Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 14. Der Goldvulkan



Erster Eindruck: Der Weg ist das Ziel...

Der Goldrausch erfasst Phileas Fogg auf höchst ungewöhnliche Weise: Ein entfernter Cousin von ihm hat überraschend einen Claim nahe Dawson City geerbt und benötigt die Hilfe des bekannten Abenteurers, um diesen in Betrieb zu nehmen. Und so machen sich Phileas, sein Cousin Summy, Gattin Aouda und Diener Passepartout auf den gefährlichen Weg mit Wildwasserkanus, Hundeschlitten und zu Fuß – was mit einigen unangenehmen Überraschungen gespickt ist...

Die nach Motiven von Jules Verne konzipierte Serie von Maritim mit dem Titel „Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg“ enthält zahlreiche phantastische Elemente und verknüpft bekannte Romanfiguren anderer Autoren. Doch die 14. Folge der Serie ist anders gelagert, sie thematisiert den Goldrausch in den kanadischen Bergen auf eine sehr realistische Weise. Zunächst wird die gefahrvolle Reise zu dem Claim von Summy Skim geschildert, was schon sehr abenteuerlich und spannend geschehen ist. Hier ist es die unbändige Wildnis, die den Figuren Steine in den Weg legt, im Claim angekommen müssen sie sich auch mit skrupellosen und gierigen Goldschürfern auseinander setzen. Das ist alles sehr stimmig und durckvoll erzählt, zumal eine andere Facette des Genres beleuchtet wird. Wirklich mysteriöse oder phantastische Elemente kommen erst ganz am Ende auf, der titelgebende Goldvulkan ist hierbei zentrales Element. Diese Folge steht im Grunde genommen ganz für sich allein, nur nach dem dramatischen Finale gibt es einen Hinweis, der die weitere Serienhandlung nach vorne treibt. Das ist alles sehr stimmig konzipiert und versetzt die Serie mal wieder in eine ganz andere Stimmung, zumal auch der geschichtliche Aspekt des tatsächlich stattgefundenen Goldrausches einen neuen Impuls gibt. Mir persönlich gefallen die Folgen mit mehr phantastischen Elementen zwar noch etwas besser, doch auch so ist „Der Goldvulkan“ wegen seiner spannenden Handlung sehr unterhaltsam.

Der wunderbare Sven Plate hat als Summy Skim eine große Nebenrolle in dieser Folge der Serie erhalten, den er mit seiner unverkennbaren Stimme immer sehr präsent wirken lässt. Dabei kann er seiner Stimme noch einmal unbekannte Facetten abgewinnen und passt so wunderbar in die abenteuerliche Atmosphäre der Geschichte. Gefreut habe ich mich auch über Simona Pahl als Jane Edgerton, die sie sehr präzise spricht und mit viel Energie ausstattet. Jaron Löwenberg verleiht seinem sowieso schon dunklen Klang eine gewisse Schärfe und stellt so einen gelungenen Gegenspieler für die Abenteurer dar. Weitere Sprecher sind Alexander Turrek, Klaus Dittmann und Wolfgang Bahro.

Die akustische Umsetzung ist wieder sehr treffend gelungen, jede Szene bekommt ein passendes Gewand geschneidert. Sei es das ruhig knisternde Feuer im Heim von Summy, die raue Wildnis Kanadas mit rauschendem Wasser und wilden Tieren oder die energische Umsetzung des Goldvulkans – alles ist an seinem Platz und darf hier auch mal laut und krachend sein. Die Musik fügt sich dabei stimmig ein und unterstreicht die abenteuerliche Grundstimmung.

Aus einem riesigen Berg entsteigt eine beeindruckende Wolke aus Staub und Dampf, Blitze fahren aus dem Himmel, die ganze Welt scheint im dem Nebel zu versinken, die auch die untergehende Sonne fast verdeckt und alles in ein düsteres, orangefarbenes Licht rückt – das Cover zu dieser Folge ist wieder sehr stimmig geraten und passt gut zur Folge.

Fazit: Das ursprüngliche Konzept der Serie wird hier gekonnt abgewandelt, indem die phantastischen Elemente deutlich zurückgefahren werden. So bleibt über weite Teile ein lupenreines und sehr temporeiches Abenteuerhörspiel mit einem historischen und lebendig erzählten Thema, welches mit vielen starken Charakteren zusätzlichen Reiz bekommt.

VÖ: 23. März 2018
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-96066-040-8