Inspector Lestrade – 2. Der Zorn des Anubis



Erster Eindruck: Inspector Dash, der Frauenschwarm...

Inspector Lestrade wird zu einem Tatort gerufen, der selbst den hartgesottenen Ermittler auf die Probe stellt. Denn dem Opfer wurde nicht nur das Herz aus dem Leib geschnitten, sondern dieses auch in seiner eigenen Hand plaziert. Bei seinen Ermittlungen stößt Lestrade trotz Unterstützung seines Commissioners jedoch auf Widerstand, denn Lord Mockridge war ein Mitglied des Oberhauses...

Wenn eine neue Serie erscheint, die einen engen Bezug zu einer bekannten Geschichte oder einem populären Thema aufweist, muss sie sich unweigerlich mit dem Original vergleichen lassen. Schön, dass die zweite Folge von „Inspector Lestrade“ bei dem Vergleich mit den Hörspielserien um Sherlock Holmes nicht scheuen muss, denn die Handlung von „Der Zorn des Anubis“ ist durchaus vielseitig und spannend. Dabei konzentriert sich die Folge ganz auf die Ermittlungen des Inspectors, ein Blick auf den Täter oder andere Szenen wird dem Hörer nicht gewährt. So ist man immer auf dem gleichen Wissensstand wie Lestrade und kann seine eigenen Schlüsse ziehen. Der Aufbau ist dabei clever und gut durchdacht, immer weitere Fakten werden dem Gesamtbild hizugefügt, wobei einige ausgelegte Fährten ins Leere laufen und die Spannung noch weiter erhöhen. Glücklicherweise kommt dabei auch der Humor nicht zu kurz, immer wieder lockern flotte Sprüche das Geschehen auf. Dass diese oft aus der speziellen Beziehung zwischen Lestrade und Inspector Dash entspringen, schärft zudem noch das Profil der Hauptcharaktere. Das ist richtig gut gelungen und wird durch ein sehr stimmiges und eindringliches Finale abgeschlossen, das zudem noch ein aktuelles Thema aufgreift. Toll, wie unterhaltsam hier die reinen Ermittlungen oder Actionsequenz oder hochtrabende Spannungsmomente aufbereitet werden, sodass ein Krimi alter Schule mit einigen gewitzten Elementen entstanden ist.

Das tolle Gespann aus Lutz Harder und Michael Pink in den Hauptrollen des Lestrade und des Dash funktioniert hier bestens, man merkt beiden die spezielle Chemie zwischen den beiden an, sodass sie sowohl in ernsten wie auch in humorvollen Momenten überzeugen können. Gerald Paradies ist als Commissioner Hawksley zu hören und setzt seine Szenen mit viel Ausdruck in der Stimme und einer sehr treffenden Betonung um, sodass schnell das Bild eines ebenso harten wie engagierten Mannes entsteht. Eckart Dux ist als Lordkanzler Giffard zu hören, auch er spricht prägnant, präsent und sehr eingängig. Weitere Sprecher sind Jörg Hengstler, Ilka Teichmüller und Margit Strassburger.

Auch in dieser Folge gefällt mir die akustische Gestaltung gut, die die Szenen stimmig und atmosphärisch wirken lässt, ohne von den Dialogen abzulenken. So gibt es einige Musikstücke, die in die Handlung eingebaut sind und deren Stimmung aufgreifen, ebenso wie die Geräusche im Hintergrund die Szenen greifbarer wirken lassen. Das wirkt wie aus einem Guss und unterstreicht besonders spannende Stellen.

Die Aufmachung der Serie erinnert stark an die Schwesterserie um Sherlock Holmes, sodass man sich hier schnell zurecht findet – die tiefrote Farbe setzt dennoch ein Alleinstellungsmerkmal. Das eigentliche Bild weist auf den brutalen Mord hin, das menschliche Herz, die blutverschmierten Hände und die vielen Elemente aus der Handlung sind passend zusammengestellt.

Fazit: Die zweite Folge der Serie ist stärker als ihr Vorgänger und überzeugt vor allem dadurch, dass bis auf die kurze Introszene nur die Ermittlungen von Lestrade zu hören sind. Doch diese bauen eine sehr dichte und unterhaltsame Spannung auf, punktet mit vielen gelungenen Gags und einer lebendigen Atmosphäre – sehr hörenswert!

VÖ: 6. April 2018
Label: Fritzi Records
Bestellnummer: 978-3-86473-337-6