Fünf Freunde – 125. und die gemeine Falle



Erster Eindruck: Aufregung im Hafen...

Als in Kirrin ein Boot strandet, sind natürlich auch bald George, Julian, Dick und Anne auf dem Weg an den Strand – nicht ohne sich von den Bäumen eines befreundeten Bauern einige Äpfel mitzunehmen. Und die Aufregung wird noch größer, als kurz darauf ein zweites Schiff mit defektem Motor an Land gespült wird. Constable Wilbert wird jedoch von dem Fall abgezogen und beschäftigt sich damit, zahlreiche Strafanzeigen zu schreiben – auch an George wegen der gestohlenen Äpfel...

Auch wenn es sich bei der langlebigen Europa-Serie „Fünf Freunde“ ursprünglich um eine Abenteuer- und keine Detektivgeschichte handelt, vermischen sich die beiden Genres immer wieder. Auch die 125. Folge enthält einige Versatzstücke aus Krimis und ist sogar nicht gleich von Anfang an einfach zu durchschauen – etwas, womit die Serie sonst oft zu kämpfen hat. Tatsächlich sind im Prinzip gleich zwei „Fälle“ aufzuklären, die sich immer wieder abwechseln. So liegt der Schwerpunkt mal auf den havarierten Schiffen, mal auf den merkwürdigen Strafanzeigen, was einen dynamischen Eindruck erzeugt. Dabei sind einige aufregende Szenen eingebaut, in denen die fünf Freunde seltsame Beobachtungen machen oder rätselhafte Beobachtungen machen. Sicherlich wird dabei die Grenze der Legalität von ihnen deutlich strapaziert, was ihnen dann aber auch unmissverständlich klar gemacht wird. Auch die Erklärungen von Onkel Quentin zu einem für Kinder durchaus anspruchsvollen Themengebiet sind gut eingebaut und erleichtern den jungen Hörern das Verständnis der Folge. Das ist alles recht stimmig und kann mit einer gelungenen Auflösung punkten, wobei auch die Stimmung in Kirrin wieder gut mit eingeflossen ist.

Daniel Schütter hat hier einen gelungenen Auftritt und lässt den strengen Polizisten mit harter Stimme präsent wirken, man bekommt schnell den Eindruck eines Mannes, der nicht unbedingt zu Späßen aufgelegt ist. Alexander Mettin hat mir als Constable Miller gut gefallen, da er einen passenden Mittelweg wählt und mal freundlich und hilfsbereit wirkt, den fünf Freunden aber auch mal richtig den Kopf wäscht. Alexandra Garcia hat als George häufig den Fokus auf sich liegen, was sie mit viel Elan und Spielfreude gekonnt meistert. Weitere Sprecher sind Werner Cartano, Detlef Tams und Rainer Brandt.

Akustisch wurde einmal mehr eine sehr solide Umsetzung der Geschichte geboten, sodass alles rund und stimmig wirkt. Die Geräusche sorgen dabei für die passende Atmosphäre, die Szenen am Strand klingen genauso nahbar wie in der Polizeistation oder im Haus der Familie. Die Musik unterlegt besonders spannende Stellen oder gestaltet Übergänge sanfter, ist aber auch schon aus einiges vorigen Folgen bekannt.

Wieder ist das Cover der Folge sehr ansprechend in Szene gesetzt worden, der angedeutete Sonnenuntergang mit den rosafarbenen Wolken ist da nur ein Beispiel. Die fünf Freunde untersuchen auf dem Bild gerade eines der gestrandeten Boote, was wie immer einen nostalgischen Anklang hat und sehr ansprechend wirkt – auch wegen der angedeuteten Landkartenoptik.

Fazit: Hier werden den fünf Freunden gleich mehrere Rätsel gestellt, die anfangs auch gar nicht so einfach zu durchschauen sind und sich erst nach und nach aufklären lassen. Das ist unterhaltsam erzählt und beinhaltet einige aufregende Szenen, was insgesamt einen positiven Gesamteindruck hinterlässt.

VÖ: 23. Februar 2018
Label: Europa
Bestellnummer: 889853953622