Macabros – 9. Der Blutregen



Erster Eindruck: Seance mit Folgen

Das „Cork's House“ in der Nähe von London hat eine schreckliche Geschichte hinter sich, ein grausamer Todesfall hat dort vor langer Zeit stattgefunden. Der Wissenschaftler Professor Baring will sich den dort auftauchenden übernatürlichen Phänomenen annehmen und hält mit einem Medium eine Seance in dem Haus ab – mit ungeahnten Folgen, die Björn Hellmark auf den Plan rufen...

Nachdem sich die Vorgängerfolge stark dem Fortlauf der Rahmenhandlung gewidmet hat, steht die neunte Folge der „Macabros Classics“ aus dem Hause WinterZeit wieder eher für sich, allerdings nicht ohne dem Kampf gegen die schwarzen Priester einige neue Facetten hinzuzufügen. Aber zunächst wird in einer sehr gelungenen Introszene die düstere und unheimliche Szenerie der Folge aufgebaut, um kurz darauf zu weiteren Charakteren umzuschwenken, die der geneigte Hörer bisher noch nicht kennt. Das ist flüssig und flott erzählt, dennoch kann man der Handlung auch als Neueinsteiger gut folgen. Dank der zügigen, aber nicht überhasteten Entwicklung der Story stößt dann bald auch Björn Hellmark hinzu, ermittelt, kämpft, rettet Leben. Die Idee, dass er seinen Zweitkörper Macabros an einer beliebigen Stelle entstehen lassen kann, ist dabei mehrfach und teilweise mit kleinen Überraschungen verbunden eingebunden, was die Eigenständigkeit der Serie weiter betont. Mir gefällt, wie sich alles immer mehr zuspitzt und mit viel Energie umgesetzt wurde, wobei auch das Finale sehr stimmig umgesetzt wurde. Lediglich das „Nachspiel“ ist leider etwas zu lang geraten und nimmt den Schwung aus der Folge, die sich dennoch als sehr hörenswert herausgestellt hat.

Roland Hemmo ist in dieser Folge als Professor Baring zu hören, seine Stimme nimmt dabei einen Klang an, der sehr markant ist und besonders in den spannenden Szenen sehr treffend ist. Vera Teitz hat mir als Medium Camilla Davies ebenfalls sehr gut gelungen, von mysteriösem Raunen über unverkennbare Panik in der Stimme kann sie eine breite Vielfalt bieten und so jede Szene gut ausarbeiten. Nils Nelleßen ist als Ernie Garet ebenfalls gut besetzt und punktet mit einer eingängigen und lebendigen Sprechweise. Weiterhin zu hören sind unter anderem Antje von der Ahe, Boris Tessmann und Dascha Lehmann.

Die Musik fügt sich in dieses Konzept stimmig ein und betont die besonders spannenden Stellen mit etwas härterer Musik, doch auch die anderen Szenen haben einen passenden Klang verpasst bekommen. Gleiches gilt auch für die Geräusche, die sehr passgenau auf die Dialoge zugeschnitten sind. So wirkt alles lebendig und wie aus einem Guss, wie man es von der Serie gewohnt sein kann.

Natürlich wurde auch hier das Titelbild des Heftromans übernommen und an das Format der CD angepasst, wobei der neongrüne Schriftzug nicht fehlen darf. Die unheimlichen Fischwesen, die die Handlung im zweiten Teil bestimmen, sind darauf dargestellt, was nostalgisch und detailreich geschehen ist. Im Inneren sind wieder die Infos zu Brigitte Carlsen und Dennis Schmidt-Foß zu finden.

Fazit: Die Handlung ist sehr flüssig, wobei gerade der Anfang den Einstieg sehr lebendig gestaltet und mit einigen Szenenwechseln dynamisch wirkt. Die Spannung baut sich aber auch danach immer weiter auf und endet in einem sehr gut erzählten Finale, auch wenn sich das Ende ein bisschen zu sehr streckt.

VÖ: 4. Mai 2018
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-960660-69-9