Die Schule der magischen Tiere – 3. Licht aus!



Erster Eindruck: Wenn drei sich nicht verknoten sollen...

Eddie ist der Schussel in der Klasse, vergisst immer wieder Dinge und ist ziemlich tollpatschig – höchste Zeit, dass auch er sein Tier zur Seite gestellt bekommt. Die lichtscheue Fledermaus Eugenia benötigt allerdings spezielle Pflege. Helene erzählt hingegen jedem, dass sie keinen Wert auf tierische Begleitung legt, doch auch sie erhält bald die Nachricht, dass Mr. Morrison ein passendes Tier für die gefunden hat...

„Die Schule der magischen Tiere“ ist seit langem ein großer Erfolg als Buchserie, nun sollen auch die Hörspiele von Karussell daran anknüpfen. „Licht aus!“ ist bereits der dritte Teil und ist zum Start gemeinsam mit den ersten beiden Folgen entstanden. So haben schon einige Kinder ihre Tiere, die das Geschehen auflockern und neue Impulse geben, Ida und ihr cleverer Fuchs Rabbat haben hier auch einen größeren Part, indem sie einen alten Baum vor dem Fällen bewahren wollen. Das ist gut in die Gesamthandlung eingebaut und vermittelt wieder einige sehr gelungene Werte: Umweltschutz, Zusammenhalt, Durchhaltevermögen. Auch die Lesenacht und die die gekonnte Zusammenführung aller Stränge am Ende hat mir sehr gut gefallen. Die Highlights sind jedoch die Zusammenführung von Mensch und Tier, die durchaus überraschende Erkenntnisse bieten. Denn nicht nur Helenes Hintergründe werden näher beleuchtet, ihr zickiges und abweisendes Wesen zerbröckelt dabei. Toll, dass dies ausgerechnet durch den ebenso arroganten Kater Karajan geschieht und sich beide erst einmal annähern müssen – was mit einigen Hindernissen und Streitereien geschieht und doch sehr herzergreifend ist. Auch die sehr besondere Wendung bei Eddie ist sehr gelungen, sehr modern, ungewöhnlich und sehr passend. Die Serie spielt hier alle ihre Stärken aus und lässt Tiere und Kinder noch weiter zusammenwachsen – und in gleichem Maße werden auch die Hörer an die Geschichte gebunden.

Manuela Eifrig ist wie schon in den vorigen Folgen als Klassenzicke Helene zu hören, doch hier kann man hinter die Fassade blicken und ein unsicheres, liebenswertes Mädchen entdecken – eine Wandlung, die sehr glaubhaft und authentisch umgesetzt wurde. Patrick Elias wirkt als Kater Karajan – Entschuldigung, von Karajan – ebenfalls sehr lebendig, seine überhebliche Art wirkt jedoch niemals abstoßen, sondern eher wie eine liebenswerte Macke. Joanna Städter-Semmelrogge spricht die wunderbar aufgedrehte Fledermaus Eugenia mit viel Charme, wozu bei weitem nicht nur die liebenswerte Sprachfehler beiträgt. Weitere Sprecher sind Daniel Axt, Julian Greis und Gabriele Libbach.

Die akustische Untermalung sorgt immer für eine passende Stimmung, die sich jedoch niemals in den Vordergrund drängt. Es sind eher kleine Melodien, die die Szenenübergänge sanfter gestalten, ebenso wie die Begleitung mit Geräuschen ist dies aber zurückhaltend geschehen. Das passt gut zu der Atmosphäre der Bücher und ist herrlich unaufgeregt.

Auf dem Cover bekommt mal gleich einen guten Eindruck von einigen Charakteren – hier insbesondere von Eugenia, Karajan und dem putzigen Pinguin Juri. Der Zeichenstil ist einfach und kindgerecht, die Idee mit dem Lichtkegel gut darin eingebaut. Im Inneren gibt es Infos zur Autorin, eine ausführliche Trackübersicht und eine geschickt aufgeteilte Sprecherübersicht.

Fazit: Auch die dritte Folge von „Die Schule der magischen Tiere“ hat mich vollkommen überzeugt. Die Idee funktioniert nach wie vor prächtig, die Charaktere bekommen aber immer mehr Farbe verliehen, wobei die Konzentration auf Helene, Eddie und Ida nicht dazu führt, dass von den anderen nichts mehr zu hören wäre. Im Gegenteil: Die Handlung ist vielseitig, gut konstruiert und mit einigen klugen Weisheiten gespickt – und ziemlich lustig!

VÖ: 26. Januar 2018
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602567159537