Punkies – 8. Der perfekte Deal



Erster Eindruck: Jungs gegen Mädchen...

Zum Tornado-Festival kommen die Punkies leider zu spät, der letzte Tag wurde wegen des schlechten Wetters abgesagt. Immerhin bekommen sie noch die Chance, vor einem gelangweilten Tontechniker einen Song zu spielen. Dadurch wird „Dirty G“, der Boss eines angesagten Skater-Labels auf die Band aufmerksam und bietet ihnen einen lukrativen Werbedeal an. Wird das der ganz große Durchbruch für die Band?

Streit bei den Punkies? Bei der sonst so harmonischen und basisdemokratischen Band schien das lange undenkbar, die Mitglieder halten zusammen wie Pech und Schwefel. Doch in der achten Folge ziehen dunkle Wolken auf – doch der Reihe nach. Denn zunächst wird in einer launigen Introszene direkt an die vorige Folge angeknüpft, nicht nur das verspätet erreichte Festival, sondern vor allem der dort geschriebene Song spielen hier eine wichtige Rolle. Die Entwicklung der Handlung ist zu Beginn recht langsam, es dauert also etwas, bis der Werbedeal mit Znatch präsentiert wird. Im ersten Drittel hätte die Handlung etwas mehr Straffung vertragen, später nimmt die Geschichte mehr Fahrt auf und präsentiert dann viele verschiedene Themen. Dabei ist der Zoff zwischen den Bandmitgliedern ist dabei besonders prägnant umgesetzt, der schwierige Spagat von Musikern zwischen Kunst und Kommerz wird gekonnt herausgestellt. Mir gefällt auch die Wiederkehr einer bereits bekannten Nebenfigur, die hier für neuen Trubel sorgt. Nur die Geschichte um das allseits beliebte Eiscafe „Crazy Eis“ ist hier etwas zu sehr ausgewalzt worden und lenkt die Konzentration für meinen Geschmack zu sehr von der Band ab.

Merete Brettschneider hat in dieser Folge als Aylin besonders viel zu tun, da sie auch die Erzählparts übernimmt. Das klingt durchweg sehr sympathisch und locker, zudem scheint die sanfte und angenehme Stimme wie geschaffen für den Charakter. Jan-David Rönfeldt ist als Dirty G zu hören, ganz der schmierige Geschäftsmann und dabei ein sehr stimmiger Gegenspieler für die Punkies. Für einen humorvollen Effekt sorgt Katharina von Keller als zickige und überhebliche Dafina, die sie leicht überspitzt darstellt und so diese Wirkung noch unterstreicht. Weitere Sprecher sind Marek Harloff, Johannes Semm und Christian Rudolph.

Der Skater-Song hat hier einen besonderen Stellenwert und ist immer wieder zu hören – mal unplugged, mal als Duett, mal von anderen Stimmen gesungen. Die vielen Variationen sind gut eingearbeitet, auch die restliche Musik ist gut auf die Handlung eingestellt. Geräusche gibt es natürlich auch, sie fügen sich harmonisch in die Dialoge ein.

Eher mürrische Gesichter machen die Jungs der Band auf dem Cover und deuten so die schlechte Stimmung im Mittelteil an, wobei die weißhaarige und ziemlich aufgestylte Sängerin im Hintergrund das Titelbild der Folge dominiert. Der moderne Zeichenstil setzt sich auch in der restlichen Gestaltung fort und lässt alles in sich stimmig wirken.

Fazit: Diese folge konzentriert sich wieder ganz auf die Band, was mir gut gefallen hat. Schön, dass der Konflikt innerhalb der Punkies so treffend dargestellt ist, dass auch die Versöhnung so natürlich wirkt. Nur die Handlung um das Eiscafe ist ein wenig zu sehr ausgewalzt worden und unterbricht die ansonsten sehr stimmige Geschichte.

VÖ: 26. Januar 2018
Label: Europa
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