Raumschiff Promet: Sprung ins Ungewisse – 3. Der verlorene Sohn



Erster Eindruck: Der größte Schritt der Menschheit

Die Besatzung des Raumschiffes Prometh hat den Kontakt zur Erde vollständig abgebrochen, zu groß das Risiko, von der Space Police behindert zu werden. Auf sich allein gestellt macht sich allerdings Misstrauen an Bord breit, denn die Besatzungsmitglieder kennen das Geheimnis von Arn Borul nicht – noch nicht! Als dann die Tests der neuen Technologien wirkungsvoller sind als gedacht, müssen einige schwere Entscheidungen getroffen werden...

Nachdem in den ersten beiden Folgen die Rahmenbedingungen für die Science Fiction-Reihe „Raumschiff Promet“ abgesteckt und das Team um Peet Orell auf die Reise geschickt wurde, geht es im Zweiteiler „Sprung ins Ungewisse“ nun so richtig los, jetzt kommt typisches Weltraumflair auf, jetzt steht eine Reise durch das Sonnensystem im Vordergrund. Dabei gefällt mit der Ansatz sehr gut, die Handlung eher nüchtern und wissenschaftlich zu halten, statt ultraschneller Raumflitzer ist die Menschheit hier noch nicht über die Grenzen des Sonnensystems vorgedrungen und mit der Erforschung der anderen Planeten noch nicht wirklich weit. Leider wirkt die Handlung gerade dadurch manchmal etwas trocken und bleibt zu still, gerade der Einstieg in die Folge ist streckenweise etwas langwierig geraten. Und auch die Zurückhaltung der Bordmitglieder auf die Offenbarung des Außerirdischen Arn Borul ist etwas blass in Szene gesetzt, allesamt wissenschaftlich angehaucht hätten sich doch eigentlich mehr für das fremdartige Volk interessieren müssen. Seis drum, „Der verlorene Sohn“ ist konsequent erzählt und gelungene Weltraumunterhaltung, die eine stimmige Atmosphäre und starke Charaktere mit einer technisch anmutenden Handlung vereint.

Constantin von Jascheroff gehört als Jörn Callaghan zur Stammbesetzung der Prometheus und kann mit seiner prägnanten Stimme und der spontan wirkenden Betonung einen gelungenen Charakter schaffen. Tom Jacobs hinterlässt als Arn Borul auch hier wieder eine stimmige Umsetzung seiner Rolle, er wirkt sympathisch und fügt der Crew einige gelungene Facetten hinzu. Erzähler Florian Seigerschmidt hat hier deutlich weniger Text als in den beiden Vorgängerfolgen, doch auch diese gestaltet er lebendig und dynamisch. Weitere Sprecher sind Peter Groeger, Sven Hasper und Patrick Keller.

Die Geschichte präsentiert sich meist recht unaufgeregt, und daran passt sich auch die akustische Umsetzung an. Die Musik ist zurückhaltend, kann aber die Stimmung gekonnt unterstützen, während die Geräusche die Dialoge lebendiger wirken lassen. Stellenweise hätte ich mir diese aber etwas prägnanter gewünscht, sie kommen nicht immer richtig gut zur Geltung.

Eine riesige, kreisförmige Raumstation ist auf dem Cober abgebildet, als Hintergrund ist ein unendlicher Sternenhimmel nebst einem riesig wirkenden Planeten zu sehen. Die gräuliche Farbgebung ist ansehnlich und wird durch das bunte Logo und die rote Seitenlasche aufgelockert. Im beiliegenden Booklet gibt es neben einigen Produkthinweisen noch Fotos und Informationen einiger Sprecher.

Fazit: Die Serie zeigt hier, in welche Richtung sie sich entwickeln wird und lässt die Crew zu einem Team zusammenwachsen, was unterhaltsam und konsequent erzählt wird. Die eher ruhige Umsetzung passt zu der wissenschaftlichen Atmosphäre, die Charaktere kommen gut zur Geltung, die Spannung steigt gerade im letzten Drittel noch einmal an.

VÖ: 20.März 2015
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-9437-3282-5