Gruselkabinett – 137. Aus finsterer Tiefe



Erster Eindruck: Eine stürmische Nacht...

Verzweifelt fleht Margaret Deveral ihren Verlobten einige Tage vor der geplanten Hochzeit an, nicht mit seinem Boot auf die See zu fahren, eine düstere Vorahnung jagt ihr fürchterliche Angst ein. Dennoch fährt Adam Falcon auf das nebelverhangene Meer. Kurze Zeit später wird seine Leiche an Land gespült, doch Margaret behauptet aus voller Überzeugung, dass es sich nicht um Adam handelt...

Das Frühlingsprogramm 2018 des Gruselkabinetts wird mit der mit Abstand kürzesten Folge abgeschlossen – 35 Minuten dauert „Aus finsterer Tiefe“. 35 Minuten, die sehr intensiv und atmosphärisch erzählt sind, die sehr kreative Ideen vereinen und den Gruselfaktor der Serie wieder in die Höhe treiben. Toll ist der düstere Bezug zur See, von Anfang an wird hier die Gefahr in den Vordergrund gestellt. In einer in der Serie bisher einzigartigen Szene wird dann auch aus der Sicht des Meeres die Stimmung noch weiter verdichtet, was der Handlung um den Toten Adam sehr gelungen beeinflusst. Mir gefällt sehr gut, wie die Dorfgemeinschaft immer aufgebrachter wird und auch die persönlichen Beziehungen mit hineinspielen, wie sich Angst und Schrecken immer weiter ausbreiten. Und auch die übernatürlichen Elemente sind gelungen eingeflochten, was sich in vielen mysteriösen Ereignissen niederschlägt. Das ist sehr gekonnt komponiert und eindringlich umgesetzt, sodass eine sehr starke Folge entstanden ist, die einen ganz eigenen Weg geht und frischen Wind in die wundervolle Reihe mit einbringt. Denn die vielen eigenständigen Elemente fügen sich stimmig in die Serie ein und machen „Aus finsterer Tiefe“ sehr hörenswert.

Bert Steves ist als Silas zu hören, der meist als Erzähler für die Handlung fungiert. Das macht er ganz hervorragend und verleiht dem einen sehr eigenständigen Charakter, liest sehr düster und stimmig, sodass auch diese Passagen sehr unheimlich wirken. Dana Fischer ist als Margaret ebenfalls sehr gut ausgewählt, mit viel Energie und einer markanten Sprechweise gestaltet sie ihre Rolle sehr treffend. Daniela Bette hat als die See zwar keine große Rolle, gestaltet diese aber so eindringlich und düster, dass die wenigen Momente sehr lange im Gedächtnis nachhallen. Weitere Sprecher sind Detlef Bierstedt, Bodo Primus und Dagmar von Kurmin.

Die Geschichte von Robert E. Howard ist sehr feinsinnig inszeniert und erhält dadurch eine noch intensivere Wirkung. Die Nähe zum Meer ist dabei deutlich zu spüren, das Meeresrauschen im Hintergrund ist ein ebenso gelungenes Stilmittel wie die atmosphärische Musik. So ist alles passend und dicht zusammengefügt, die Dialoge und ihre Sprecher bestens unterstützt.

Auch das Cover ist fantastisch, der sehr klare Zeichenstil bringt eine neue Note in das bisherige Artwork mit ein. Zu sehen ist ein rotäugiger, riesiger Oktopus, der Margaret mit zwei seiner Tentakeln hält. Die dunkle, blaue Grundstimmung unterstreicht dabei einerseits den Bezug zum Meer, andererseits wird dadurch aber auch ein mystischer und bedrohlicher Ausdruck geschaffen.

Fazit: „Aus finsterer Tiefe“ ist sehr eigenständig und bringt neue Stimmungen in das Gruselkabinett mit ein. Durch die auf den Punkt gebrachte Erzählweise, den mystischen Anklang und die lebendige, vielschichtige Handlung ist man schnell mit der Folge verbunden und kann ganz darin versinken. Eine sehr starke Folge!

VÖ: 27. April 2018
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-5629-4