Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 15. Die schwimmende Stadt



Lord Cunningham, ein alter Freund von Phileas Fogg, vertraut diesem an, dass er sich mit seinem beträchtlichen Vermögen einen Platz auf der Propellerinsel erkauft hat. Diese künstliche Insel wurde extra geschaffen, um wohlhabenden Menschen einen luxuriösen Lebensabend zu bereiten. Doch Phileas Fogg wittert ein neues Abenteuer und verfolgt Cunningham zu einem nächtlichen Treffen – und beobachtet Schreckliches...

Auch wenn die einzelnen Abenteuer immer einen klar abgegrenzten Abschnitt in Phileas Foggs Abenteuern darstellen und meist eine in sich abgeschlossene Geschichte erzählen, sind die Querverweise und Verwicklungen beträchtlich. Auch die 15. Folge von „Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg“, die sich längst nicht mehr nur bei Jules Verne inspirieren lassen, wurde zumindest thematisch bereit erwähnt. Die Propellerinsel, die hier im Mittelpunkt steht, ist dem Hörer also nicht gänzlich neu – und auch ein kleiner Ausblick auf kommende Folgen wird am Ende bereits gegeben. Auch bereits bekannte Figuren tauchen hier auf, was durchaus überraschende Wendungen erzeugt und nicht eine stringente Stimmung, sondern verschiedene Szenarien erlaubt. Von der beschaulich wirkenden Introszene in dem Clubhaus über viel Aufregung bei der nächtlichen Szene über turbulente Szenarien vor und auf der riesigen künstlichen Insel, dazu klassische Ermittlungen, abenteuerliche und übernatürliche Situationen – das alles fügt sich abwechslungsreich und packend zusammen. Auch wenn der Umbruch gegen Ende etwas plötzlich kommt und nicht so ganz zum Rest passen will, ist hier der Auftritt eines von Foggs Gegnern mit viel Spannung und Dramatik versehen. Wieder eine gelungene Folge der Serie, die auch wieder von sanftem Humor und liebevoll gezeichneten Charakteren durchzogen ist.

Till Hagen sorgt als Lord Cunningham mit seiner tiefen und vollen Stimme für einen sehr atmosphärischen Einstieg in die Handlung und gestaltet seine Szenen mit viel Intensität. Martin Sabel ist als Frascolin ebenfalls gut besetzt, seine wandlungsreiche Stimme nimmt hier eine neue Facette an, die bestens in die Szenerie der Serie passt und diese lebendig gestaltet. Achim Schülke ist als Kapitän Sarol zu hören und passt sich genauso gut an die vorherrschende Stimmung an, indem er viel Ausdruck in seinen Klang legt. Weitere Sprecher sind Jens Wendland, Tommi Piper und Mia Diakow.

Wieder sind die Dialoge durch eine vielfältige Klangkulisse unterlegt, die sich gut an die jeweilige Szenerie anpasst. So sind zahlreiche Geräusche eingefügt, die die riesige künstliche Insel zum Leben erwecken und real klingen lassen. Die Musik sorgt derweil für eine abenteuerliche und rätselhafte Stimmung und wird zum Ende hin noch einmal düsterer, sodass der Spannungsbogen der Folge gekonnt nachgezeichnet wurde.

Natürlich gibt es auch auf dem Cover einen Eindruck von dem riesenhaften Gefährt, das sich in einer gewittrigen Nacht gegen den Himmel abzeichnet. Ebenso futuristisch wie phantastisch ist so das Cover geraten und vermittelt dabei bestens die Grundstimmung der Serie. Das Innere ist wie immer schlicht und übersichtlich gehalten.

Fazit: Trotz der Bezüge in frühere wie noch folgend Episoden wird wieder ein in sich abgeschlossenes Abenteuer erzählt, welches die Kulisse sehr gut aufgreift und immer wieder in den Mittelpunkt rückt. Wieder ist in der spannenden und kurzweiligen Handlung viel Flair von Jules Verne zu spüren, in das sich vielfältige Ideen sehr gekonnt einfügen.

VÖ: 18. Mai 2018
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-96066-150-4

Datenschutzerklärung