Offenbarung 23 – 78. Die Kriegsmaschinerie



Erster Eindruck: Der Profit hinter den Toten...

Immer wieder branden neue Kriegsschauplätze auf, sodass die Rüstungsindustrie zu einem der lohnendsten Industriezweige geworden ist. Doch wer sind eigentliche die Hintermänner, die sich an dem Sterben und der Zerstörung bereichern? Als T-Rex dieser Frage nachgeht, hat er sich scheinbar mit den falschen Leuten angelegt, denn nicht nur er gerät dabei in große Gefahr...

Es ist schon ein ziemlich extremer Themenmix, den Offenbarung 23 da präsentiert, von geschichtlichen Entwicklungen über scheinbar alltägliche Themen bis zu Intrigen in der Politik. Auf letzteres konzentriert sich die 78. Folge der Serie mit dem verheißungsvollen Titel „Die Kriegsmaschinerie“, die die Zusammenhänge zwischen Rüstungsindustrie und hochrangigen Politikern und Militärs ausleuchtet. Etwas schade ist, dass der Verlauf schon etwas vorhersehbar ist, seit vielen Episoden gibt es dabei keine große Variation mehr: Den ersten Recherchen schließt sich ein Zusammentreffen mit einem von den Gegenspielern an, der auf irgendeine Weise mit dem Thema verbunden ist und die Freunde in eine schwierige Situation bringt, aus der sie sich nur mit Mühe befreien können. Gespickt ist das Ganze hier mit einigen durchaus interessanten Informationen über die Kriegsindustrie, was im typischen Stil der Serie und etwas reißerisch gelungen ist. Die genaue Beleuchtung einiger Personen und ihres Karriereweges bringt einige sehr gelungene Facetten mit ein, die das Thema sehr nahbar und realistisch machen. Noch mehr Bedeutung bekommt dies in einer Traumszene – und wer jetzt bei dem Gedanken die Nase rümpft, tut der Szene sehr unrecht, denn sie bringt den Schrecken des Krieges sehr nahe an den Hörer heran und zeigt, dass auch immer menschliche Schicksale hinter den vielen Toten stecken.

Natürlich ist Alexander Turrek wieder in der Rolle des T-Rex zu hören, die er souverän und ohne Schwächen interpretiert und den Druck an den richtigen Stellen erhöht. Michael Pan gibt sich wieder als Miles Davison die ihre, seine einprägsame Stimme passt wieder bestens zu der Rolle, der er so seinen eigenen Charme verleiht. Robin Brosch ist als Reporter zu hören, auch er ist sehr solide und passt sich gut der vorherrschenden Atmosphäre an. Weitere Sprecher sind Uve Teschner, Rüdiger Schulski und Jens Riewa.

Wer die vorigen Folgen der Serie bereits gehört hat, dem kommt die akustische Gestaltung sehr vertraut vor. Die meisten Dialoge sind dabei weder mit Musik noch mit Geräusche untermalt und stehen für sich alleine, dennoch wirkt das Ganze nicht dröge. Denn an den passenden Stellen sind eben doch so einige stimmungsvolle Melodien oder atmosphärische Geräusche zu hören – insbesondere in der Traumszene.

Das Cover weißt mit dem riesigen, schweren Panzer sehr plastisch auf das Thema hin, wobei sich die Farbe zwar gut von dem schwarzen Hintergrund ab, lässt sich aber von dem ausladenden Schriftzug etwas die Show stehlen. Die restliche Aufmachung zeigt hinten die Übersicht der Sprecher, die restlichen Hinweise zur Produktion sind im Inneren in einem unübersichtlichen Fließtext zu lesen.

Fazit: Das Plädoyer gegen den Krieg fällt hier sehr deutlich aus, sowohl die Traumszene als auch die Verwicklungen realer und äußerst mächtiger Personen lassen aufhorchen. Doch das alles ist recht überraschungsarm geschildert, eine solide Folge, aus der man aber vermutlich mehr hätte herausholen können.

VÖ: 27. April 2018
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-7857-5654-6

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