Kati & Azuro – 19. Irrlicht im Moor



Kati ist alles andere als begeistert, dass ihr Vater ein ganzes Wochenende auf einem Ponyhof aushelfen muss und Kati dorthin mitnimmt – wo ihre Cousine Cleo doch ein paar Tage in Paris ist. Doch dort angekommen freundet sich Kati schnell mit Lotte an, der Tochter der neuen Besitzerin, die den Hof im Gegensatz zu ihrer Mutter über alles liebt...

In seiner noch jungen Geschichte hat die Europa-Hörspielserie „Kati & Azuro“ bereits einige Umbrüche erlebt, in Folge 19 kommt ein weiterer auf den Hörer zu: Statt Ulli Potofski ist nun Wolf Frass als Erzähler zu hören. Und auch ansonsten verlässt die Handlung ausgetretene Pfade und verlässt sich nicht auf das bekannte Gespann aus Kati und Cleo, die nur in wenigen Szenen am Telefon zu hören ist, aber beispielsweise für ein unheimliches Intro sorgt. Ihr Wegfall wird mit der mindestens ebenso aufgeweckten Lotte kompensiert, die hier im Mittelpunkt steht und eine eigene Geschichte zu erzählen hat. Gerade die Unterschiede zu ihrer Mutter werden dabei beleuchtet, sie die feine Stadtfrau und durch und durch Wissenschaftlerin, die halb auf dem Ponyhof aufgewachsen ist und sehr naturverbunden ist. Schon allein aus diesen Spannungen ergeben sich einige witzige Momente, aber natürlich auch einen Konflikt, den es zu lösen gilt. Und auch wenn sich dieser zu Anfang etwas zu langsam entwickelt, ist die Handlung durch viele gelungene Nebenarme angereichert. Zum Ende gibt es dann noch eine sehr spannende und atmosphärische Szene mit etwas plötzlicher Wendung, die sich aber stimmig einbaut und einen positiven Ausblick auf die Zukunft des Ponyhofs erlaubt. Hinzu kommt eine stellenweise hübsch unheimliche Atmosphäre, auf die ja auch schon der Titel hinweist, sowie der bodenständige Bezug zum Thema Reiten.

Wolf Frass ist als Erzähler dieser Serie sehr gut plaziert und bringt neben seiner angenehmen Grundstimmung auch etwas mehr Schwung in seine Texte, was ebenso professionell wie treffend geschehen ist. Elise Eikermann ist in der Rolle der flotten Lotte (Entschuldigung für das Wortspiel) zu hören und bringt das Mädchen mit viel Witz und Eifer herüber, womit sie sehr gut in die Stimmung der Reihe passt. Ihre Mutter wird von Marion Elskis wunderbar hochgestochen vertont, aber auch ihre warmherzige und später gelöste Seite kann sie glaubhaft vertonen. Weitere Sprecher sind Dagmar Dreke, Linda Fölster und Jürgen Holdorf.

Auch wenn der Grundtenor der Folge ein freundlicher ist, einige unheimliche Szenen sind dann doch eingebaut, welche dann auch treffend umgesetzt wurden. Musik und Geräusche sind durchgehend solide umgesetzt und sorgen für passende Stimmungen, betonen besonders spannende und dramatische Szenen aber vielleicht eine Spur zu stark.

An die Optik des Covers habe ich mich auch bei Folge 19 noch nicht so recht gewöhnt, was an der computergenerierten Darstellungsweise liegt, die recht künstlich wirkt. Dafür ist die Stimmung im Morr gut getroffen, die leichten Nebelschwaden und der matschige Untergrund sorgen für die passende Stimmung, während gerade das niedliche Pony Willow sehr freundlich wirkt.

Fazit: Auch wenn die Folge ein bisschen schwerfällig in Gang kommt, ist die Handlung unterhaltsam geraten. Neben dem Konflikt zwischen Mutter und Tochter als Hauptelement gibt es noch mehrere kleine Nebenarme, die sich gut zusammenfügen. Eine solide Produktion der Serie, die wieder einen leicht anderen Weg einschlägt – auch wenn sich Lotte und Cleo vielleicht eine Spur zu ähnlich sind, um wirklich frischen Wind einzubringen.

VÖ: 23. März 2018
Label: Europa
Bestellnummer: 889853901623

Datenschutzerklärung