John Sinclair – 119. Drei Herzen aus Eis



Erster Eindruck: Auf der Suche nach Macht...

Auch wenn es nicht zwingend einen übernatürlichen Hintergrund haben muss, wird John Sinclair auf eine Mordserie an drei jungen Frauen angesetzt. Allen wurde das Herz entfernt, sodass durchaus ein düsteres Ritual dahinterstecken könnte. Doch seine Recherchen werden behindert, da in London plötzlich riesige, menschengroße Ratten auftauchen, die die Bevölkerung in Schrecken versetzen...

Gerade erst wurde bei „John Sinclair“ ein langer Abschnitt über den Planeten der Magier und die Befreiung Jane Collins' vom Geist des Rippers abgeschlossen, schon folgt der nächste Vierteiler. Den Anfang macht dabei „Drei Herzen aus Eis“, die gleich mit einer blutigen Szene beginnt und den Hörer mit unheimlicher Stimmung auf das Kommende vorbereitet. Die Entwicklung der Handlung ist zunächst noch etwas verhalten, nimmt aber schnell Fahrt auf und verknüpft auf die typische Weise mehrere Handlungsstränge miteinander. Der erste ist ziemlich actiongeladenen und zeigt den Kampf von Sinclair gegen die Rattenwesen, während der zweite ziemlich atmosphärisch geraten ist und Janes Suche nach einem machtvollen Gegenstand. Dabei werden so einige Themen aus dem bisherigen Serienverlauf aufgriffen, hinzu kommt noch ein Schuss Mythologie und die rätselhafte Wandlung, die sie durchgemacht hat. Nie ist ganz klar, auf welcher Seite sie nun steht, was ihre Pläne sind. Beides zusammen ist sehr reizvoll, zumal sich beide Handlungsstränge unabhängig voneinander steigern und in zwei ziemlich treffsicheren Cliffhangern endet. Und schon ist mal mitten drin in einer Geschichte, deren Komplexität man hier schon etwas erahnen kann, aber auch die persönlichen Entwicklungen werden schon angedeutet. Die mutierten Tiere mögen zwar ein wenig unfreiwillig komisch wirken und der Anfang etwas holprig sein, doch insgesamt ist eine starke Folge der Serie geworden.

Stefan Krause ist in dieser Folge als Pierre Trudot zu hören und verleiht seiner Stimme wieder eine neue Facette, passt damit wunderbar in die unheilvolle Szenerie und drückt dieser ihren eigenen Stempel auf. Erzählerin Alexandra Lange gefällt mir mit ihrer ruhigen, aber intensiven Art sehr gut, sie gestaltet ihre Passagen so sehr treffsicher. Auch Bernd Rumpf hat mal wieder einen sehr interessanten und markanten Auftritt, den er mit viel Inbrunst in der Stimme vorträgt. Weitere Sprecher sind Franziska Pigulla, Konstantin Graudus und Tim Knauer.

Dennis Ehrhardt und sein Team haben auch für diese Folge eine sehr lebendige Atmosphäre gestaltet. Dafür sorgt viel Musik, mal laut im Vordergrund, mal als sanfte Untermalung für die Dialoge, was immer sehr stimmig wirkt. Ergänzt wird dies durch ebenso vielfältige wie treffende Geräusche, die besonders die Actionszenen lebendig und eingängig gestalten.

Natürlich ist das Motiv des Heftromans auch hier für das Cover verwendet worden, ein düsteres, gehörntes Gesicht mit viel Schattenwurf ist darauf über den drei titelgebenden Herzen aus Eis zu sehen, was wieder einen nostalgischen Charme verbreitet. Ergänzt durch den grellgelben Schriftzug ist wieder ein stimmiges Titelbild entstanden. Im Inneren gibt es neben einer Folgenübersicht und den Infos zu den Mitwirkenden keine weiteren Extras.

Fazit: Die ersten Szenen mögen noch nicht so prägnant sein wie der Rest, doch dann nimmt die Handlung aber Fahrt auf und führt zu einer zweigeteilten und dynamisch erzählten Handlung. Beide Stränge sind mit spannenden Szenen gespickt und enden in packenden Cliffhangern, wobei die Atmosphäre sehr dicht ist. Ein guter Start in die kommende Handlung!

VÖ: 26. Januar 2018
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5430-6