Hui Buh – 24. Spurlos verschwunden

Hui Buh – 23. Die Jagd nach dem Drachen

Hui Buh – 22. Der Geist des Pharao

Hui Buh – 21. Die verspukte Maske

Hui Buh – 20. Der Schatz im Drachenmoor

Hui Buh – 19. Das Rätsel im Spukschloss

Hui Buh – 18. Der Fluch der Geisterinsel

Hui Buh – 17. Der Meisterdetektiv

Hui Buh – 16. Der grauenvolle Geburtstag

Hui Buh – 15. Das verzauberte Schwert

Hui Buh – 14. Abenteuer in der Geisterbibliothek

Hui Buh – 13. Der Geist der Weihnacht

Hui Buh – 12. Zurück im Mittelalter

Hui Buh – 11. Das verlorene Geistertal

Hui Buh - 10. Geheimnis um Aquabacus

Hui Buh - 9. Adolars Rückkehr

Hui Buh - 8. Im Bann des Schwarzspukers

Hui Buh - 7. Das unheimliche Internat

Hui Buh - 6. Botschaft des Böse

Hui Buh - 5. Die magischen Spukschuhe

Hui Buh - 4. Der Schatten des Gespensterjägers

Hui Buh - 3.Das mysteriöse Geisterbuch

Hui Buh - 2.Entführung in die Geisterwelt

Hui Buh - 1.Der verfluchte Geheimgang


Hui Buh – 24. Spurlos verschwunden



Erster Eindruck: Hui Buh in der Patsche

Die Nachrichten aus der Geisterwelt sind erschreckend: Immer öfter verschwinden Gespenster spurlos. Auch ein entfernter Verwandter von Hui Buh kommt nicht auf Schloss Burgeck an – und schon steht die Geisterpolizei vor dem Tor und verdächtigt das Schlossgespenst. Natürlich wollen seine Freunde helfen, doch das geht nur, wenn sie sich selbst als Gespenster verkleidet in die Geisterwelt begeben...

Die Geisterwelt ist immer wieder ein Thema in den neuen Folgen von Hui Buh. Bisher kam der unheimliche Ort eher am Rande vor, die 24. Folge spielt fast ausschließlich dort. Nach einigen wie immer vergnüglichen Introszenen geht es recht zügig mit der Handlung los, Langeweile lassen die Autoren hier wieder nicht aufkommen. Besonders das Mixen eines ganz besonderen Duftes ist sehr gelungen geraten, und mit dem kurz darauf folgenden Übergang in die Geisterwelt startet dann die sehr düstere und für zuhörende Kinder sicherlich auch recht bedrohliche Atmosphäre, die auch mich schnell packen konnten. Besonders gelungen ist dabei die Trennung der Handlung in mehrere Stränge, so bleibt das Hörspiel dynamisch kurzweilig. Immer weitere Informationen werden von König Julius und Konstanzia sowie Tommy und Sophie gesammelt, und dabei geraten sie in allerlei unterschiedliche und prägnant erzählte Situationen. Mir gefällt dabei insbesondere die Art, wie sich Julius immer wieder selbst in Schwierigkeiten bringt und mit seiner leicht tollpatschigen Art ungemein sympathisch wirkt. Nach einigen interessanten Begegnungen und vielen neuen Informationen kommt auch der Hörer den Hintergründe auf die Spur, und diese Auflösung ist gut durchdacht und sehr stimmig dargeboten. Eine runde und unterhaltsame Folge voller starker Charaktere und mit einer kurzweiligen Folge.

Von dem bereits bekannten Sprechercast hebt sich besonders Christop Maria Herbst ab, der den König Julius mit seiner herrlich unbeholfenen und von sich selbst überzeugten Art mit vie Elan und Charme spricht. Marcus Staiger ist als Sansibar der Schreckliche zu hören, er spricht den Geist sehr eindrucksvoll und mit fester und sehr betonter Stimme. Friedhelm Ptok hat mir als da Windschief ebenso gut gefallen, er bringt viel Flair in die Handlung mit ein. Weitere Sprecher sind Ben Hecker, Robert Frank und Katja Felber.

Die Musik wurde wieder eigens für die Serie komponiert, sodass ein recht opulenter und stimmungsvoller Soundtrack für diese Folge entstanden ist. Besonders die Szenen in der Geisterwelt erhalten hierdurch einen ausdrucksstarken und wunderbar unheimlichen Klang, der durch viele passende Geräusche und gut eingesetzt Stimmverzerr-Effekte npch verstärkt wird.

Natürlich ist auf dem Cover wieder eine Szene aus dem Hörspiel abgebildet, und natürlich findet auch die computeranimierte Grafik wieder verwendet. Hui Buh wird darauf von der – natürlich sehr durchscheinenden – Geisterpolizei festgenommen, was fast nur in düsteren Farben und dem vorherrschenden kalten Blauton gezeichnet ist.

Fazit: Durch die Verlegung eines Großteils der Handlung in die Geisterwelt ist eine sehr düstere und stimmungsvolle Folge entstanden, die die Protagonisten in ständige Gefahr versetzt und sie allerlei brenzlige Situationen bestehen lassen muss. Wieder tummeln sich viele sehr gelungen dargestellte Nebenrollen in der Handlung, sodass diese viel Charme und Flair erhält.

VÖ: 19.Februar 2016
Label: Europa
Bestellnummer: 888751793729


Hui Buh – 23. Die Jagd nach dem Drachen



Erster Eindruck: Magische Wesen überall

Als Hui Buh und seine Freunde bei Tante Roswitha ein Sternenlicht finden, ahnen sie nicht, was für ein Chaos sie mit dem merkwürdigen Gegenstand anrichten. Denn auf dem Marktplatz demolieren sie dabei eine alte Statue, die einen Drachenritter samt besiegter Riesenechse zeigt. Und kurz darauf terrorisiert ein Geisterdrache die Bauern in der Umgebung. Können die drei mit Hilfe von Julius den Schaden wieder rückgängig machen?

23 Folgen wurden mittlerweile von der „Neuen Welt“ von Hui Buh produziert, womit die Folgenanzahl mit der Ursprungsserie gleichgezogen hat. Dabei steht in der Handlung von „Die Jagd nach dem Drachen“ wieder eine gefährliche Bedrohung bevor, die recht kurz nach dem Start eingeführt wird, nach einer fast schon klassisch zu nennenden, leicht chaotischen Introszene wird der unheimliche Geisterdrache gleich vorgestellt. Die Lösung des Ganzen geht dann wieder über mehrere Stationen, die zwar erheiternd und ziemlich kreativ wirken, aber doch etwas zu lang geraten sind – mit einer oder zwei Stationen weniger hätte der Folge nichts gefehlt. Natürlich treffen der Schlossgeist und seine Freunde dann doch noch auf die Wesen, die ihnen helfen können, und diese sind sehr gut dargestellt. Besonders das anfängliche Misstrauen der Dorfbewohner und die Annäherung der beiden Gruppen ist sehr gelungen. Der Kampf gegen den Drachen dauert dann noch etwas an, was durchaus spannend in Szene gesetzt wurde. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, zahlreiche witzige Momente lockern die stellenweise etwas zu lange, aber insgesamt sehr gelungene Handlung auf.

Oliver Siebeck ist hier als allwissender Büchergeist zu hören, neben einer lockeren und witzigen Art kann er auch viel Mysteriöses in seine Stimme legen, sodass eine runde und charmante Figur entsteht. Cathlen Gawlich hat einen wunderbaren Kurzautritt als Mollige Molly, auch sie bringt viel Abwechslung und Humor mit in die Handlung ein. Erzähler Andreas Fröhlich und seine unvergleichlich lockere und unterhaltsame Art sorgen während seiner Passagen für hübsche Momente. Weitere Sprecher sind Christian Gaul, Ben Hecker und Nils Rech.

Wie bereits die Vorgänger ist auch diese Folge sehr rund und stimmig produziert, wobei insbesondere die speziellen Eigenschaften der vielen magischen Wesen gekonnt hervorgehoben werden. Dabei haben sich die Produzenten mal so richtig ausgetobt, auch mal ungewöhnliche Sounds benutzt und die Stereo-Aufnahmen voll ausgenutzt. Das wirkt mal spaßig und fast comichaft, mal unheimlich und gruselig.

So richtig kann ich mich mit dem computeranimierten Look der Cover auch nach 23 Folgen nicht richtig anfreunden, sodass gerade die Menschen auf diesem düsteren Titelbild sehr künstlich wirken. Gut gefällt mir der Drache, der im Hintergrund dräuend über die Landschaft schwebt. Weitere Extras sind hier leider nicht vorhanden, wobei die Gestaltung des kleinen Booklets stimmig gelungen ist.

Fazit: Eine recht schwungvolle Folge, die über mehrere Umwege mit zahlreichen mysteriösen Gestalten zu einem großen Showdown führt. Bis dahin geht es ebenso lustig wie niedlich und unheimlich zur Sache, die vielen Stationen für das Schlossgespenst und seine Freunde können gut unterhalten.

VÖ: 11.September 2015
Label: Europa
Bestellnummer: 888750582720


Hui Buh – 22. Der Geist des Pharao



Erster Eindruck: Tief unter Schloss Burgeck

Hui Buh bekommt Besuch von seinem Freund Husch ums Eck, der sogar noch etwas früher eintrifft als erwartet. Voller Stolz kann Hui Buh ihm dabei seine Staubmilbensammlung zeigen, wobei ein seltenes Exemplar die Aufmerksamkeit von Husch ums Eck erregt. Dabei hat der Geist von Schloss Burgeck in den Kellerräumen eine Menge dieser Milben gesehen. Gemeinsam mit Tommy und Sophie machen sich die spukigen Gesellen auf in die Gewölbe, wo eine Menge ägyptische Artefakte lagern...

Klar, Hui Buh ist und bleibt der Mittelpunkt der Serie. Schön ist aber auch, dass einige Figuren immer wiederkehren und so ebenfalls gut zur Wirkung kommen können. In Folge 22 der Serie ist davon der niedliche Husch ums Eck betroffen, der mit seiner putzigen Art wieder für einigen Schwung sorgt. Das ist gut gelungen, und gerade in den Anfangsszenen auch sehr notwendig, denn hier entwickelt sich die Handlung nur sehr langsam weiter. Es kommen doch einige überflüssige Szenen vor, die die Geschichte nicht weiterentwickeln, aber immerhin durch das lustige Geisterduo charmant wirken. Etwa ab der Hälfte der Folge geht es dann auch schneller und temporeicher weiter, hier wird dann auch eine spannende Geschichte präsentiert, die mit einem altägyptischen Geist zudem eine mächtige Bedrohung zu bieten hat. Schön, dass dabei der Humor nicht aus den Augen verloren wird und alles noch eine lockere Grundatmosphäre ausstrahlt. Auch das Ende kann mit einer eleganten Auflösung überzeugen und klärt zudem die Hintergründe eines Vorfahren von König Julius 111. gut auf. So entsteht trotz des etwas schwerfälligen Startes noch eine unterhaltsame Folge, die gekonnt Humor und eine gruselige Stimmung miteinander verbindet.

Klaus-Peter Graup ist hier erneut als Husch ums Eck zu hören. Seine etwas gealterte Stimme passt bestens zu dem putzigen Geist, sein raues Tembre sorgt dabei für einen sehr gelungenen Akzent, sodass eine einprägsame und liebenswerte Figur entsteht. Jan Spitzer spricht Pipothep mit einer volltönenden und eindrucksvollen Stimme, besonders gegen Ende dreht er noch einmal auf. Der wunderbare Andreas Fröhlich ist auch hier wieder als Erzähler zu hören, mit seiner freundlichen und kindgerechten Art gestaltet er seine Passagen sehr kurzweilig. Weitere Sprecher sind Stefan Krause, Christoph Maria Herbst und Ulrike Stürzbecher.

Die Musik von Christoph Bertling und Christian Hagitte orientiert sich wieder an klassischen Klängen, die wunderbar in das Burgambiente von Burgeck passen. Dabei wird das ägyptische Thema nicht wirklich aufgegriffen, was der Stimmung aber keinen Abbruch tut. Die Geräusche ergänzen die atmosphärische Gestaltung sehr gut und lässt eine sehr runde und gekonnte akustische Gestaltung entstehen.

Das alte Gewölbe unter dem Schloss wird auf dem Cover als Hintergrundmotiv aufgegriffen. Neben dem wie immer putzigen Hui Buh samt Spinnennetz sind auch Tommy, Sophie und der alte ägyptische Sarkophag mit grün leuchtenden Augen zu sehen. Auf zusätzliche Informationen wie in den ersten Folgen wurde verzichtet, sodass sie restliche Gestaltung recht schlicht gelungen ist.

Fazit: Die Geschichte braucht etwas, um sich zu entwickeln und kommt erst recht spät in Gang, nimmt dann aber schnell Fahrt auf und präsentiert eine spannende und bedrohliche Handlung. Viel Charme und Witz sprudelt aber wieder von Anfang an, sodass eine insgesamt sehr runde und gelungene Folge entstanden ist.

VÖ: 13.Februar 2015
Label: Europa
Bestellnummer: 888430522923


Hui Buh – 21. Die verspukte Maske



Erster Eindruck: Düsterer Moorgeist sorgt für Grusel

Die königliche Familie kommt fast zu spät zum Geburtstag von Roswitha und muss sich nach einem kleinen Unfall im Moor ziemlich sputen. Nach dem rauschenden Fest wacht Julius jedoch mit einer Maske über dem Gesicht auf, die sich nicht abnehmen lässt. Alle Spukversuche von Hui Buh, ihn zu befreien, schlagen fehl und machen die Sache nur noch schlimmer. Also muss Julius der Sache auf den Grund gehen – natürlich unter der Mithilfe von Hui Buh...

Die neuen Folgen des beliebten Hörspielgespenstes Hui Buh unterscheiden sich von der Originalserie aus den 70ern auch darin, dass der Fokus der Handlung immer mehr auf die lebendigen Bewohner von Schloss Burgeck liegt und Hui Buh helfend zur Seite steht anstatt selbst immer wieder in Schwierigkeiten zu geraten. Besonders deutlich tritt dies in Folge 21 der Serie hervor, in der Julius mit einem Zauber belegt wird. Der Anfang ist dabei etwas zu lang geraten, bis zur eigentlichen Handlung dauert es einige Minuten, ist dann aber wieder recht witzig und turbulent erzählt. Für die Lacher sorgen dabei insbesondere die frechen Sprüche und die misslungenen Spukereien des Schlossgespenstes, ansonsten geht es hier überraschend finster und spannend zu. Die Handlung ist dabei für ein Kinderhörsiel recht verschachtelt erzählt und verfolgt über mehrere Nebenarme sein Ziel, wird immer wieder ausgeschmückt zugunsten gelungener Szenen, sodass es durchaus etwas dauert, bis Julius seine Maske wieder los wird. Eine typische Folge für die Serie, die witzig, spannend und gruselig zugleich ist.

Christoph Maria Herbst zeigt hier seine Wandlungsfähigkeit, indem er nicht nur König Julius wie immer mit viel Charme umsetzt, sondern auch die Rolle des Moorgeistes übernimmt. Hier klingt er ganz anders, wesentlich bedrohlicher und Furcht einflößender, sodass man kaum merkt, dass beide vom gleichen Sprecher übernommen wurden. Till Hagen setzt seine volltönende Stimme auch hier wieder gekonnt ein, um die Rolle des Wilhelm gekonnt und professionell in Szene zu setzen. Und Stefan Kraus spukt sich als Hui Buh wieder mit viel Witz und einer großen Portion Chaos durch die Handlung ist wird zu einer sehr gelungenen Titelfigur. Weitere Sprecher sind unter anderem Uve Teschner, Daniela Hoffmann und Ulrike Stürzbecher.

Christian Hagitte und Simon Berteling sind auch für die Umsetzung dieses Hörspiels verantwortlich und haben es für eine Produktion für Kinder ungewöhnlich aufwändig gestaltet. Zahlreiche Melodien, die eigens eingespielt wurden, sorgen für eine dichte, schauerromantische Atmosphäre und strahlen somit eine ganz eigene Stimmung aus, wobei zahlreiche Geräusche mehr Leben in die Handlung bringen.

Das Cover zu dieser Folge ist wieder im computeranimierten Stil gehalten und orientiert sich dabei an der Verfilmung von Hui Buh. Die Bewohner des Schlosses sitzen hier zusammen an einem Tisch und beobachten mit Schrecken Julius, der seine dämonisch wirkenden Maske, die ein verzerrtes grünes Gesicht zeigt, vom Gesicht ziehen will. Nur Hui Buh steht lachend daneben und scheint sich zu amüsieren.

Fazit: Für die Serie wirkt diese Folge recht gruselig, was nicht nur an den Szenen im Moor und seinem düsteren Bewohner liegt, sondern auch an der unheimlichen Maske, die Julius angehext wurde. Die Handlung ist vielseitig ausgeschmückt, sodass sie eher von älteren Kindern gehört werden sollte.

VÖ: 12.September 2014
Label: Europa
Bestellnummer: 888430522824


Hui Buh – 20. Der Schatz im Drachenmoor



Erster Eindruck: Burgeck braucht ein Renovierungsteam

Schloss Burgeck hat dringend einige Reparaturen nötig, und auch die Bediensteten müssen bezahlt werden. Doch der Geisterschatz, den Hui Buh gefunden hat, ist leider schon aufgebraucht. Es scheint, als müsse König Julius die alte Burg verlaufen – nur eine einzige Möglichkeit sehen die Bewohner noch: Sophie trägt in einem Medaillon den Hinweis auf einen wertvollen Schatz, der im Drachenmoor verborgen ist. Und diesen Hinweis hat sie von ihren verschwundenen Eltern…

Mit 67 Minuten ist die 20. Folge der Neuauflage von Hui Buh für ein Kinderhörspiel recht lang geraten. Nicht alle Sechsjährigen – so die offizielle untere Altersangabe – werden dem Hörspiel so lange folgen können. Dabei hätte gerade der Anfang auch deutlich gestraffter erzählt werden können, die Geldnöte von Julius und Konstanzia werden hier recht ausführlich dargestellt. Das ist zwar wie immer mit Witz und Charme erzählt, aber eben auch etwas langatmig und für die Handlung in dieser Tiefe nicht notwendig. Viel interessanter und auch spannender ist da die Suche nach dem Schatz im Drachenmoor – so auch der Titel der Folge – in der es einige Überraschungen zu verzeichnen sind. Einige gelungene Einfälle bringen viel Abwechslung in die Serie und verleihen ihr eine einzigartige Ausstrahlung. Und auch spannende Momente und brenzlige Situationen sind vorhanden. Besonders gelungen sind die vielen Andeutungen auf Sophies Eltern, was besonders Fans der Serie erfreuen dürfte. Kernstück ist der Aufenthalt der Freunde bei einem Räubervolk, das sehr wild und gefährlich dargestellt wird. Diese Szenen sind sehr spannend und können sehr gut unterhalten. Mit dem etwas holprigen ersten Drittel, das immerhin witzig erzählt wurde, kann man sich aufgrund des starken Mittelteils und der gelungenen Auflösung doch anfreunden.

Marie-Luise Schramm ist auch hier wieder als Sophie zu hören und hat erneut eine recht große Rolle. Mit ihrer sanften, immer leicht melancholisch klingenden Stimme kann sie das junge Mädchen sehr gekonnt darstellen und setzt immer wieder gelungene Akzente. Xenia, die Anführerin der Räuberbande, wird von Anne Helm gesprochen, deren Stimme einen sehr raubeinigen Klang annimmt, die sehr herrisch und unnachgiebig wirkt. Thomas Schmuckert und Sabine Arnhold arbeiten gut zusammen und können ihre Charaktere mit Glaubwürdigkeit und Charakter ausstatten. Weitere Sprecher sind Bodo Wolf, Till Hagen und Robert Rausch.

Dank der passenden und hübsch mystisch wirkenden Musik von Christian Hagitte und Simon Berteling bekommt auch diese Folge die typische Ausstrahlung der gesamten Serie. Es ist eine gelungene Mischung aus mysteriöser Stimmung und Fröhlichkeit, die durch zahlreiche witzige Geräusche und Soundeffekte unterstützt wird. So bekommt insbesondere Hui Buh in den „spukigen“ Szenen einen geisterhaften Klang.

Eine kleine Übersicht über die einzelnen Tracks ist im Inneren des kleinen Booklets zu finden, auch die Angaben zu den Sprechern und dem Produktionsteam sind hier zu finden, ansonsten gibt es außer Werbung nicht viel zu sehen. Das Cover im computeranimierten Stil zeigt eine nächtliche Szene aus dem Hörspiel, in der die Schlossbewohner die Siedlung der Räuberbande erkundet. Durch die schummerige Beleuchtung und den hellen Mond bekommt die Szenerie eine unheimliche Ausstrahlung.

Fazit: Trotz des etwas langwierigen Starts entwickelt sich eine spannende und dynamische Folge, die Reise ins Drachenmoor und der Aufenthalt bei den Räubern sind sehr gut gelungen. Besonders das Rätsel um Sophies Eltern kann überzeugen und bringt die Serie noch einmal in Schwung, macht die Folge unverwechselbar.

VÖ: 14.Februar 2014
Label: Europa
Bestellnummer: 888837433020


Hui Buh – 19. Das Rätsel im Spukschloss



Erster Eindruck: Unheimliche Krimigeschichte für das moderne Schlossgespenst

Königin Konstanzia ist für ein paar Tage verreist, und in Schloss Burgeck bricht das Chaos aus. Sogar der wunderschöne Rosengarten wird versehentlich versteinert. Und so gelingt es Tommy, König Julius zu überreden, dass er mit Hui Buh in die Geisterwelt darf – auf das Schloss von Hui Buhs Onkel Willbur. Dort findet ein großes Fest statt. Die gerade zurückgekehrte Konstanzia und die restlichen Julius reisen ihnen hinterher, um Schlimmeres zu verhindern. Doch auf dem Geisterschloss läuft einiges anders, als gedacht…

Vor etwas mehr als fünf Jahren erschien die erste Folge der Neuauflage von Hui Buh mit deutlich verändertem Konzept zu der ursprünglichen Europa-Serie. So lag der Fokus dieses mal deutlich auch auf dem Humor. Während in den ersten Folgen dabei noch vor allem auf Klamauk gesetzt wurde, ist er in der 19. Folge schon deutlich differenzierter geworden. Zwar gibt es auch hier noch alberne Szenen, doch auch zahlreiche fast schon hintergründige Wortwitze oder Situationskomik ist vorhanden. Das stellt einen deutlichen Zugewinn dar, da auch Erwachsene nun mehr Freude an den Produktionen haben dürften, Kinder aber trotzdem voll auf ihre Kosten kommen. Und auch die Handlung von „Das Rätsel im Spukschloss“ kann sich hören lassen. Nach der oben beschriebenen Introszene gibt es eine klassische Krimigeschichte, die ein wenig an einige Edgar-Wallace-Werke erinnert: Ein einsames, abgeriegeltes, altes Schloss, auf dem ein Gast nach dem anderen etwas Schreckliches zustößt. Dabei reduziert sich die Zahl der Anwesenden immer weiter, und damit grenzt sich auch der Kreis der Verdächtigen weiter ein. Das ist spannend umgesetzt und vermittelt auch eine recht unheimliche Atmosphäre. Dazu trägt auch eine Stimme bei, die immer wieder ertönt, wenn ein weiteres Mitglied der Gesellschaft außer Gefecht gesetzt wurde. Die Überraschung ist für geübte Hörer zwar keine sonderlich große Überraschung, aber aufgrund des sehr unterhaltsamen und kurzweiligen Verlaufs ist das nicht weiter tragisch. Hier passt alles stimmig zusammen.

Karin David spielt den weiblichen Geist Luzia, der ebenfalls auf die Feier von Willbur eingeladen wurde. Sie spricht auf eine sehr energische und exzentrische Weise, die einen interessanten Charakter zu gestalten weiß. Auch Robert Rausch gehört als Vetter Reinhold zu dieser Gruppe, auch er legt sich hier einen außergewöhnlichen und auffälligen Klang zu, sodass er sich an den richtigen Stellen in den Mittelpunkt stellen kann. Der wunderbare Jürgen Thormann hat für meinen Geschmack einen etwas zu kleinen Part, kann diesen aber mit seiner markanten Stimme und dem leicht humorvollen Auftreten sehr gut gestalten. Weitere Sprecher sind Jörg Reimers, Tom Deininger und Frank Jordan.

Wieder hat Stil es geschafft, eine runde und sehr atmosphärische Produktion um die Geschichte zu stricken. Insbesondere die stimmungsvolle Musik sorgt hierfür, die sich gut an die jeweiligen Situationen anpasst und gut in Szene gesetzt. Sehr gut gelungen ist der Mittelteil in dem großen, unheimlichen Spukschloss, hier fühlt man sich selbst in das Gemäuer versetzt.

Hui Buh ist mit einem verschmitzten Grinsen groß auf der rechten Seite des Covers zu sehen, während dahinter Tommy und Sophie mit einer schwach leuchtenden Laterne in Richtung des unheimlichen Schlosses gehen, das atmosphärisch passend in den hellen Mond hineinragt. Die computeranimierte und etwas kühl wirkende Optik des Coverdesigns ist immer noch nicht mein Fall, kommt bei Kindern aber sicherlich gut an.

Fazit: Der abwechslungsreiche Humor der Serie kommt hier sehr gut zur Geltung und kann immer wieder für Lacher sorgen. Doch neben den vielen witzigen Momenten wird hier eine spannende und atmosphärische Geschichte erzählt, die sich immer weiter zuspitzt und in dem alten Spukschloss eine stimmige Atmosphäre findet. Eine sehr runde Produktion, der jedoch ein wenig mehr Überraschung an der einen oder anderen Stelle vertragen hätte.

VÖ: 13.September 2013
Label: Europa
Bestellnummer: 887654432421


Hui Buh – 18. Der Fluch der Geisterinsel



Erster Eindruck: Geister und Piraten

Hui Buh ist so gar nicht begeistert, als er von König Julius und den anderen Schlossbewohnern zum Großputz verdonnert wird. Doch als alle gemeinsam ein altes Ölgemälde finden, beginnt ein spannendes Abenteuer. Denn sowohl das Schlossgespenst als auch Julius, Konstanzia, Tommy und Sophie landen auf einem Schiff voller gespenstischer Piraten – und treffen auf den verfluchten Kapitän Flint…

Piraten sind momentan sehr in – kein Wunder also, dass sie in diversen Hörspielen schon als Thema verarbeitet wurden. Dass dies nun aber auch bei der Neuauflage von Hui Buh der Fall ist, verwundert auf den ersten Blick schon ein wenig: Die mittelalterlich anmutende Atmosphäre sowie der Schauplatz von Schloss Burgeck lassen eher an Ritter und Burgfräulein erinnern. Und so recht vertragen sich die beiden Thematiken im Laufe der Folge dann auch nicht, die Geschichte wirkt an einigen Stellen zu gezwungen, wirklich organisch wirkt das nicht. Davon abgesehen ist die Handlung insgesamt kurzweilig und unterhaltsam, wenn auch etwas zu lang geraten. Die auftauchenden Nebencharaktere sind recht stark und können ihre eigene Nuance in die Serie bringen, allen voran der witzige asiatische Schiffskoch Hong Chon. Die Entführung von Konstanzia als Aufhänger, aus der sich der Rest entwickelt, einige geisterhafte Szenen, ein spannender Verlauf mit gut erzähltem Höhepunkt – solide also, aber kein Highlight der Serie, das einen wirklich fesseln, mitreißen würde.

Oben bereits erwähnter Hong Chon wird von Waldemar Kobus gesprochen, der mit witzigem (und treffenden) Akzent spricht und seine Szenen mal sehr lustig, mal spannend gestaltet und so einen wirklich gelungenen Charakter schafft – und ganz nebenbei als Käpt’n Flint eine ebenso gute Figur abgibt. Hui Buh wird wie immer von Stefan Krause gesprochen, der hier mal wieder ordentlich aufdreht und das leicht hyperaktive Schlossgespenst mit viel Energie versieht. Und auch Christoph Maria Herbst kann mit seinem wunderbar trockenen Humor und dem (gewollten) Stottern punkten. Weitere Sprecher sind Maximilian Artajo, Ulrike Stürzbecher und Marie-Luise Schramm.

In Sachen Produktion ist diese Serie ziemlich weit vorn und ist opulent ausgestattet – da macht diese Folge keine Ausnahme. Die Arrangements sind satt und tönen voll aus den Boxen, umgeben die Geschichte mit einem dichten Klangteppich, der gerade für ein Kinderhörspiel ungewöhnlich scheint. Auch die Geräusche sind vielfältig und sehr treffend eingebaut, gerade die Seeschlachten sind da gut umgesetzt.

Die Themen scheinen ja ein wenig zusammengewürfelt, das Cover scheint ebenso. Rechts ist natürlich Hui Buh zu sehen, wie immer in der modernen und computeranimierten Optik. Links daneben eine Schlacht auf dem Schiff mit gleich mehreren Schauplätzen, dazu auch noch das geisterhafte Schiff im Hintergrund – die einzelnen Elemente können hier gar nicht so recht wirken und zur Geltung kommen.

Fazit: Die Themenwahl scheint unpassend und etwas zu gezwungen, die Geschichte ist allerdings recht unterhaltsam, sodass ein solider, aber kein überragender Eindruck entsteht.

VÖ: 15.Februar 2013
Label: Europa
Bestellnummer: 886919773927


Hui Buh – 17. Der Meisterdetektiv



Erster Eindruck: Auf den Spuren von Sherlock Holmes

Als Tommy und Hui Buh ihre Freundin Sophie besuchen wollen kommen sie gerade rechtzeitig, um die Verhaftung ihrer Tante Roswitha mitzubekommen. Denn in ihrem Keller wird jede Menge Diebesgut einer Einbruchsserie gefunden. Die Beweise sprechen gegen die Betreiberin der Wirtschaft, doch die Schlossbewohner sind von ihrer Unschuld überzeugt und beginnen, Nachforschungen anzustellen...

Als berühmte Romanfigur wird Sherlock Holmes gern als Meisterdetektiv bezeichnet, nun will Hui Buh in der 17. Folge seiner Neuauflage in seine Fußstapfen treten. Dass dies nicht ein gewöhnlicher Krimi ist, sondern sowohl mit jeder Menge Humor als auch einigen übernatürlichen Phänomenen gespickt ist, dürfte schnell klar sein. Nach einer kurzen und launigen Introszene, in der Erzähler Andreas Fröhlich direkt mit dem spukenden Geist spricht, geht es dann auch recht schnell mit Roswithas Verhaftung weiter. Der Einstieg ist gut gelungen, und auch die ersten Ermittlungen und Verdachtsmomente werden gut erzählt. Allerdings schleichen sich ab und an Längen ein, die Geschichte nimmt ein paar Schlenker zu viel und verliert damit an Kraft und Dynamik. Das letzte Drittel ist dann aber wieder stimmig umgesetzt, eine interessante Auflösung steht hier im Mittelpunkt, die durchaus ein wenig zum Nachdenken über das Geisterdasein anregt. Hier wird neben all der Komik, die die Serie trägt, auch ein wenig Dramatik ,ein wenig Ernsthaftes geboten, und das gefällt und bringt eine ganz andere Note mit ein. Dennoch verkommt das Hörspiel nicht zu einer trübsinniger Erzählung, sondern wirkt meist locker, heiter und witzig. Die Anleihen an Sherlock Holmes und eine kleine Wette bringen zusätzlich Würze – eine insgesamt gelungene Folge der Serie.

Simon Jäger ist hier als Gastsprecher mit dabei, sein Auftritt als Hieronymus meistert er mit seiner vielfältigen Stimme und kann dabei sowohl die witzigen als auch die nachdenklichen Szenen ausfüllen. Ihm zur Seite steht David Nathan als sein Bruder Balthasar, dessen dunkler, volltönender Klang sehr gut in das Szenario passt und auch die verschiedenen Stimmungen vom mysteriösen Fremden bis zum verzweifelten Bruder gut vermitteln kann. In einer kleineren Nebenrolle als Pfarrer Bonifazius Albrecht hat mir Jürgen Wolters gut gefallen, der richtig in der Rolle auflebt. Weitere Sprecher sind unter anderem Bert Franzke, Till Hagen und Maria Mägdefrau.

An der guten musikalischen Umsetzung hat sich prinzipiell nichts geändert, sodass weiter vorrangig orchestrale Klänge ertönen, die aber flott und keineswegs altbacken klingen. Dabei bekommen die einzelnen Szenen einen individuellen Anstrich und eine besondere Stimmung. Die Geräusche klingen recht modern und manchmal ein wenig künstlich, was aber der jüngeren Generation von Hörspielhörern geschuldet sein dürfte.

Wie immer im Vordergrund auf dem Cover: Hui Buh in seiner computeranimierten und putzigen Optik, hier mit Lupe und Pfeife als Anspielung auf Sherlock Holmes. Der Hintergrund ist dabei eher unauffällig, zeigt aber eine der letzten Szenen, als zwei vermummte Gestalten in Burgeck einbrechen und dabei von den Burgbewohnern beobachtet werden. Im Inneren gibt es nebst zahlreicher Werbung noch eine Trackliste.

Fazit: Das sehr gelungene Ende tröstet über die Längen im Mittelteil hinweg, neben Witz und Grusel steht hier auch mal Ernsthaftes im Raum – das gefällt und macht Spaß!

VÖ: 23.November 2012
Label: Europa
Bestellnummer: 886919773828


Hui Buh – 16. Der grauenvolle Geburtstag



Erster Eindruck: Der Kastellan mal ganz anders

Hui Buh hat vollkommen den Geburtstag des Kastellans vergessen und sucht nun dringend nach einem Ersatz. In seiner Burgkammer findet er eine alte Flasche Gruftwein und tarnt ihn als Stärkungselixier. Tatsächlich bewirkt das Getränk anfangs wunderbares und verjüngt den alten Mann deutlich. Doch schneller als es ihnen lieb ist sind die Burgbewohner in einem riesigen Schlamassel…

Etwas länger hat es nun seit der letzten Folge von Hui Buh gedauert, nun legt Europa mit „Der grauenvolle Geburtstag“ die 16. Folge nach. Und es geht gleich ein wenig turbulent zu, mit einer langen Einleitung hält man sich hier nicht auf. Vielmehr ist schon die Introszene sehr gelungen und zeigt den hektischen Hui Buh in Höchstleistung – wenn er nach einem passenden Geschenk sucht ist das schon wirklich witzig. Und genauso launig geht es dann weiter, wenn der alte Kastellan sich zu Höchstleistungen aufschwingt. Langsam aber sicher vollzieht sich dann die Wendung zu einem ernsthaften Problem, wie man es mittlerweile von der Serie gewohnt sein darf hinterher mit mystischem Einschlag, es steckt mal wieder wesentlich mehr dahinter als man es von dem lockeren Anfang erwartet hätte. Das gefällt gut und ist auch hier wieder kurzweilig umgesetzt worden, nur einige Szenen hätten ein wenig gekürzt werden können, um noch mehr Tempo in die Geschichte zu kriegen. Das Finale setzt dem ganzen dann noch ein tolles Highlight auf und schließt gekonnt ab. Eine unterhaltsame und spaßige Folge, die auch einen gelungenen Spannungsbogen aufweisen kann.

Die Sprecher machen ihre Sache wieder richtig gut, längst hat man sich hier zu einem Team zusammengefunden. Der grandiose Jürgen Thormann spricht den alten Kastellan und kann hier man eine andere Seite von sich zeigen. Die Wandlung vom etwas versteiften, zurückhaltenden Mann zu seiner lockereren und jüngeren Version kann er jedenfalls blendend darstellen. Auch David Turba spricht den Kastellan in seiner Teenagervariante, er knüpft zwar einige Eigenheiten des Charakters auf, geht aber doch einen ganz eigenen Weg. Victor Hagitte ist dann der noch etwas jüngere Kastellan, seine Sache macht er gerade in Betracht seines jungen Alters recht gut. Weitere Sprecher sind Christian Gaul, Marie-Luise Schramm und Maximilian Artajo.

Viele Sounds und einen durchaus opulenten Soundtrack durften wir von den letzten Folgen gewohnt sein, und genauso geht es nun auch hier weiter. Die Musik wurde eigens für diese Serie von einem Filmorchester eingespielt, diese Mühe wird nun mit einer dichten Atmosphäre belohnt, die man so von einem Kinderhörspiel nicht erwartet. Die Geräusche sind vielfältig und gut an die jeweilige Szene angepasst.

Das Cover mit dem computeranimierten Look stellt mal nicht Hui Buh vollkommen in den Vordergrund, sondern zeigt die Szene, in der der Kastellan das Stärkungselixier trinkt. Auch die düstere Farbwahl ist nicht gerade typisch für das Genre, schafft aber ein interessantes Bild, das besonders das Spiel von Licht und Schatten gut einfängt. Im Inneren gibt es neben einigem an Produkthinweisen immerhin noch eien Trackliste.

Fazit: Eine sehr spaßige Folge, bei der der Humor klar im Vordergrund steht, aber auch einiges an Spannung bieten kann.

VÖ: 14.September 2012
Label: Europa
Bestellnummer: 886978194428


Hui Buh – 15. Das verzauberte Schwert



Erster Eindruck: Rückkehr eines Bösewichts

Auf Schloss Burgeck geht es wieder drunter und drüber. Nicht nur, dass Hui Buh bei seinen Spukereien einen Teil des Daches demoliert, in einer gespenstischen Nacht wird das Schloss auch von einem riesigen Rosenstrauch überwuchert, der den Bewohnern zu schaffen macht. Gemeinsam mit seinen Freunden Tommy, Sophie und dem alten Kastellan geht Hui Buh der Sache auf den Grund und entdeckt einen alten Feind...

Für eine fortlaufende Serie ist ein immer wiederkehrender Gegner eine gute Idee, er kann nicht nur frischen Wind hereinbringen, zudem muss nicht immer wieder ein neuer, interessanter Bösewicht erdacht werden. Und so ist es durchaus erfreulich, dass bei der 15. Folge der Hui Buh-Neuauflage mal wieder Graf Morticor auftaucht, ausgestattet mit einem neuen, üblen Plan um sich an dem fidelen Schlossgeist zu rächen. „Das verzauberte Schwert“ startet recht früh in die eigentliche Handlung und bereitet schnell den Verlauf der Folge vor, und das ist recht unterhaltsamer Weise, sodass man schon früh in die Geschichte abtauchen kann. Der weitere Verlauf ist flüssig und unterhaltsam, auch Spannung kann während Hui Buhs magischer Suche erzeugt werden. Durch den Einsatz von Graf Morticor wird es an einigen Stellen richtig gruselig, mir gefällt die schaurige Atmosphäre die von ihm ausgeht. Es ist hier einfach ein richtig gutes Gemisch gelungen, das gut aufeinander abgestimmt ist und Humor, Grusel und Spannung kindgerecht in sich vereint. Und so ist eine der besten Folgen der Serie gelungen.

Kaspar Eichel hat wie oben erwähnt wieder einen Auftritt als Graf Morticor und legt etwas sehr düsteres, bedrohliches in seine Stimme, sodass seine Szenen richtig unheimlich erscheinen. Jürgen Thormann spricht den Kastellan, der hier mal einen etwas größeren Part als sonst bekommt. Seine Darstellungsweise ist sehr witzig und unterhaltsam, man kauft ihm die Rolle ungefragt ab. Erzähler Andreas Fröhlich kann mit seiner heiteren Art im Wechsel zu spannungsgeladener Stimme hübsche Kontraste erzeugen und somit zusätzliche Atmosphäre erzeugen. Weitere Sprecher sind Ben Hecker, Christoph Maria Herbst und Ulrike Stürzbecher.

Die musikalische Gestaltung kann sich hören lassen, wieder wird mit den Aufnahmen eines Orchesters, die extra für diese Serie produziert wurde, eine sehr dichte Atmosphäre geschaffen, die die Geschichte fest einbettet und trotz der Wiederholungen der Musikstücke nie langweilig wirkt. Die Einbettung der Geräusche wirkt manchmal allerdings zu künstlich.

Es gibt viel zu entdecken auf dem Cover, das im computeranimierten Stil der Serie gehalten ist. Hui Buh halt das leuchtende magische Schwert in die Höhe, im von Rosen bewachsenen Schloss sind sogar zwei der Bewohner zu sehen, Graf Morticor sitzt in seiner Rabengestalt in einer Vollmondnacht – alles zusammen wirkt besonders wegen des Zusammenspiels von Licht und Schatten reizvoll.

Fazit: Eine richtig starke Folge der Serie, die sehr ausgewogen alle Stärken der Hui Buh-Neuauflage betont.

VÖ: 10.Februar 2012
Label: Europa
Bestellnummer: 886978194329


Hui Buh – 14. Abenteuer in der Geisterbibliothek



Erster Eindruck: Erfinderwahn auf Burgeck

Antonia Legrand, die berühmte Erfinderin, ist zu Gast auf Schloss Burgeck. Tommy ist fasziniert und möchte an einem von ihr veranstalteten Erfindungswettbewerb teilnehmen. Mit seiner Bui-Huh-Box, die prächtig Leute erschrecken kann, hat er auch einen wirkungsvollen Beitrag – wenn der Schlossgeist Hui Buh nicht eine andere Vorstellung von der Erfindung gehabt hätte...

Nach einer Weihnachtsfolge geht die 14. Episode der neuen Generation von Hui Buh wieder gewohnte Bahnen, der moderne Einklang in das eher mittelalterliche Ambiente mit Burg und König wird dieses mal dank der Erfinderin besonders deutlich. Zu Anfang bekommt der Hörer einige unterhaltsame Szenen präsentiert, in denen auf Schloss Burgeck das Erfinderfieber ausgebrochen zu sein scheint. Das ist sehr kurzweilig und witzig, besonders als Tommy seine Box an Hui Buh und König Julius ausprobiert. Hier folgt eine gute Szene der nächsten, und ehe man es sich versieht ist man mittendrin in einer durchaus gruseligen Folge, denn Tommy und seine Freundin Sophia machen sich alleine auf in die Geisterwelt. Dass dies einige turbulente Komplikationen nach sich zieht, ist kaum verwunderlich und ist durchaus ansprechend dargestellt – was aber nicht darüber hinweg täuscht, dass hier der Anfang stärker ist als Hauptteil und Ende. Hier sprüht die Serie vor guten Einfällen, verfällt dann aber später ins typische Muster der Serie. Insgesamt aber eine durchaus hörenswerte Folge.

Heide Domanowski ist hier als Antonia Legrand zu hören und liefert mit glaubhaften französischen Akzent eine überzeugende Leistung ab, die Gestaltung ihrer Figur legt sie eher witzig und frisch an. Als Buchgeist ist Peter Lontzek eine gute Wahl, er nutzt das unheimliche Potential seiner Stimme aus und bringt so zusätzliche Atmosphäre mit ein. Fehlen darf natürlich nicht Christoph Maria Herbst als König Julius, der wie immer mit viel Eifer und Gespür für richtiges Timing dabei ist. Weitere Sprecher sind Ben Hecker, Tristan Seith und Andreas Fröhlich.

Das akustische Ambiente der Folge ist wie immer recht glatt produziert und überzeugt insbesondere durch den Einsatz der Musik von dem Gespann Simon Berteling und Christian Hagitte, die einen Schwung stimmungsvoller Melodien geschaffen haben. Die Geräusche wirken insbesondere vor dem eher orchestralen Hintergrund recht künstlich.

Ebenso künstlich und glatt ist die Gestaltung des Covers, die Szenerie in der Geisterwelt mit Tommy, Sophie, Hui Buh und so einigen Kerzen greift den Look computeranimierter Spielfilme auf – und das führt noch weiter von den Vorstellungen vieler „alter“ Hörspielfreunde weg. Im Inneren sieht man wieder die schon bekannten Vorstellungen der Charaktere.

Fazit: Eine sehr unterhaltsamer Anfang und ein solide erzählter Hauptteil mit hübscher Stimmung – eine recht gelungene Folge von Hui Buh.

VÖ: 25.November 2011
Label: Europa
Bestellnummer: 88697819402


Hui Buh – 13. Der Geist der Weihnacht



Erster Eindruck: Das Fest der Liebe in Gefahr

Weihnachten steht vor der Tür, doch die Bewohner von Schloss Burgeck scheinen überhaupt keine Freude mehr am Fest der Liebe zu haben. Nur Tommy und Sophie sind bereit, der Sache auf den Grund zu gehen – und natürlich Hui Buh, der gleich eine übersinnliche Ursache vermutet. Und tatsächlich stößt der Trupp bald auf drei Geister, die ihnen Prüfungen aufgeben...

Nicht nur in den Läden weihnachtet es schon im September sehr, auch diverse Hörspielserien veröffentlichen schon in dieser Zeit Folgen, die sich mit diesem Thema befassen. So auch die 13. Folge der Neuauflage von Hui Buh, die sich auch gleich noch an der berühmten Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens orientiert und dort die Idee der drei Geister von Weihnachten, dem Geist der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnacht, entleiht. Schon nach recht kurzem Vorlauf kommt die Geschichte richtig in Fahrt, dann sind Tommy, Sophie und Hui Buh auch schon im Reich der Geister. Schön kommen hier die witzigen Elemente heraus, wenn zum Beispiel der freche Schlossgeist lieber noch einmal Halloween feiern würde und die ganze Aufregung deswegen nicht so recht versteht. Und auch nach dem Treffen mit den drei Geistern verläuft glücklicherweise nicht alles wie in der bekannten Vorlage, vielmehr haben die Burgbewohner Aufgaben zu lösen, die den Grundgedanken des Festes der Liebe herausarbeiten – natürlich alles auf sehr kindgerechte und unterhaltsame Art und Weise. Am Schluss wird natürlich alles gut, und auch hier wird jede Menge Weihnachtsstimmung auf Hui Buh-Art verströmt. Eine witzige und unterhaltsame Folge mit schönem Grundgedanken.

Gerald Schaale spricht mit Cupidus einen der drei Geister von Weihnachten und vermittelt einen leicht aufgekratzten und somit witzigen Eindruck, kann aber auch den Ernst, der von der Figur ausgeht, gut vermitteln. Horst Lampe ist zum Schluss als Geist der Weihnacht zu hören, mit seiner ruhigen und ausdrucksstarken Stimme ist er eine gute Wahl für diese überraschend ernste Figur. Helmut Krauss ist wieder kurz in der Rolle des fiesen Geistes Adolar zu hören, seine Interpretation ist wieder recht beeindruckend. Weitere Sprecher sind Joachim Pukaß, Christian Hagitte und Sebastian Walch.

Wie immer ist die Musik hier stimmig umgesetzt und bietet die ein oder andere kleine Überraschung. Schön ist, dass hier keinesfalls auf triefige Weihnachtsstimmung zurückgegriffen wird, sondern das Thema zeitgemäß in die Musik mit einfließt. Die Geräusche und besonders die Effekte in der Geisterwelt sind wieder gut eingepasst und verleihen den Dialogen noch mehr Leben.

Auf dem Cover sieht man Hui Buh vor Tommy und Sophie schweben, im Hintergrund ist eine verschneite Winterlandschaft mit einem von warmen Lichtern erhellten Dorf zu sehen. Auch der unheimliche Geist der Weihnacht ist vermummt am Rand zu sehen. Ein recht hübsches Cover in dem technisierten Stil der Serie. Das Booklet bietet die bekannten Charakterbeschreibungen, ansonsten aber keine anderen Informationen.

Fazit: Die Figuren von Charles Dickens werden behutsam in die Handlung integriert. Das wirkt alles stimmig und sorgt für eine unterhaltsame Folge.

VÖ: 23.September 2011
Label: Europa
Bestellnummer: 886978193025


Hui Buh – 12. Zurück im Mittelalter



Erster Eindruck: Ritter Balduin meets Hui Buh

„Höfisches Leben im Mittelalter“ - das ist das Thema von Sophies Referat. Doch leider hat sie keine Ahnung davon und muss schon morgen fertig sein. Als einzige Hilfe fällt ihr Hui Buh ein, der schließlich im Mittelalter gelebt hat. Doch sein Spukversuch geht gründlich schief, und so landen er, Sophie und Tommy in der längst vergangenen Zeit. Werden sie wieder zurückfinden?

In den achtziger Jahren war Hui Buh Kult, die liebevoll abgedrehten Geschichten rund um den frechen Schlossgeist hatten einfach Charme. In der neuen Version der Serie ist so einiges anders, doch auch hier wird sich bemüht, an das wunderbare Flair heranzukommen. In der zwölften Folge der Serie landet – wie es der Titel ja schon verrät – der Geist im Mittelalter und erlebt die Zeit, zu der er als Mensch gelabt hat, erneut und kann sogar mit sich selbst in Kontakt treten. Das ist das erste mal in beiden Versionen der Serie, dass derart intensiv auf Hui Buhs Vergangenheit eingegangen wird. Die Geschichte kann an einigen Stellen mit witzigen Momenten und spannenden Situationen überzeugen, bleibt aber insgesamt etwas blass und hinter dem sehr positiven Eindruck der letzten Folgen zurück. Denn die Reise in die Vergangenheit des Schlossgespenstes nimmt der Serie etwas den Zauber, das Mysteriöse das immer um die Hauptfigur lag. Zwar sind einige Ideen recht gelungen, beispielsweise das Auftreten von Julius dem 85. und seiner Gattin Mimosita, doch Ritter Baldiun hätten sich sicherlich viele in ihrer Phantasie anders ausgemalt. Der Ansatz war also durchaus gewagt und ist nicht ganz so aufgegangen, unterhaltsam ist die Handlung aber allemal.

Stefan Krause kann hier noch mehr zeigen, was in ihm steckt. Denn neben dem aufgedrehten Schlossgeist Hui Buh spricht er zudem noch Ritter Balduin und zeigt so eine ganz andere Facette seines Könnens. Auch Christoph Maria Herbst ist auch in der Vergangenheit zu hören und spricht seinen eigenen Vorfahren, Julius den 85, und das mit ebenso viel Humor und dem Hang zur Situationskomik. Cathleen Gawlich ist als Königin Mimosa zu hören und kann ihre Rolle sehr gekonnt spielen. Weitere Sprecher sind unter anderem Norman Matt, Jürgen Thormann und Marie-Luise Schramm.

Wie in den anderen neuen Produktionen auch haben Christian Hagitte und Simon Berteling es geschafft, eine wunderbare und sehr lebendige Atmosphäre zu schaffen, die im Gegensatz zu vielen anderen Kinderhörspielen nicht laut ist und an allen Ecken und Enden kracht, sondern eher ruhig und düster ist, ohne komische Aspekte der Handlung zu vernachlässigen.

Der magische Wirbel, der Hui Buh, Tommy und Sophie in die Vergangenheit zieht, ist auf dem Cover abgebildet und setzt diese mit mystischen Farben um. Allerdings wirken mit persönlich die Figuren wieder zu künstlich, wobei dies gerade bei Sophie zum Tragen kommt. Im Inneren des Booklets sind alle Charaktere in ähnlicher Weise mit einem kurzen Infotext zu sehen.

Fazit: Leider ist die Vergangenheit von Hui Buh nicht ganz so lustig und temporeich wie die anderen Folgen, sodass mich diese Folge nicht so recht überzeugen konnte.

VÖ: 11. Februar 2011
Label: Europa
Bestellnummer: 886976289621


Hui Buh – 11. Das verlorene Geistertal

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Erster Eindruck: Schwere Aufgabe für das Schlossgespenst

Julius der 111. ist stinksauer! Wegen einer von Hui Buhs Spukereien droht ein wichtiger Staatsbesuch zur Blamage zu werden. Deswegen verbietet er dem frechen Schlossgespenst, ihn auf der Reise zu begleiten. Die Reise mit dem Flugzeug endet aber jäh, als die Maschine Probleme macht und notlanden muss – direkt in einem schaurigen Landstrich...

In der elften Folge der „Hui Buh“-Neuauflage aus dem Hause Europa findet eine recht lange Vorgeschichte statt, bis die eigentliche Handlung beginnt. Doch diese ist ebenso unterhaltsam und kurzweilig wie gewohnt, und endlich darf Hui Buh auch mal wieder so richtig frech spuken. Dass natürlich alles schief geht erinnert ein wenig an die Original-Serie, ist aber natürlich thematisch mehr in unsere Zeit transportiert worden. Nach der Notlandung beginnt dann der Kern dieser Folge, der nun völlig in der Gegenwart angekommen ist. Ein Freizeitpark braucht Hilfe, und was sich der freche Hui Buh alles ausdenkt, um ihn zu retten, ist sehr humorvoll umgesetzt worden. Eine Folge, die einfach nur Spaß macht.

Als Familie Haulewald, die den Freizeitpark besitzen, sind drei Gastsprecher engagiert worden, die das angestammte Ensemble erweitern. Lutz Mackensy ist als Heinrich Haulewald zu hören, der seine unverkennbare Stimme wieder treffsicher einsetzt und immer einen gewissen Humor transportiert. David Wittmann spricht seinen Sohn Felix, seine fröhliche Stimme passt gut zu dem Jungen. Als Frederike Haulewald ist Sabine Arnhold zu hören, auch sie liefert eine glaubwürdige Darstellung ihres Charakters ab. Klaus-Peter Grap, Jürgen Thormann und Maximilian Artajo sind ebenfalls zu hören

Die musikalische Umsetzung der Folge ist mit viel Orchestermusik recht klassisch. Ein wenig unheimlich, ein wenig fröhlich, aber immer die jeweilige Situation treffend beschreibend ist sie eine Wohltat für die Ohren. Die Geräusche stehen dazu in reizvollem Kontrast und klingen sehr modern, insgesamt eine gelungene akustische Begleitung.

Das Cover zeigt die turbulente anfängliche Flugzeugfahrt, und erstmals sind nicht nur Hui Buh, sondern auch Julius, Konstanzia, Thommy und Sophie zu sehen. Diese sind sichtbar mit dem Computer animiert worden und treffen wohl nicht jedermanns Geschmack. Im Inneren des Booklets sind die Hauptcharaktere der Serie noch einmal vorgestellt.

Fazit: Eine Folge der Serie, die einfach nur Spaß macht und viele humorvolle Situationen für den Hörer bereit hält.

VÖ: 26. November 2010
Label: Europa
Bestellnummer: 886976289522


Hui Buh - 10. Geheimnis um Aquabacus

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Erster Eindruck: Das Duschen muss verschoben werden...

Nach einem anstrengenden Training, um den Winterspeck los zu werden, freut sich König Julius auf eine erfrischende Dusche. Doch kein Tropfen kommt aus dem Hahn, das ganze Schloss ist trocken gelegt? Hat wirklich Hui Buh wieder einen seiner Streiche gespielt? Doch es kommt noch schlimmer: Bald fehlt im ganzen Dorf das Wasser...

Es spukt wieder in deutschen Wohn- und Kinderzimmern, denn seit 10 Folgen sind die nun deutlich moderneren Versionen von Hui Buhs Abenteuern erhältlich, die mit neuen Geschichten und neuen Charakteren frischen Wind in den Klassiker fahren lassen. Zum Mini-Jubiläum, der 10. Folge, wurde eine sehr starke Umsetzung produziert, die einfach Spaß macht. Nach dem witzig-harmlosen Anfang, bei dem der Schlossgeist herrlich spukig und frech rüberkommt, kommt die Geschichte schnell in ihre thematische Einkleidung, das Fehlen des Wassers. Gut werden die Konsequenzen dargestellt, bei dem die Dorfbewohner aus ihrer Heimat ab zuwandern drohen. Und während Tommy, König Julius und Hui Buh eine gefährliche Reise vor sich haben, wird auch immer von der Situation im Dorf rund um Konstanzia und Sophie berichtet. Hier wird zum ersten mal näher darauf eingegangen, dass es sich bei Julius und seiner Frau um ein Königspaar handelt, moderne Vorstellung und ein wenig ältere Vorstellung werden gemischt und zeigen eine neue Ansicht auf das Thema. Im Mittelpunkt steht aber natürlich die Reise in die Berge, bei dem es temporeich und später mit dem Auftauchen von Aquabacus ziemlich gruselig und gefährlich wird - hier wird am ehesten der Geist der alten Folgen aufgegriffen. Eine rundum tolle Folge, deren Ende wirklich gelungen ist.

An der Sprecherliste hat sich nichts getan - warum auch, die Rollen sind mit passenden Stimmen besetzt. Als Königin Konstanzia ist Ulrike Stürzbecher zu hören, ihre sanfte und warme Art passt gut zu der durchsetzungsfähigen Frau, ihre Parts höre ich mir sehr gern an. Ihr Gatte König Julius wird von Cristoph Maria Herbst gesprochen, sein Humor hinter der ernsten Art ist wunderbar, zumal er mit viel Engagement bei der Sache ist. In dieser Folge ist Gordon Piedesack zu hören, als Aquabacus ist er sehr gruselig und spricht mit passender dröhnender Stimme. Natürlich sind auch Andreas Fröhlich, Maximilian Artajo und Stefan Krause mit dabei.

Die musikalische Verarbeitung der Geschichten unterscheidet sich natürlich deutlich von der aus den 80er Jahren, sie wirkt modern und zeitgemäß. Auch bei den beschwingteren Arrangements wirkt sie immer ein wenig düster oder melancholisch, was der Serie eine ganz eigene und unverwechselbare Wirkung verleiht.

Der Look der Covergestaltung orientiert sich stark an der Filmversion von Hui Buh und ist somit nicht jedermanns Sache. Der animierte Geist wirkt hier jedenfalls gewitzt, die ihn verfolgenden Fische sind ein wichtiger Teil aus dem Hörspiel. Der ansprechende Hintergrund macht das Cover insgesamt recht ansehnlich.

Fazit: Viel Tempo, viel Spaß und eine gute Geschichte mit gruseligen Elementen - die zehnte Hui Buh-Folge hat mir rundum gut gefallen.

VÖ: 17. September 2010
Label: Europa
Bestellnummer: 978-3-8032-3869-6


Hui Buh - 9. Adolars Rückkehr



Erster Eindruck: Wiedersehen macht nicht immer Freude

In Schloss Burgeck treibt sich ein neues Gespenst herum, die weiße Dame. Hui Buh verliebt sich sofort unsterblich in den berühmten Geist. Doch als diese eines nachts allein durch die Gänge des Schlosses streift, schöpfen Tommy und Sophie verdacht. Was führt die weiße Dame im Schilde?

Das einzig behördlich zugelassene Gespenst von Schloss Burgeck bekommt Besuch - jedenfalls in der neunten Folge der "Hui-Buh"-Neuauflage von Europa. Die berühmte weiße Frau, in vielen Gespenstergeschichten thematisiert, bringt ordentlich Trubel in das Leben von König Julius und den anderen Schlossbewohnern. Die Figur ist schön dargestellt und kann mit ihrer rätselhaften Aura überzeugen. Die Geschichte an sich ist sehr gelungen. Adolar, Hui Buhs alter Gegenspieler, sorgt mal wieder für Ärger und hat sich dabei so einige gemeine, einfallsreiche Tricks ausgedacht. Das ist für den Hörer ziemlich unterhaltsam, wenn plötzlich ein schwäbischer Geist auftaucht, der eigentlich nicht so recht Lust zum Spuken hat. Doch auch die anderen Ideen, die die Geschichte aufpeppen, machen Spaß und bringen Kurzweil in das Hörspiel. Das große Finale mit mächtigen Zaubern ist spannend gelungen, wobei auch hier der Spaß im Vordergrund steht. Eine unheilvolle Ankündigung weist auf kommende Geschichten hin, vielleicht kommt sogar am Ende ein roter Faden in die Handlung? Nummer neun der Serie hat mir jedenfalls so richtig gut gefallen und mir eine gute Stunde Unterhaltung geboten.

Silvia von Schlotterstein, die geheimnisvolle weiße Frau, wird von Nadine Schreier gesprochen, die anfangs sehr geheimnisvoll wirkt, später aber auch andere Seiten und Gefühle zeigen kann. Helmut Krauss spricht den Adolar mit donnernder Stimme und lässt den fiesen Geist damit ziemlich unheimlich wirken. Lustig ist der Auftritt von Dominik Kuhn als schwäbischer Ritter Sebastian, hier konnte ich herzlich lachen. Weitere Sprecher sind Jürgen Thormann, Engelbert von Nordhausen und Marie-Luise Schramm.

Die Musik wurde exkusiv für diese Serie produziert und von einem großen Orchester eingespielt, und so ist die Stimmung der Hörspiele ziemlich passend und einzigartig. Doch auch der Einsatz der Geräusche ist - insbesondere beim großen Finale gelungen und rückt die verspukte Welt mehr an den Hörer heran.

Wenn man sich an den computeranimierten Look der Covergestaltung gewöhnt hat, ist das zu "Adolars Rückkehr" durchaus gelungen. Hui Buh mit dem Buch im Vordergrund, dahinter im Schatten der drohende Ritter Adolar. Dass die ganze Szenerie vom Vollmond beschienen wird, gibt noch einmal Stimmung dazu.

Fazit: Eine richtig gute Folge des vorlauten Schlossgespenstes, unterhaltsam, lustig und abwechslungsreich.

VÖ: 16. April 2010
Label: Europa
Bestellnummer: 978-3-8032-3868-9


Hui Buh - 8. Im Bann des Schwarzspukers



Erster Eindruck: Ein Gaukler mit fiesen Tricks

Sophies Tante Roswitha Rosenbach wünscht sich seit langer Zeit einen eigenen Hausgeist. Von Hui Buh, dem Schlossgespenst, erfährt sie von einem Schwarzmarkt, bei dem man die vielen Bedingungen für ein offizielles Gespenst nicht erfüllen muss. Und dort trifft sie auf Walhalldor, einen Gauklergeist, der Roswitha zu beeindrucken weiß...

In der achten Folge der Neuauflage von "Hui Buh"steht die geisterliebende Roswitha zum ersten mal so richtig im Mittelpunkt und ist nicht mehr länger eine schrullige Nebenfigur. Der Wunsch nach einem eigenen Hausgeist führt Hui Buh, König Julius und die anderen in eine sehr verzwickte Lage - doch bis dahin wollen einige Szenen vergangen sein, die sich teilweise etwas in die Länge ziehen. Roswithas und Hui Buhs Besuch in der Geisterwelt ist zwar gut umgesetzt und genügend temporeich, danach scheint die Geschichte aber etwas zu stagnieren, auch die Auflösung zieht sich etwas in die Länge und schlägt einige langatmige Winkelzüge. Schön umgesetzt ist die zwielichtige Gestalt von Walhalldor, der ein sehr sympathischer Bösewicht ist. Insgesamt ist die Nummer acht "Im Bann des Schwarzspukers" eine nette Angelegenheit, die soldide Hörspielunterhaltung bietet.

Roswitha Rosenbach wird einmal mehr von Daniela Hoffmann gesprochen, deren zauberhafte Stimme wunderbar zu der leicht übersinnlichen Frau passt. Walhalldor wird die Stimme von Oliver Kalkofe geliehen, er kann sowohl die freundliche als auch die bösartige Seite des Geistes einfangen. Sehr gefreut habe ich mich über Wolfgang Völz als Geisterpolizist Servatius Sebaldus, dessen prägnante Stimme immer ein Highlight ist. Weitere Sprecher sind Jürgen Thormann, Andreas Fröhlich und Marie-Luise Schramm.

Sehr gut gelungen ist die Musik von Christian Hagitte, die trotz Wiederholungen immer wieder frisch wirkt und die Abenteuer von Hui Buh gut untermalt. Die Geräusche ergänzen die Geschichte weiter, könnten aber gelegentlich etwas weniger dick aufgetragen werden.

Neben Hui Buh ist dieses mal auf den Cover auch Roswitha zu sehen, die begeistert Walhalldor bei ihrer ersten Begegnung zusieht. Der computergenerierte Zeichenstil ist sicherlich nicht jedermans Sache, dürfte aber bei der jüngeren Generation durchaus Zuspruch finden. Im Inneren finden sich neben anderen Merchandise-Produkten noch eine Kapitelübersicht sowie Kurzvorstellungen der Charaktere.

Fazit: An die starken ersten Folgen kann "Im Bann des Schwarzspukers" zwar nicht anknüpfen, jedoch ist sie gute Geisterunterhaltung.

VÖ: 12. Februar 2010
Label: Europa
Bestellnummer: 978-3-8032-3867-2


Hui Buh - 7. Das unheimliche Internat



Erster Eindruck: Hilfe für ein Geistermädchen

Die Vorfreude von Tommy auf die Ferien schlägt schnell in Missmm Internat ein richtiger Adeliger werden soll. Erst als er dort ein trauriges Geistermädchen entdeckt, kann er der Sache etwas Gutes abgewinnen. Derweil tobt Hui Buh auf Schloss Burgeck, weil Julius und Konstanzia ihm nicht sagen wollen, wo Tommy sich befindet...

Tommy und Hui Buh getrennt? Anscheinend ein schreckliches Vergehen, denn Hui Buhs neckische Rachepläne an Julius und Konstanzia sind unterhaltsam wie eh und je. Hauptaugenmerk liegt jedoch in der siebten Folge der Europa-Serie über den spukigen Geist auf dem Geheimnis eines alten Klosterinternats. Hier tritt Tommy, Konstanzias Sohn, eindeutig in den Vordergrund und bestreitet das Abenteuer fast alllein, Hui Buh und die anderen sind mehr oder weniger nette Begleitfiguren. Das ist nicht uninteressant, aber selbst für Kinder recht leicht zu durchschauen. Leider haben sich einige Logikfehler eingeschlichen, beispielsweise dass eigentlich überhaupt kein Besuch in dem Internat erlaubt ist, Julius und Konstanzia dennoch problemlos zu Tommy kommen können. Die Verlegung von Schloss Burgeck auf einen anderen Schauplatz tut der Folge ebenfalls nicht gut. "Das unheiliche Internat" ist keineswegs schlecht, kann aber mit den vorigen Folgen leider nicht mithalten.

Marie-Lusie Schramm, die mit ihrer sanftmütigen und weichen Stimme eine tolle Wahl für Sophie ist, überzeugt auch in dieser Folge mit unüberhörbarer Freude am Spielen. Anais Berteling spricht das kleine Geistermädchen Lala und verströmt dabei einen Mix aus Melancholie und Witz. Toll sind auch Marius Claren und Rainer Müller als Mitschüler von Tommy, die die vielen Wortspielereien gut transportieren. Weitere Sprecher sind Tobias Kluckert, Astrid Bless und Hannelore Feger.

Ein weiteres mal wurde von Simon Berteling und Christian Hagitte eine bezaubernde Atmosphäre geschaffen, die spukig und ein wenig märchenhaft klingt. Die Leistung des Berliner Filmorchesters muss einmal mehr gewürdigt werden, denn sie verhelfen zu einem dichten und angenehmen Hörspielerlebnis.

Das computergenerierte Titelbild mag Geschmackssache sein, das Geistermädchen Lala wird jedoch sehr unheimlich auf dem Cover vor Gewitter zuckendem Himmel dargestellt. Im Inneren des kleinen Booklets finden wir neben einer Trackauflistung auch eine Kurzvorstellung der wiederkehrenden Charaktere.

Fazit: Nette Hörspielunterhaltung mit wunderschöner Atmosphäre und spielerischem Wortwitz.

 


Hui Buh - 6. Botschaft des Bösen



Erster Eindruck: Blaubeermuffins und alte Feinde...

Es läuft nicht gut für das einzig behördlich zugelassene Gespenst von Schloss Burgeck: Nachdem er seine letzten Spukereien ziemlich vermasselt hat, muss er auch noch in der Geisterzeitung lesen, dass er der schlechteste Spuker des Jahres ist. Da kommt die Einladung zu einem kostenlosen Spukunterricht bei Gräfin Gayada gerade recht, und so begibt Hui Buh sich geradewegs in die Geisterwelt...

Dass sich die Neuausgabe der beliebten 80er-Jahre-Serie "Hui Buh" so einigen Schönheitsanpassungen hingeben musste, war schon im Vorfeld klar und hat sich auch in den letzten Folgen bewiesen. Mit welcher Sorgfalt das jedoch geschehen ist zeigt sich in der sechsten Folge "Botschaft des Bösen" daran, dass Hui Buhs Lieblingsspeise zwar nicht Blaubeersuppe geblieben ist, er jedoch immerhin noch Blaubeermuffins am liebsten verspeist. Doch auch der Rest der Folge strotzt vor guten Einfällen, einer sinnigen Storyführung und - wie sollte es anders sein - jeder Menge Spaß, für die besonders die Spukereien des beliebten Gespenstes zuständig sind. Richtig gruselig wird es gegen Ende der Folge, die in einem spannenden Finale gipfelt: Ein alter Feind taucht auf und sorgt für einiges an Ungemach. Spannung, Witz und trotz der "Modernisierungsmaßnahmen" ein Hauch Nostalgie, all das macht auch die sechste Folge dieser Serie zu einem wirklich gelungenen Hörspiel, dass groß und klein gleichermaßen zu begeistern versteht. Jeder Skeptiker sollte der Serie vielleicht doch noch einmal eine Chance geben.

Die absolut bezaubernde Ulrike Stürzbecher ist als Königin Konstanzia die wohl beste Wahl, denn auch hier schafft sie ein sehr lebendiges Bild der resoluten Adeligen zu schaffen. Auch Daniela Hoffmann überzeugt als übersinnliche Roswitha Rosenbach einmal mehr und bringt einen zusätzlichen Spaßaspekt ein. Als Gast passt Franziska Pigulla als rätselhafte Geistergräfin Gayada wunderbar zu der übrigen Besetzung. Weitere Sprecher sind unter anderem Ernst Meincke, Kaspar Eichel und Christoph Maria Herbst.

Momentan machen sich Simon Berteling und Christian Hagitte einen großen Namen in Sachen grandioser musikalischer Umsetzung - so auch hier! Ihre klassischen Arrangements, wie immer mit großem Orchester eingespielt - wirken trotzdem modern und schaffen eine wunderbare Atmosphäre. Besonders die spukigen Szenen sind mit Geräuschen gut ausgestattet.

Nicht dass das Cover misslungen wäre, im Gegenteil: Es ist durchaus hübsch anzusehen und gibt den Geist der Serie gut wieder. Allerdings ist es mir etwas zu beliebig und bezieht sich zu wenig auf die Handlung. Schön ist, dass im Booklet neben einer Trackauflistung ein kurzer Text über die Hauptcharaktere abgedruckt ist.

Fazit: Wieder eine rundum gelungene und spannende Folge der neuen Hui Buh-Reihe, die mich über 70 Minuten bestens unterhalten hat


Hui Buh - 5. Die magischen Spukschuhe



Erster Eindruck: Ein Ball mit Folgen...

Große Aufregung auf Schloss Burgeck: Ein großer Ball steht ins Haus, und noch viele Vorbereitungen müssen getroffen werden. Auch Julius' Freund Charles, der sich für die Organisation verantwortlich zeigt, bringt jede Menge Hektik ins Geschehen. Zu allem Überfluss hat Hui Buh den königlichen Terminkalender verhext, sodass König Julius der 111. plötzlich unter enormen Zeitdruck steht. Dabei muss er noch tanzen lernen... Hui Buh hat eine Idee, doch das macht alles nur noch schlimmer!

Befürchtete ich nach den ersten drei "Hui Buh"-Folgen der Neuauflage immer gleich bleibende Storys, schöpfte ich bei Folge 4 wieder Hoffnung. Nummer fünf "Die magischen Spukschuhe" enttäuscht diese nicht - trotz gewöhnungsbedürftigem Titel. Hui Buh verursacht wieder einiges an Chaos, bekommt aber schnell ein schlechtes Gewissen und will mit den magischen Schuhen alles wieder gut machen. Klar, dass dem tollpatschigen Geist auch da nicht alles glückt. Im Gegenteil, die Konsequenzen bilden die Grundlage für ein wahrhaft spukiges Abenteuer, dass mit liebevoll verschrobenen Charakteren und einem tollen Spannungsbogen den Hörer auf seine Seite zu ziehen weiß. Gepaart mit viel Witz und - natürlich - einem guten Ende für alle Beteiligten hat mich diese Folge restlos überzeugt.

Christoph Maria Herbst ist nicht nur wieder als König Julius der 111. zu hören, sondern hat auch eine urkomische Rolle als exzentrischer Tanzlehrer Valentin Koller. Zu Gast ist Rick Kavanian als Charles, der mit seinem französischen Akzent und den kleinen Kabbeleien mit Hui Buh einen gelungenen Einstand in die Hörspielwelt gibt - hoffentlich war es nicht sein letzter, denn die Figur des Charles passt wunderbar in das Konzept der Serie. Wieder einmal viel zu selten ist der geniale Jürgen Thormann als Kastellan zu hören. Er ist viel zu komisch, um sich am Rande des Geschehen verstecken zu müssen. In weiteren Rollen sind Lutz Mackensy, Hans-Peter Hallwachs und natürlich Stefan Krause - der sich als Hui Buh weiter steigern konnte - zu hören.

Simon Berteling und Christian Hagitte verstehen es wieder meisterlich, mit Musik umzugehen und verschiedenste Stimmungen zu schaffen. Zwar hätte ich etwas Experimentierfreude oder eine stärkere Orientierung am Original begrüßt, doch um eine neue Generation Hörspielhörer gewinnen zu können, müssen eben manchmal Kompromisse eingegangen werden. Insgesamt sind die Geräusche und die Musik durchaus gelungen.

Auch das computeranimierte Cover ist meilenweit von den schön spukigen Covern der Klassiker-Serie entfernt und zeigt uns einen freundlichen, aalglatten Geist. Zwar ist die Ballszene im Hintergrund durchaus gelungen, etwas mehr Grusel wäre aber wünschenswert gewesen.

Fazit: Genau das ist der richtige Weg für die neue Hui Buh-Serie, wobei die Anleihen an das Original teilweise etwas stärker sein dürften. Folge 5 jedenfalls hat mich restlos überzeugt.


Hui Buh 4. Der Schatten des Gespensterjägers



Erster Eindruck: Hoher Besuch und zwielichtige Gestalten…

König Julius der 111. bekommt hohen Besuch von Sir Percy Archibald Funningham und möchte Schloss Burgeck von seiner schönsten Seite präsentieren. Da heißt es für Hui Buh, das spuken sein zu lassen. Und trotzdem treibt jemand Schabernack mit dem Gast. Als dann auch noch ein Geisterjäger auftaucht, werden Hui Buh und Tommy aufmerksam und belauschen den Fremden. Was führt er im Schilde?

Auch die vierte Folge der neuen Hui Buh-Serie verspricht jede Menge spukige Streiche des frechen Burggeistes. Was sich an dieser Folge im Vergleich zu ihren Vorgängern deutlich verbessert hat ist die Story, die sich stark von den anderen unterscheidet und einen guten Spannungsbogen aufbaut. Hui Buh ist nicht der einzige Geist, den wir zu Ohr bekommen, der äußerst niedliche Husch ums Eck macht dem einzigen behördlich zugelassenen Gespenst von Schloss Burgeck in Sachen Spuk zwar keine wirkliche Konkurrenz, dafür dem Zuhörer jede Menge Spaß. Auch die Umsetzung an sich gefällt mir wesentlich besser, da sie mir nicht mehr gezwungen modern vorkommt. Die erste Folge der Serie also, die mich wirklich überzeugt hat, auch wenn ich den tollen Produzenten und Sprechern durchaus auch die völlige Neuentwicklung einer Serie gewünscht hätte.

Stefan Krause scheint sich immer mehr in die Rolle des spukigen Gespenstes einzufühlen. Mittlerweile finde ich die Umsetzung wirklich sehr gelungen, auch wenn teilweise noch Tendenzen zur gekünstelten Stimme vorhanden sind. Keifen kann er aber wie ein Weltmeister. Husch ums Eck wird von Klaus-Peter Grap gesprochen, der seine Sache sehr gut macht und den verschüchterten Geist viel Charme verleiht. Richtig toll ist auch Christoph Maria Herbst als König Julius, der mit seinen Versprechern für viel Spaß sorgt. Weitere Rollen übernehmen Jürgen Kluckert, Ulrike Stürzbecher und natürlich der phantastische Andreas Fröhlich als Erzähler.

Die akustische Gestaltung ist dem neuen, moderneren Ton der Serie angepasst und liefert so eine angemessene Untermalung. Die Titelmelodie ist zwar arg klischeehaft, weil sie fast schon Pflicht für moderne Kinder-Mystery-Unterhaltung zu sein scheint, dafür schafft der Rest schöne Stimmungen. Auch die Geräusche sind gut eingefügt und unterstützen die Glaubwürdigkeit der Handlung.

Auch auf dem Cover wurde das schaurige Skelett-Gespenst durch einen niedlichen und symphatischen Mann ersetzt, der kaum noch an einen Geist erinnert. Vielleicht hätte man sich auch hier deutlich vom Film abgrenzen können, um etwas Eigenes zu schaffen. Etwas Besonderes kann man beim Einlegen der CD in den heimischen Computer entdecken: Als Extra sind viele Gruselgeschichten, von Fans der Serie geschrieben, zum Lesen zu finden, die auch kurz in dem schön gestalteten Booklet zu finden sind.

Fazit: Die Serie steigert sich mit Der Schatten des Gespensterjägers deutlich und hat eine richtig gute Geschichte. Mal sehen, was die Zukunft der Serie bringen wird


Hui Buh - 3. Das mysteriöse Geisterbuch

Erster Eindruck: Story mit Wiedererkennungswert

Hui Buh und Tommy spielen im Schloss, und das tollpatschige Gespenst bastelt aus einer Ritterrüstung eine Spulktur. Doch es kommt wie es kommen muss, das Gebilde fällt krachend in sich zusammen. Von König Julius werden beide dazu verdonnert, das Chaos wieder zu beseitigen. Beim Aufräumen stoßen die beiden auf eine geheimnisvolle Kammer, in der ein mysteriöses, leuchtendes Buch versteckt ist. Selbstverständlich schlagen die beiden alle Bedenken in den Wind und öffnen Buch. Das Unheil nimmt seinen Lauf, aus dem Buch entkommt ein seltsamer Schatten, der nun sein Unwesen auf Schloss Burgeck treibt. Mit ihrer Freundin Sophie aus dem Dorf, begeben sich alle in ein Abenteuer, das diesmal nicht nur die Bewohner des Schlosses bedroht. Wird es gelingen, der Schattengestalt auf die Schliche zu kommen?

Zügig gehts voran mit den neuen Streichen, die Hui Buh das Schlossgespenst so treibt. Die Geschichte um das Geisterbuch ist die dritte Folge seit der Rückkehr Hui Buhs in die Hörspielwelt. Wenn man den Inhalt der Folge so durchlist drängt sich einem der Verdacht auf, dass den Machern schon jetzt die Ideen ausgehen, wie schon in Folge 1 wird unfreiwillig ein Spukwesen befreit, dass nun sein Unwesen treibt. Erst war es ein Gehimgang, nun ein Buch, ich bin gespannt was als nächstes kommt... Dennoch ist der Spannungsbogen gut aufgebaut und kommt nicht in die Länge gezgen beim Hörer an.

Zum dritten mal erleben wir Stefan Krause als neuen Hui Buh, ich mag ihn mittlerweile in der Rolle. Alles eine Sache der Gewöhnung. Als Schlossherrin Königin Konstanzia ist Ulrike Stürzbecher dabei, sie passt wunderbar in die Rolle, eine sehr warme angenehme Stimme. Daniela Hoffmann spielt Sophies Tante Roswitha Rosenbach und als Putzteufel ist Simon Jäger dabei. Schade finde ich, dass der Kastellan nur so spärlich vorkommt.

Musik und Geräusche betten sich, wie auch schon in den vorangegangen Folgen wieder passend in die Handlung ein.

Das Cover zeigt uns Hui Buh in der Kammer vor dem leuchtenden Buch, welches er grade entdeckt hat. Ich finde die neue Aufmachung recht gelungen, hier kann man nichts dran aussetzten.

Fazit: Wenn man auch einige Parrallen zur ersten Folge erkennen kann, macht Hui Buh auch weiter Spaß. Bleibt zu hoffen, dass jetzt nicht in jeder Folge ein Geist befreit wird, den es wieder einzufangen gilt.


Hui Buh - 2. Entführung in die Geisterwelt

Erster Eindruck: Überzeugend

Hui Buh und Tommy bekommen auf Schloss Burgeck Besuch. Sophie, die mit ihrer Tante unten im Dorf lebt, verbringt einige Nächte mit ihren beiden neuen Freunden. Aber schhon nach der ersten Nacht im Mansardenzimmer ist für alle Bewohner klar: Ein neues Bett muss her, eins das nicht so laut quietscht, dass es durchs ganze Schloss dröhnt. Auf dem Weg ins Dorf, wo ein neues Bett bestellt werden soll, treffen sie einen fahrenden Händler, der das Objekt der Begierde dabei hat. Flux wird das Bett gekauft, aber schon am nächsten Morgen soll sich zeigen, dass mit dem Bett nicht alles stimmt. Sophie ist verschwunden. Nach einigen Nachforschungen steht fest, dass sie in die Geisterwelt entführt worden ist. Sofort macht sich Hui Buh auf, um die neue Freundin zu retten. Aber kann das gelingen? Und auf wen wird der Geist bei seiner Suche stoßen?

Schon in der zweiten Folge wird klar, dass die neuen Hui Buh Abentuer mehr mit dem Kinofim zu tun haben als man dachte. In der Geisterwelt trifft das moderne Gespenst auf einen alten Bekannten. Mit Sophie wird noch ein weiterer Charakter in die Serie eingebracht, von nun wird Hui Buh nicht mehr allein mit Thommy seine Abenteuer bestehen müssen. Ein kluger Schachzug von den Machern der neuen Serie, denn so werden nun auch Mädchen angesprochen. Mir hat die Geschichte der zweite Folge ca. 70 Minuten lange gute Unterhaltung geboten, wenn ich auch sagen muss, dass die neuen Folgen niemals an die Ur-Serie herankommen werden.

Als Hui Buh hat sich Stefan Krause schon in der zweiten Folge ordentlich warm gespukt, er ist als frecher Geist nicht zu verachten und ist sicherlich für die neue Generation ein klasse Gespenst. In der Rolle des Kastellans ist Jürgen Thorman zu erleben, für mich die beste Wahl wenn man jetzt den Vergleich mit Andreas von der Meden zieht. Allerdings muss ich auch sagen, dass er mehr durch Abwesenheit glänzt als durch sein Auftreten. Bleibt zu hoffen, dass ihm wieder eine größere Rollen in den nächsten Folgen zugedacht wird. Marie-Luise Schramm bildet nun den dritten Teil des Trios um Hui Buh: Sophie. Die Rolle habe ich als neutral empfunden, sie stört nicht, ist aber nun auch nicht unbedingt nötig. In einigen anderen Rollen sind Tilo Schmitz, Christian Stark, Volker Brand und Horst Lampe zu hören.

Die Geräusche in der neuen Welt von Hui Buh sind eindrucksvoll ein- und umgesetzt. Die Musik passt dadurch so trefflich in die Folgen, da sie extra hierfür komponiert worden ist. Finde ich eine klasse Idee, so ist nicht immer alles ein Brei.

Das Cover ist wie auch der Rest der Serie sehr zeitgemäß umgesetzt worden, stylisch aber dennoch nett zum Anschauen kommt die neue Aufmachung daher. Auch im aufklappbaren Inlay hat man sich was einfallen lassen, dort befinden sich für alle die, die die Bewohner von Burgeck noch nicht kennen, kleine Charakterbeschreibungen.

Fazit: Mir gefällt die neue Interpretation des Hui Buh Stoffes, ich denke man muss auch mal offen sein für neues. Allerdings würde ich mir an der einen oder anderen Stelle mehr alten Charme wünschen als nur Hans Paetsch am Anfang.


Hui Buh - 1. Der verfluchte Geheimgang

Erster Eindruck: Hui Buh der Neuzeit

Als der alte Kastellan von Schloss Burgeck auf Hui Buh und Tommy aufpasst, erzählt er die Geschichte eines vergessen Geheimgangs. Die beiden sind sofort hellauf begeistert und machen sich auf die Suche nach diesem Gang. Wie sollte es anders kommen: Die beiden entdecken den Geheimgang und befreien ein schwarzes Gespenst. Nun ist guter Rat teuer. Wie sollen die beiden dem Störenfried, der nun im Dorf sein Unwesen treibt, Einhalt gebieten?

Nach Jahren in seiner vermoderten Holztruhe ist Hui Buh wieder auferstanden, um die Bewohner von Schloss Burgeck aufs Neue mit seinen meist tollpatschigen Spukereien von einem Abenteuer ins nächste zu jagen. Im Laufe der Jahre hat sich der allseits bekannte Geist stark verändert, er hat sich an die Zeit angepasst. Alles ist moderner geworden, der Geist, die Bewohner und die Sprache. Früher hat Hui Buh sehr mittelalterlich gesprochen, nun hat er sich einen neumodischen Slang angelegt. Das passt besser in die heutige Zeit. Die Story der ersten neuen Folge ist gut geworden, die Umsetzung ist durchweg gelungen. Einziger Kritikpunkt ist vielleicht die Länge, für ein Kinderhörspiel finde ich 75 Minuten doch etwas lang.

Als neuen Hui Buh hören wir Stefan Krause. Mit Hans Clarin, dem Ur Hui Buh, ist er sicherlich nicht zu vergleichen, aber ich denke, das hat man bei der Produkton auch nicht beabsichtigt. Nach wie vor ist das Gespenst auch immer noch vorlaut, aber nun eben auf komischere Art. König Julius der 111. wird in den neuen Folgen von Christoph Maria Herbst verkörpert, schon im Film hat er den Herrscher von Burgeck gemimt. Daher lag es nahe, ihn in der Rolle zu besetzen. Als Erzähler ist die Wahl auf Andreas Fröhlich gefallen, eine Stimme die durchaus zu einem Kinderhörspiel passt.

Die Geräusche, die Stil hier zum Einsatz gebracht hat, sind imposant eingesetzt und lassen keine Wünsche offen. Die Musik, die man im Hintergrund hört, ist extra für diese Serie komponiert und vom Berliner Filmorchester für die neuen Hui Buh Abenteuer unter der Leitung von Christian Hagitte eingespielt worden. Als ich die Titelmelodie zum ersten mal gehört habe musste ich an die Vorspannmusik der Filme eines nicht weniger bekannten Zauberers denken :-)

Das Cover macht auch bildlich deutlich wie sich Hui Buh in den Jahren seiner Abwesenheit verändert hat. War er in den 80er Jahren noch ein Skelett, ist er nun ein weißer, durchsichtiger Geist. Was mich angeht, kann ich damit gut leben, manche Sachen ändern sich eben.

Fazit: Mit den richtigen Änderungen an der einen oder anderen Stelle macht man aus etwas Alten einfach etwas Neues. Zwar ist Hui Buh keine neue Erfindung, dennoch ist es Stil gelungen, das Gespenst so zu verpacken, dass es neu klingt.