Perry Clifton – 3. Das unheimliche Haus von Hackston



Erster Eindruck: Das Rätsel um die zertrümmerten Geigen...

Tom Harder bringt seinen alten Freund Perry Clifton auf die Spur eines neuen Falles, denn der Zeitungsbericht über einen Unfall weckt unschöne Erinnerungen. Der Kaufhausdetektiv erkennt sofort, dass mehr hinter den vielen bunten Geigen steckt, aber auch, dass die Ermittlungen für seinen kleinen Freund Dicki Miller zu gefährlich werden...

Die Hörspielserie um „Perry Clifton“ aus dem Hause Maritim hatte zwar nur vier Folgen, wird aber zur Zeit erfreulicherweise erstmals auf CD veröffentlicht. „Das unheimliche Haus von Hackston“ ist der dritte Teil und stellt das titelgebende Gemäuer in den Mittelpunkt – hier ereignen sich so einige wichtige Szenen, hierum baut sich die Handlung um den zwielichtigen Geigenhandel auf. Die Introszene mit Tom Harder offenbart nicht nur ein bisschen mehr um das Leben der Hauptfigur, sondern setzt auch die Parameter und das Interesse an dem Fall. Dieser ist im Mittelteil dann clever erzählt, indem immer wieder zwischen Szenen um den Detektiv und den Verbrechern gewechselt wird. Beide kommen langsam einander auf die Spur, während das Rätsel mit immer weitere Facetten angereichert wird. Das passt alles gut zusammen und steigert die Spannung immer weiter, wird aber durch das sehr clevere Ende noch getoppt. Eine kleine Intrige, eine brenzlige Situation, eine gekonnt erzählte Auflösung der einzelnen Teile - das macht richtig Spaß und hinterlässt einen sehr positiven Eindruck. Einen unheimlichen Eindruck macht allerdings trotz des Titels weder das Haus noch die Handlung, hier wird eine Kriminalgeschichte in Reinform geboten – und zwar eine ziemlich starke. Für mich die beste Folge der Serie, die mit gut verzahnten Elementen punktet.

Fred Woywode sorgt zu Anfang als Tom Harder für einen gelungenen Einstieg in die Handlung und kann die Bedenken des Mannes ebenso gut umsetzen wie die freundschaftliche Beziehung zu Perry Clifton. Helmut Wöstmann ist in der Rolle des Skiffer zu hören, die er markant und eingängig spricht und so für einige gelungene Szenen sorgt. Erzähler ist Heiner Schmidt, der seine Passagen kurzweilig gestaltet und durch seine treffende Sprechweise dynamisch wirken lässt. Weitere Sprecher sind unter anderem Klaus Langner, Susanne Riemann und Baldur Seifert.

Der Klang der Folge ist dank eines umfassenden Remastering sehr angenehm. Der leicht blecherne Klang von Aufnahmen der damaligen Zeit ist zwar geblieben, fällt aber nicht weiter negativ ins Gewicht. Gut eingebunden sind sowohl zahlreiche passende Melodien, die das Geschehen auflockern oder für zusätzliche Spannung sorgen, sowie gut abgestimmt Geräusche, die die Szenen atmosphärischer wirken lassen.

Auf dem Cover wird das herrschaftliche Haus tatsächlich mit einer Spur von Grusel versehen, wofür der Vollmond und der gelungene Schattenwurf sorgt. Im Mittelpunkt steht aber eindeutig Perry Clifton mit seiner markanten Mütze, der vor einem fahrenden Auto flüchtet. Schön, dass das Plattencover eins zu eins übernommen wurde und die restliche Gestaltung übersichtlich ist und alle Mitwirkenden auflistet.

Fazit: Ein richtig starker Fall für den Kaufhausdetektiv, der zwar nicht mit unheimlichen Momenten, dafür aber mit einer sehr gelungenen Handlung überzeugen kann. Der Hauptteil ist ein cleveres Katz- und Maus-Spiel der Verbrecher und Clifton, während das Finale mit vielen kleinen Wendungen punktet und alle offenen Fragen sehr unterhaltsam aufklärt. Sehr gelungen und hörenswert!

VÖ: 16. Februar 2018
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960661-22-1