im Inneren gibt es wieder viele weitere Informationen zu Autor und Sprechern nachzulesen.

Fazit: Hier passt wirklich alles zusammen, die Geschichte ist vielseitig, viele Ideen überraschend und dennoch stimmig, die Szenerie mal aufgeräumt und klar, mal mystisch und düster. Zudem machen die Charaktere hier einen richtig guten Eindruck und bringen Leben in die Handlung. Hübsch, wie gut sich hier alles zusammenfügt.

VÖ: 27. April 2018
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-945624-94-4

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