Jack Slaughter – Hörspielbox I (Folgen 1-10)



Erster Eindruck: Chaotischer Kampf gegen die Hölle...

Seit Anbeginn der Zeit tobt der Krieg zwischen den Mächten des Lichts und den Anhängern Luzifers. Doch es gibt Rettung für die Menschheit, die Tochter des Lichts wurde auf der Erde wiedergeboren, um den Höllenhorden die Stirn zu bieten: Jack Slaughter. Der ist Anfangs gar nicht davon begeistert, den Kampf aufnehmen zu müssen, hat aber in seinem nerdigen Freund Tony Bishop und der modelnden Parapsychologin Kim Novak treue Weggefährtin – und in der Puppe Ponytail eine mächtige Waffe gegen das Böse...

Nach 20 Folgen wurde die herrlich selbstironische Hörspielserie „Jack Slaughter – Tochter des Lichts“ im Jahr 2013 eingestellt. Seitdem ist sie fast ein bisschen in Vergessenheit geraten, doch fünf Jahre später hat Folgenreich nun die komplette Serie erneut veröffentlicht – in zwei Boxen auf MP3-CD. Die ersten zehn Folgen bilden natürlich zunächst den Einstieg in die Handlung, Setting und Charaktere werden vorgestellt, doch schon in den ersten Folgen zeigt sich, welcher Witz in der Serie steckt. So gibt es gleich mehrere Running-Gags, beispielsweise werden Jack in jeder Folge vom Geist seiner verstorbenen Großmutter Schminktipps gegeben. Auch durch die herrlich überspitzen Charaktere kommt viel Humor und ein herrlich respektloser Umgang mit dem Klischee anderer Geisterjäger-Serien hervor, der prägend für die Serie ist. Dennoch wird nicht nur geblödelt, sondern eben auch immer wieder actionreiche und durchaus spannende Geschichten geboten. Diese entwickelt sich zwar über mehrere Folgen weiter, dennoch steht jede Folge auch für sich allein und kann auch außerhalb der Reihe gehört werden. Sicherlich trifft der sehr schräge Humor der Serie nicht jeden Geschmack, mir hat die Serie jedoch sehr gut gefallen.

Simon Jäger ist in der Hauptrolle zu hören und greift den Humor der Serie sehr gekonnt auf, passt sich der schrägen Szenerie wunderbar an, kann aber auch die dramatischeren Momente gekonnt aufgreifen und mit viel Energie umsetzen. Grandma Abigail wird von der wunderbaren Gisela Fritsch gesprochen, die diese Neuveröffentlichung ja leider nicht miterleben kann. Ihre kratzige Stimme und der süffisante Unterton lassen ihre meist kurzen Auftritte in jeder Folge zu einem kleinen Highlight werden. Heimlicher Star der Serie ist jedoch Klaus Dieter Klebsch in der Rolle des dämonischen Professor Doom, der sehr exaltiert spricht und den Hass auf Jack Slaughter ebenso intensiv darstellt wie die Liebe zu seinem treuen Delphin Flopper. Weitere Sprecher sind Schaukje Könning, Tilo Schmitz und Till Hagen.

Die Musik stammt von Andy Matern und ist eigens für das Hörspiel komponiert und arrangiert worden. Dieser Aufwand hat sich gelohnt, denn so passt alles zusammen und fügt sich organisch in die Handlung ein. Auch hier wird auf eine gewisse Lockerheit nicht verzichtet. Ebenso gelungen sind die Geräusche, die auch während der Kampfszenen glaubhaft wirken.

Die zehn Folgen finden sich auf drei MP3-CDs wieder, die in einem hübschen, mehrfach aufklappbaren Digipack untergebracht sind. Die Gestaltung der Box ist mit den düsteren Farben ansehnlich gestaltet und enthält zudem eine detaillierte Übersicht über die einzelnen Tracks, die Sprecher sind hier aber leider nicht angegeben. Das Titelbild ist neu gestaltet worden und zeigt eine dämonische Fledermaus vor rot-schwarzem Hintergrund.

Fazit: Wer sich mit dem sehr großen Comedy-Anteil dieser Serie anfreunden kann, wird in den ersten zehn Folgen mit einer sehr skurrilen und witzigen Szenerie erfreut. Die Zusammenstellung der Charakter sorgt immer wieder für Lacher, die Einfälle sind humorvoll, der Verlauf der Folgen zu großen Teilen sehr kurzweilig. Schön, dass es die Serie in der Sammlerbox nun wieder gibt.

VÖ: 2. Februar 2018
Label: Folgenreich
Bestellnummer: 0602567042518