Teufelskicker - 70. Duell bei Flutlicht



Erster Eindruck: Streit mit Norbert...

Alex, bisher ein festes Mitglied der Teufelskicker, hat in letzter Zeit immer mehr geschwächelt, der Platz auf der Reservebank ist ihm momentan sicher. Das frustriert ihn ziemlich, sodass er sich langsam vom Rest des Teams zurückzieht. Dabei müssen die Teufelskicker gerade jetzt zusammenhalten, denn der unfreundliche neue Greenkeeper Herr Krahl macht ihnen das Leben ziemlich schwer...

Die Teufelskicker funktionieren nicht durch einzelne starke Spieler, sondern weil sie so gut als Team zusammenarbeiten. Und so sind auch die Folgen am stärksten, die sich vermehrt um die Gruppendynamik in der Mannschaft drehen – so auch bei Folge 70, auch wenn der Titel „Duell bei Flutlicht“ anderes vermuten lässt. Alex' Lustlosigkeit, seine sinkende Trainingsmoral, sein Rückzug von allen, die ihm etwas bedeuten – das alles ist authentisch und gut in Szene gesetzt, ohne allzu schwermütig zu wirken. Die Bemühungen des restlichen Teams, wieder an ihn heranzukommen, sind gut in Szene gesetzt und werden gelungen in einer turbulenten Szene aufgelöst. Allerdings fehlt mir eine richtige Erklärung zu Alex' Zustand, ein paar Worte beispielsweise über Depressionen bei Jugendlichen hätten der Folge mehr Substanz gegeben und aus dem guten Hörspiel ein sehr gutes Hörspiel gemacht. Denn auch der zweite Teil der Handlung um den Herrn Krahl fügt sich sehr gut ein und ist unterhaltsam gestaltet, auch wenn hier etwas zu sehr Schwarz-Weiß-Malerei betrieben wird. Eine hörenswerte und flüssig erzählte Folge der Serie, die das Teamgefüge der Teufelskicker in den Mittelpunkt stellt und einige gute Fußballszenen enthält.

Jannik Endemann stellt Alex' Krise hier sehr gut da, seine fehlende Motivation kommt besonders in den unfreundlicheren Szenen gut herüber, wobei er durchaus sensibel auf die Situation reagiert. Oliver Rohrbeck ist natürlich wieder als Trainer Norbert mit dabei, wobei er seinen freundlichen Ton auch mal ablegt und Klartext spricht, alles wieder in sehr lockerem und glaubhaften Tonfall. Konstanstin Graudus ist als Herr Krahl zu hören, wobei er mit viel Energie den Unsympathen spricht, nicht ohne eine Spur von Humor in der Stimme. Weitere Sprecher sind Alina Degener, Linda Fölster und Laura M. Ketzer.

Die Akustik ist hier sauber umgesetzt, der Klang ist harmonisch und gut abgemischt. Musik, Dialoge und Geräusche stehen in einem stimmigen Verhältnis, wobei viele der eingesetzten Melodien bereits aus den Vorgängern bekannt sind. Die unterschiedlichen Sounds werden jedoch gelungen eingesetzt, um die Szenen jeweils nahbar wirken zu lassen.

Auch wenn das titelgebende „Duell bei Flutlicht“ nur ein kleiner Teil der Handlung ist und anders ausfällt, als man gedacht haben mag, ist eine klassische Fußballszene bei Nacht zu sehen, bei der sich einige Mitglieder der Teufelskicker vor hellen Scheinwerfern gegenüberstehen. Die interessante Perspektive und die klaren Farben sorgen für einen gelungenen Gesamteindruck.

Fazit: Auch wenn die Chance verpasst wurde, Alex' Situation etwas näher zu beleuchten, ist sein Rückzug vom restlichen Team gut in Szene gesetzt. Der Teamgeist der Teufelskicker wird dabei besonders in den Mittelpunkt gestellt, was auch für die Unstimmigkeiten mit dem neuen Platzwart des Stadions gilt. Beides in Kombination funktioniert gut zusammen und sorgt für eine unterhaltsame Folge.

VÖ: 26. Januar 2018
Label: Europa
Bestellnummer: 888751883727