Sherlock Holmes & Co – 37. Der Jungbrunnen -2-



Erster Eindruck: Nahezu beiläufige Ermittlungen

Langsam, aber sicher kommt Sherlock Holmes dem Geheimnis seiner gedächtnislosen Mandantin auf die Spur. Eng verbunden damit scheinen auch die grausamen Mordfälle zu sein, die Suffolk in Angst versetzen. Ein Hinweis führt den Meisterdetektiv zu den „Kindern der Sonne“, eine sektenähnlichen Gemeinschaft, die einem ehemaligen Wissenschaftler als ihrem Guru folgen...

Es hat ein paar Folgen gedauert, bis in „Sherlock Holmes & Co“ der namengebende Detektiv wieder mal einen Fall löst, dieser hat dann aber auch gleich doppelte Länge und wurde von Romantruhe Audio in zwei Teilen veröffentlicht. Zwar kommt man in dieser zweiten Episode schnell wieder in die Handlung herein, da die wichtigsten Stichwörter schon innerhalb der ersten paar Minuten fallen, dennoch sollte man die bisherigen Ereignisse schon halbwegs parat haben, um der Handlung folgen zu können. Diese steigt dann auch schnell mit den Recherchen ein, die Holmes eher beiläufig betreibt und – wie so oft auch bei Sir Arthur Conan Doyle – in ein locker wirkendes Gespräch einbaut. Der Hörer ahnt natürlich schon, dass hier wesentliche Hinweise gegeben werden und kann selbst einige Schlüsse ziehen und die Aussagen bewerten, doch hinter das ganze Geheimnis kommt man erst mit der Zeit. Bis dahin wird viel rätselhafte Spannung geboten, die in einer ebenso trickreichen wie unterhaltsamen Auflösung endet. Schön, wie hier alle Fäden zusammenlaufen und noch große Überraschungen geboten werden. Das mag zwar etwas konstruiert wirken, ist in sich aber stimmig erzählt und schließt den Zweiteiler gekonnt ab – zumal die Charaktere wieder sehr charmant agieren und ihren typischen Unterhaltungswert ausspielen können.

Wolfgang Condrus ist in der Rolle des Dr. Harold Bancroft zu hören und gestaltet seine Passagen ebenso launig wie flüssig, wobei er verschiedene Facetten zur genau richtigen Zeit anbringt. Sein Gespür für das richtige Timing ist hier treffend gelungen. Kerstin Draeger überzeugt auch hier wieder als Frau ohne Gedächtnis, die besonders in den letzten Szenen überzeugt, als ihre Identität geklärt ist – sie bringt die Dramatik dieser Szenen dabei sehr gut herüber. Florian Halm hat mir als Dr. Watson auch wieder gut gefallen, er entwickelt einen ganz eigenen Charme für die bekannte Figur. Weitere Sprecher sind Ronald Nitschke, Melek Erenay und Holger Löwenberg.

Die Handlung ist auf wenige unterschiedliche Szenerien begrenzt, die im Hintergrund unauffällig, aber treffend umgesetzt wurden. Die Geräusche drängen sich nie in den Vordergrund, sondern überlassen die Bühne den Sprechern. Auch die Musik hält sich eher zurück, ist aber stimmig eingebaut und kann die Stimmung der Handlung gut aufgreifen.

Der Griff eines Schwertes ziert das Cover zu dieser Folge und macht einen altertümlichen Eindruck. Auch wenn dies auf den ersten Blick kaum mit dem Folgentitel „Der Jungbrunnen“ in Einklang gebracht werden kann, macht es spätestens nach dem Hören viel Sinn und ist passend dargestellt. Im Inneren ist im gewohnten Look alles übersichtlich aufbereitet.

Fazit: Das Tempo ist hier nochmal deutlich höher als in der ersten Folge, das Bild über die verschiedenen Elemente setzt sich hier gut zusammen. Mir gefällt die gelungene Ermittlungsweise von Holmes, gepaart mit dem interessanten Konstrukt und den stark dargestellten Charakteren. Vorkenntnisse aus dem ersten Teil sollte man aber schon mitbringen, um der Handlung gut folgen zu können.

VÖ: 27. April 2018
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-356-7