John Sinclair – 120. Die goldenen Skelette



John Sinclair findet Jane Collins mit herausgeschnittenem Herzen in den unterirdischen Katakomben von Paris. Nach dem ersten Schock bemerkt er jedoch, dass das Blut noch durch ihre Adern fließt, sie ist also nicht vollständig verloren. Doch die Erleichterung währt nicht lang, denn aus dem Jenseits bekommt der Geisterjäger Anweisungen, wie er die Hexe noch retten kann – und eine Warnung...

Das Schicksal vieler Mehrteiler, sei es nun als Buch, Film oder eben Hörspiel, ist meist, dass nach einem starken Anfang einige Zeit gebraucht wird, um alles für das fulminante Finale vorzubereiten. Auch bei der 120. Folge von John Sinclair, die zweite Episode eines Vierteilers, ist dieses Phänomen zu beobachten, einige neue Elemente werden beigefügt und verleihen der Gesamthandlung mehr Facetten. Dabei sind die Szenen nicht ganz so prägnant wie im Vorgänger, doch auch hier gibt es einige sehr gelungene Momente. Neben den Szenen um John Sinclair steht hier als zweiter Handlungsstrang der Aufschneider Luigi Canotti mit seiner Eroberung Claudine Auber im Mittelpunkt. Es dauert einige Zeit, bis offenbart wird, wie das alles zusammenhängt und wer ein falsches Spiel treibt, doch daraus zieht sich auch ein großer Reiz. Es wird unheimlich und bedrohlich, was an prägnanten Schauplätzen geschieht. Und auch der Strang um John Sicnlair und seine verzweifelte Suche nach einer Heilung für Jane dreht. Hier kommt wieder viel Dynamik mit ein, was die Folge am Laufen hält und den nötigen Schwung mit einbringt. Natürlich laufen beide Handlungsstränge dann zusammen und treiben den Vierteiler dann mit neuen Entwicklungen ordentlich voran. Trotz dieser Einbindung hat „Die goldenen Skelette“ einen sehr eigenständigen Ansatz, und auch wenn dieser nicht sonderlich deckungsgleich mit dem ersten Abschnitt ist, macht das Hörspiel Spaß und bietet einige hübsch unheimliche Szenen.

Tobias Schmidt ist in der Rolle des Luigi Canotti zu hören und trifft dabei jede einzelne Szene auf den Punkt, die Rolle des eingebildeten und gelangweilten Vatersöhnchen steht ihm ziemlich gut. Bettina Zech punktet als Claudine Auber mit einer lebendigen Darstellungsweise und geheimnisvollem Auftreten. Jens Weißer ist als Romano zu hören, sein markanter Klang passt bestes in der verschiedenen Szenen und überzeugt mit einer düsteren Betonung. Weitere Sprecher sind Carla Becker, Ilya Welter und Susanna Bonasewicz.

In der Handlung gibt es erneut einige Schockmomente, die auch akustisch sehr gut umgesetzt wurden und die Handlung sehr lebendig wirken lassen. Auch die übrigen Dialoge sind immer wieder mit vielen passenden Geräuschen unterlegt, wobei auch die Msuik einen großen Anteil am Gelungen beisteuert und insgesamt sehr stimmig wirkt.

Eine junge Dame, bei der es sich vermutlich um Claudine handelt, ist mit ihrem blassen Erscheinungsbild und der erschrockenen Miene ein guter Blickfang für das Cover, während im Hintergrund die goldenen Skelette zu sehen sind. Das ist gut aufeinander abgestimmt und ergibt ein Titelbild, das in Verbindung mit dem unverkennbaren Schriftzug einen nostalgischen Eindruck hinterlässt.

Fazit: Die Geschichte um Jane Collins und ihren Todesschlag wird hier sehr eigenständig dargestellt und sorgt für viele neue Szenarien, greift andere Themen und Mythologien auf und endet wieder in einem diesen Cliffhanger, was sehr prägnant und mit viel Energie umgesetzt wirde. Ein toller zweiter Zeil!

VÖ: 23. Februar 2018
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5431-3

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