H.G. Wells – Das Imperium der Ameisen



Erster Eindruck: Eine Reise ins Ungewisse

Es häufen sich Geschichten um angriffslustige Ameisen im Amazonas-Gebiet, die mittlerweile bedrückende Ausmaße angenommen haben. Der Biologe Holroyd macht sich auf die weite Reise in das betroffene Gebiet und erfährt immer mehr Details über die angriffslustigen Tiere. Und schließlich bekommt er die Bedrohung am eigenen Leib zu spüren...

Gleich eine ganze Reihe von Hörspielen nach den Geschichten von H.G. Wells ist bei Folgenreich gestartet, die von Oliver Döring produziert wird, gleich nachdem die Lizenzen seiner Werke frei geworden sind. „Das Imperium der Ameisen“ folgt dabei direkt auf den Klassiker „Die Zeitmaschine“, kommt aber auf einer einzelnen CD unter, da die Handlung nicht ganz so komplex ist. Ein interessanter Kniff ist dabei gelungen, als die Geschichten in die Gegenwart transportiert wurden und mit den heutigen technischen Mitteln gearbeitet wird, das verleiht der Geschichte noch einmal eine neue, realistische Note. Nach einer kurzen Vorstellung von Holroyd und seiner aktuellen Situation wird dann auch schnell ins Thema eingestiegen – vorerst jedoch immer nur aus zweiter Hand. Es gibt so einige kleine Geschichten um die Ameisen, die dem Protagonisten berichtet werden, in denen die Stimmung immer weiter verdichtet wird. Das Auftauchen der kleinen Krabbeltiere ist aber natürlich in dieser Geschichte unvermeidbar, und dann spitzt sich die Handlung auch noch einmal zu und wird zu einem sehr düsteren Spektakel, dass einige sehr gelungene Wendungen mit sich bringt. Die Umsetzung ist sehr nahe am Original gehalten und wurde nur sanft angepasst, sodass alles sehr stimmig wirkt.

Julien Haggege ist in der Hauptrolle des Holroyd zu hören und setzt seine Stimme sehr geschickt ein, um die verschiedenen Stimmungen zu betonen. So zeichnet der den Spannungsbogen der Handlung nach und wirkt in jeder Situation sehr glaubhaft. Als Ernest ist Douglas Welbat zu hören, der mit Nachdruck und der ihm typischen Intensität für so einige gelungene Momente sorgt. Auch Boris Tessmann hat mir als John gut gefallen, er passt sich gut der düsteren und bedrohlichen Atmosphäre der Geschichte an. Weitere Sprecher sind Carlos Lobo, Oliver Stritzel und Daniel Montoya.

Wie man es nicht anders von Oliver Döring erwarten darf, ist die akustische Gestaltung des Hörspiels sehr opulent und treffend, was man schon bei der anfänglichen Introszene eindrucksvoll präsentiert bekommt. Bei der weiteren Handlung zeichnet das Sounddesign die Dramatik der Handlung nach, ist mal laut und krachend, mal still und zurückgezogen, was einen sehr dynamischen Eindruck hinterlässt.

Das Titelbild des Hörspiels wirkt sehr technisch und kühl, was insbesondere durch das bläuliche Licht erzeugt wird. Die beiden Ameisen, die darauf zu sehen sind, wurden gut in Szene gesetzt und durch das futuristische Logo gut ergänzt. Im Inneren gibt es eine ansehnliche und aufgeräumte Optik, aber neben den üblichen Produktionsinformationen keine weiteren Extras.

Fazit: Die Geschichte wird hier absolut auf den Punkt gebracht und aufregend und dynamisch erzählt. Nach dem düsteren Intro nimmt sich die Handlung zwar vielleicht etwas zu viel Zeit, um sich aufzubauen, kann aber im weiteren Verlauf die Atmosphäre immer weiter verdichten und zu einem treffend erzählten Finale führen.

VÖ: 24. November 2017
Label: Folgenreich
Bestellnummer: 0602557140552

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