Sherlock Holmes Chronicles – 51. 28 Stufen



Erster Eindruck: Folge eins nach dem Jubiläum

Sherlock Holmes hatte zwar schon seit einiger Zeit keinen neuen Fall mehr, doch auch der Auftrag einer völlig aufgelösten jungen Frau, die ihren Verlobten vermisst, reizt ihn nicht. So übernimmt Dr. Watson die ersten Ermittlungen, doch als sie nur kurz darauf tot aufgefunden wird, muss Holmes sich eingestehen, die Situation falsch eingeschätzt zu haben...

Nach dem fulminanten Jubiläum in der 50. Folge geht es in 28 Stufen der WinterZeit-Serie „Sherlock Holmes Chronicles“ wieder in etwas gewohnteren, aber immer noch sehr spannenden Bahnen weiter. Auch diese Episode stammt nicht aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle, enthält aber gerade in der Rahmenhandlung um Holmes und Watson einige typische Elemente und eine starke Darstellung der Charaktere. Auch die kleine Anspielung auf eine andere Folge der Serie zu Beginn ist gekonnt eingebaut. Der Fall wirkt dank des unheimlichen und intensiven Intros um die geheimnisvollen 28 Stufen schon zu Beginn der reizvoll und erhält mit dem frühen Tod von Holmes' – beziehungsweise Watsons – Auftraggeberin schnell viel Tempo. Die Ermittlungen des Detektivgespanns gestalten sich sehr kurzweilig und fügen dem Gesamtkonstrukt nicht nur laufend neue Informationen hinzu, sondern sind auch recht abwechslungsreich erzählt. Die Auflösung des Ganzes kann dann auch sehr überzeugen – ganz überraschend kommt diese zwar nicht, gerade wenn man schon andere Werke des Detektivs kennt und die Erzählweise langsam kennt, spannend dargestellt und mit vielen interessanten Details versehen ist sie dennoch.

Sonja Deutsch ist in dieser Folge als Vera Stanfort zu hören, was sie wirklich großartig macht. Ihre Stimme zeichnet scharfe Facetten ihrer Figur. Sie passt zudem sehr gut in die Atmosphäre der Serie und macht so einen sehr guten Eindruck. Auch über den Auftritt von Giuliana Jakobeit habe ich mich sehr gefreut, sie verbannt aus ihrer unverkennbaren Stimme alle fröhlichen Schwingungen und konzentriert sich ganz auf ihre Verzweiflung. Martin Kautz ist als Franklin zu hören, auch durch ihn wird der Charakter sehr rund und präsent dargestellt. Weitere Sprecher sind Bernd Vollbrecht, Antje von der Ahe und Marios Gavrillis.

Auch akustisch ist eine sehr stimmige Folge entstanden, die die verschiedenen Szenen in eine passende Kulisse setzt. Dabei sind viele Geräusche für eine stimmige Hintergundgestaltung im Einsatz, insgesamt halten sich diese aber eher zurück und sind dezent eingesetzt. Gleiches gilt auch für die kleinen Musikstücke, die die Szenerie immer wieder auflockern.

Das Cover der Folge gefällt mit ausnehmend gut, die düstere Atmosphäre kommt dabei sehr gut zur Geltung. Die Treppe mit den 28 Stufen wird darauf durch einen Mann bestiegen, der in hellem Gegenlicht steht, während die Felsen in Form eines Totenschädels geformt sind. Im Inneren des kleinen Booklets gibt es neben den bereits bekannten Sprecherinformationen wieder einen einleitenden Text von Regisseur und Produzent Markus Winter.

Fazit: Auch diese Folge bietet eine gute Kombination aus einer starken Geschichte und einer runden Produktion. Die Sprecher sind in die spannenden Handlung gut plaziert und lassen die Charaktere gut zur Geltung kommen. Der Verlauf ist sehr kurzweilig, die Auflösung gut erzählt, auch wenn der Hörer schon einige Momente vorher auf den richtigen Hintergrund tippen kann.

VÖ: 27. April 2018
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6053-8

Datenschutzerklärung