Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 13. Der Untergang der Welt



Erster Eindruck: Das drohende Ende...

Ein riesiger Meteorit, entdeckt von dem amerikanischen Astronom Forsett, rast direkt auf die Erde zu und droht, Tausende Menschenleben zu kosten. Das schlägt nicht nur mediale Wellen, sondern veranlasst Mycroft Holmes auch dazu, den Abenteurer Phileas Fogg auf die Reise zu einem verschrobenen Wissenschaftler zu schicken, der eine Lösung dieses Problems haben könnte. Doch auch ein alter Bekannter hat sich auf den Weg dorthin gemacht...

Schon seit der ersten Folge von „Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg“ nach Motiven von Jules Verne (und zahlreichen anderen Autoren) hat sich ein roter Faden durch die Handlung abgezeichnet, mittlerweile wurden schon mehrere Handlungsstränge über einige Folgen getrieben. Folge 13 mit dem Titel „Der Untergang der Welt“ greift zwar auch auf eine bereits bekannte Figur zurück, ist aber eher in sich geschlossen und ist ein für sich allein stehendes Abenteuer für das beliebte Gespann. Dabei ist sehr gelungen, wie sich das Thema der Folge im Laufe der Zeit wandelt: Sicherlich steht der Meteorit durchgängig im Mittelpunkt, doch später eben nicht nur als todbringende Bedrohung. Dabei sind wieder markante Figuren eingebaut, neben dem ernsthaften Mycroft Holmes sticht hier der exzentrische Professor Xirdal heraus, der mit seiner verschrobenen Art für einen humorvollen Einschlag sorgt. Aber auch der finstere Gegenspieler der Foggs sorgt mit seiner markanten Art und dem unbändigen Hass auf de Hauptfigur für zusätzlichen Reiz. Der Mittelteil der Handlung lässt etwas nach und verliert seinen Fokus. Die Stimmung verdichtet sich aber später wieder mit dem bereits erwähnten Umschwung auf eine leicht andere Thematik. Hier wird dann auch das Tempo angezogen und der zeitliche Aspekt der Handlung betont, was die Dramatik zu steigern versteht. Und so ist eine gelungene Folge der Serie entstanden, die man auch außerhalb der Serienhandlung hören kann.

Toll auch die Zusammenstellung der Sprecher, die ihre Charaktere sehr prägnant wirken lassen. Michael Grimm ist als Professor Xirdal zu hören, seine verschrobene und leicht tattrige Art kommt sehr gelungen herüber und ist nicht überzogen, sodass ein sehr runder Charakter entstanden ist. Julia Fölster macht als Juliette ebenfalls einen sehr guten Eindruck, sie legt viel Energie in ihre Stimme und gestaltet diese sehr dynamisch. Christian Zeiger setzt seine Rolle eindringlich um und verleiht der Handlung seine ganz eigene Note. Weitere Sprecher sind Jochen Schröder, Gudo Hoegel und Reent Reins.

Die akustische Umsetzung der Folge ist wieder sehr lebendig und abwechslungsreich geraten, jede Szene hat ihren eigenen Klang. Besonders die stimmungsvolle Musik unterstützt dabei die Handlung in ihrer Wirkung, sie zeichnet die die Spannungskurve der Handlung gekonnt nach. Die Geräusche sind vielfältig und an den passenden Stellen auch mal recht wuchtig, was die Dramatik der jeweiligen Szene unterstreicht.

Mir gefällt das Artwork der Cover mit den Zahnrädern und dem verschlungenen Ornamenten im Schriftzug immer noch sehr gut, das Motiv dieser Folge passt gut zu diesem Konzept. Der Meteor wird als roter Feuerball dargestellt, der auf einen einsam gelegenen Wald zu stürzen scheint. Die vielen kleinen Details und das ansehnliche Farbenspiel fügen sich gut zusammen.

Fazit: „Der Untergang der Welt“ wird in dieser Folge sehr stimmungsvoll heraufbeschworen, wobei auf die anfängliche Panik und Bedrohung eine gelungene Wendung mit einem bereits bekannten Bösewicht folgt. Dieser Wechsel unterstreicht die lebendige Stimmung und die gute Konzeption dieser Folge, die auch für sich allein stehen kann.

VÖ: 12. Januar 2018
Label: Maritim
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