Offenbarung 23 – 77. Zucker – weißes Gold



Erster Eindruck: Viele Infos, wenig Handlung

T-Rex, Kim und Nolo bekommen ihre neue Chiffre auf sehr ungewöhnliche Weise. Denn der Hotelpage bringt ihnen nur ein einziges Zuckertütchen, dazu Flugtickets nach New York. Die drei machen sich sofort auf die Reise und recherchieren nebenbei schon einmal über das allseits beliebte Süßungsmittel, nicht ohne zahlreiche negative Seiten des günstigen Stoffes zu entdecken...

Die Themen für die ganz großen Verschwörungen sind „Offenbarung 23“ mit der Zeit etwas ausgegangen, dennoch gibt es auch jenseits des ersten großen Handlungsstrangs noch interessante Themen, die von den Folgen behandelt werden. Dass auch Zucker mal dazu gehören würde, haben aber wohl nur wenige erwartet und könnten deswegen zu Folge 77 greifen. Was sich wohl nicht sonderlich lohnen dürfte, denn jeder, der sich schon einmal ansatzweise mit dem Thema Ernährung beschäftigt hat, wird vieles schon wissen – dass der weiße Haushaltszucker alles andere als gesund ist, ist nun mal kein Geheimnis, auch wenn die Protagonisten einem etwas anderes vermitteln wollen. Und so wirken viele Szenen wie halbwissenschaftliche Abhandlungen, die man schon das eine oder andere mal gelesen oder gehört hat. Nur ganz am Ende ist eine kleine Art an Verschwörung zu erkennen, und das ohne wirkliche Beweise, sondern eher aus der Luft begriffen. Dabei muss allerdings anerkannt werden, dass die Aufbereitung des Themas sehr dicht geraten ist und Zucker aus verschiedenen Perspektiven betrachtet, auch die Geschichte des Süßungsmittels aufbereitet und einer Gegenspielerin des Trios wieder einen gelungenen Auftritt bietet. Und einige Details sind dann doch unbekannt und sorgen für kleinere Überraschungen im Verlauf.

Marie Bierstedt, die ich ansonsten als wunderbare Sprecherin schätze, konnte mich hier nicht komplett überzeugen und wirkt manchmal etwas gelangweilt, sie kann in der einfach gehaltenen Geschichte einfach nicht ihr Potential entfalten. Uschi Hugo ist wieder mal in der Rolle der Kate zu hören, ihr unverkennbarer Klang sorgt auch hier für viel Aufmerksamkeit für die interessante Rolle. Auch Klaus-Dieter Klebsch setzt seine markante Stimme geschickt ein, um der Rolle des Eriksson etwas einzigartiges zu verleihen. Weitere Sprecher sind Detlef Bierstedt, Karin Buchholz und Rainer Fritzsche.

Die akustische Gestaltung ist schon aus den vielen anderen Folgen bekannt und wird auch hier wieder sicher angewendet. So ist während der Szenen kaum Musik zu hören, die in den Übergängen eingesetzten Stücke sind aber wieder stimmig eingebaut. Auch die Geräuschkulisse ist eher reduziert, da sich viele Szenen aber auch in geschlossenen Räumen abspielen, gibt es kaum Möglichkeiten, hier mehr Sounds einzusetzen.

Ein kleiner Haufen von dem titelgebenden weißen Goldes ist als Covermotiv ausgewählt wurde – sehr schlicht bildet dies einen gelungenen Kontrast zu dem rein schwarzen Hintergrund. Der Schriftzug mit den ausladenden Ornamenten und den vielen Details passt sehr gut dazu. Wieder sind die Sprecher bereits auf der Rückseite aufgelistet.

Fazit: Das Thema „Zucker“ ist ungewöhnlich für diese Serie, bietet aber einige interessante Ansatzpunkte. Leider gibt es nicht viele Details, die man nicht selbst schon weiß oder mit ein wenig Internetrecherche selbst herausfinden könnte. Dass dabei deutlich auf die Gefahren des Zuckers hingewiesen wird, ist gerade am Ende auf clevere Weise gelöst.

VÖ: 23. Februar 2018
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-7857-5570-9