Sherlock Holmes – Die Rückkehr



Erster Eindruck: Neue Fälle nach dem Tod...

Vor drei Jahren ist Sherlock Holmes bei einem Duell mit seinem Widersacher in den Tod gestürzt, und seitdem vermisst Dr. Watson ihn schmerzlich. Doch eines Tages läutet ein Mordfall, der ganz London schockiert hat, ein neues Kapitel ein, denn Watson trifft auf einen Mann, der ihm seltsam bekannt vorkommt. Und so können die beiden noch einer verängstigten Radfahrerin, einem entführten Adeligen, einer verzweifelten Verlobten und einem ratlosen Inspector helfen...

Sherlock Holmes erlebt zwar zurzeit eine wahre Renaissance und ist und ist in zahlreichen Umsetzung zu sehen und zu hören, doch die Faszination für den Meisterdetektiv bestand auch schon in den 60er Jahren, wie der Audio Verlag wieder einmal beweist. Denn die Box mit dem Titel „Sherlock Holmes – Die Rückkehr“ ist die Fortsetzung einer Reihe mit Sets alter Radiohörspiele, die nun wieder – manchmal auch erstmals – auf CD erhältlich sind. Fünf Geschichten vereinen sich hier, wobei vier davon recht kurz sind und beweisen, dass Arthur Conan Doyle es meisterhaft verstanden hat, Fälle auf das Wesentliche zu reduzieren. Meist ist es nur eine kleine Grundidee, die die Fälle trägt und reizvoll macht, die knappe Erzählweise dieser Umsetzungen verschärft diesen Eindruck noch. So konzentrieren sich die Folgen dann auch auf recht lange Dialoge, doch dazwischen schimmert auch immer viel von dem exzentrischen Charakter hervor. Der Fall des „goldenen Klemmers“ ist mit 43 Minuten der längste der fünf Episoden und als einziger auf einer eigenen CD untergebracht. Ein wenig komplexer ist der Fall schon, doch auch hier wird sehr gradlinig erzählt und eine trickreiche Auflösung geboten.

Peter Pasetti ist in drei der vier Fällen als Sherlock Holmes zu hören, seine unverkennbare Stimme mit dem leicht knarzigen Unterton verleiht der bekannten Figur ein sehr markantes Auftreten, er kann sich ebenso in den Vordergrund stellen wie zugunsten der Nebenfiguren zurücknehmen. Zweimal steht im Klaus Behrendt als Dr. Watson zur Seite, der eine eher ernsthafte Interpretation der Rolle abliefert und sich sehr gut an die jeweils vorherrschende Atmosphäre anpasst. In „Sherlock Holmes verfolgt eine Fährte“ hat Alexander Kerst die Rolle des Meisterdetektivs übernommen, der nicht ganz den Pfiff hat wie Pasetti, aber durch viel Authentizität überzeugt. Weitere Sprecher sind Heinz Leo Fischer, Erik Schumann und Marlies Schönau.

50 Jahre sind die Aufnahmen mittlerweile alt, doch durch ein gelungenes Remastering haben die Stimmen den damals üblichen blechernen Unterton fast vollständig verloren. Die Geräuschkulisse ist für Hörspiele der damaligen Zeit recht umfangreich und schafft glaubhafte Szenerien. Musik ist dabei eher wenig im Einsatz, alles passt hier sehr stimmig zueinander.

Die Box, die die drei CD-Hüllen umgibt, ist zwar etwas dünn geraten, wurde aber hübsch in Schwarz und Gold gestaltet. Auch die Silhouette von Holmes mit der markanten Kappe und der typischen Pfeife ist mehrfach eingebunden. Die einzelnen CDs haben jeweils ein eigenes Cover verpasst bekommen, mal mit Foto, mal grafisch gemustert, und immer sind im Inneren auch die Mitwirkenden der Produktionen ausführlich aufgelistet.

Fazit: „Die Rückkehr“ beinhaltet fünf kurze Fälle des Meisterdetektivs, alle eher schlicht in der Erzählweise, aber mit pfiffiger Wendung und einem ausgeklügelten Verbrechen. Hierbei wird viel Abwechslung geboten, von merkwürdigen Gegebenheiten bis zum Mord aus den verschiedensten Gründen ist vieles mit dabei. Die sehr stimmige Umsetzung macht auch wegen ihres klaren Klangs auch heute noch richtig Spaß – vor allem für Holmes-Puristen.

VÖ: 9. Februar 2018
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 978-3-7424-0460-2

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