Karl May – 7. Winnetou III



Erster Eindruck: Neue und alte Bekannte...

Old Shatterhand trifft auf seiner Reise durch Amerika einen ziemlich unfreundlichen Fremden, der sich nach anfänglichen Streitigkeiten als Mark vorstellt und doch noch Freundschaft mit dem Freund der Indianer schließt. Doch kurz darauf finden die beiden eine Leiche, die eindeutig die Spuren eines Kampfes gegen die Ureinwohner zeigt. Gemeinsam gehen sie der Sache nach und stoßen auf einen düsteren Plan...

Kaum eine andere Geschichte wird so sehr mit dem Autor Karl May verbunden wie diejenigen um dem Apachenhäuptling Winnetou und seinen Blutbruder Old Shatterhand. Die lange Zeit nicht mehr erhältliche „Grüne Serie“ mit vielen Umsetzungen des Autors, die momentan auf CD wiederveröffentlicht wird, widmet sich ausführlich den Figuren und bringt in der siebten Folge der Serie den dritten Teil um Winnetou. Es dauert allerdings etwas, bis dieser persönlich auftaucht, zunächst dreht sich die Handlung um Old Shatterhand. In gewohnt abenteuerlicher Weise lernt dieser einen neuen Weggefährten mit, zieht weiter durch die weiten der amerikanischen Landschaft und muss sich allerlei gefährlicher Situationen stellen. Zentrales Element ist dabei der Kampf der indianischen Ureinwohner gegen die Landbesetzer, wobei dem bekannten Duo viel Fingerspitzengefühl und Durchsetzungskraft abverlangt wird, um die schlimmsten Auswirkungen zu verhindern. Das bringt Schwung mit in die Handlung, die insgesamt etwas statisch wirkt. Der Verlauf ist kurzweilig, aber eben nicht sonderlich abwechslungsreich, was zu einer sehr soliden Folge der Serie gehört, die ihren Reiz aus dem gelungenen Gespann aus Winnetou und Old Shatterhand zieht.

Eberhard Krug ist wie schon in den vorigen Folgen in der Rolle des Old Shatterhand zu hören, den er wieder gekonnt mit seiner markanten Stimme umsetzt. Durch seine eingängige Sprechweise bekommt der Landvermesser einen intensiven Ausdruck. Klaus Jepsen ist in der Rolle des Fred Morgan zu hören, auch er ist mit Inbrunst bei der Sache und hat ein gutes Gespür für das richtige Maß an Theatralik. Heinz Rabe ist als Williams zu hören, sein unverkennbarer Klang sorgt für die nötige Aufmerksamkeit für die Figur und ihre Szenen. Weitere Sprecher sind Herbert Wolk, Heinz-Ingo Hilgers und Max Grothusen.

Das Hörspiel aus dem Jahr 1972 ist mit zahlreichen Geräuschen ausgestattet, die die unterschiedlichen Szenerien passend untermalen. Die klassisch erzeugten Klänge sind aber eher nacheinander statt gleichzeitig zu hören, was manchmal etwas ruckelig wirkt – aber das macht ja auch einen großen Reiz des Hörspiels aus, in dem Musik keine Rolle spielt.

Das markante grüne Coverdesign der alten Langspielplatten ist auch für die CD-Veröffentlichung verwendet worden, dafür wurden auch Logo, Schriftzug und Ornamente übernommen. Das Titelbild im gleichsam nostalgischen Zeichenstil zeigt die beiden Hauptcharaktere vor ziemlich abstrahierten Hintergrund. Das Innere ist hübsch und insbesondere übersichtlich gestaltet.

Fazit: Das charmante Hörspiel punktet mit seiner klassischen Herangehensweise und einer abenteuerlichen Handlung, die immer weiter vorangetrieben wird. Der Spannungsbogen ist stimmig umgesetzt, die Charaktere kommen gut zur Geltung, die abenteuerliche Atmosphäre ist treffend umgesetzt, sodass man die kleinen Stolpersteine gut ignorieren kann.

VÖ: 12. Januar 2018
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960661-06-1