Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 13. spielt Theater



Erster Eindruck: Mit einigen Tricks zum Erfolg...

New York scheint nicht mehr sicher, immer mehr Menschen sterben. Doch niemand weiß warum, plötzlich versagt auch bei ansonsten kerngesunden Menschen einfach das Herz. Professor van Dusen mischt sich in das Geschehen ein und hat bald einen ersten Verdacht, denn scheinbar haben alle Verstorbenen aus einem bestimmten Brunnen getrunken. Er versucht, in einem elitären Club von Wissenschaftlern nach Hinweisen zu suchen...

Auch wenn Professor van Dusen in den Originalgeschichten von Michael Koser ziemlich viel durch die Weltgeschichte (und insbesondere Europa) gereist ist, ist er ursprünglich noch New Yorker, und dem wird in der 13. Folge der Neuauflage auch Rechnung getragen. Die Folge spielt nicht nur komplett in der Metropole, auch viele örtliche Gegebenheiten werden dabei in die Handlung eingebaut. Diese präsentiert sich recht abwechslungsreich, denn obwohl die Marschrichtung schnell feststeht und auch der Täter dank der faszinierenden Kombinations- und Beobachtungsgabe des Professors schnell fest. Doch das ist dann auch noch lange nicht das Ende, denn der Täter will noch überführt, zu einem Geständnis gebracht und die New Yorker Wasserversorgung gerettet werden. Das ist mit so einigen Wendungen und kleinen Winkelzügen gespickt, was die Handlung immer sehr aufregend und spannend wirken lässt. Dabei kommen die Charaktere der Folge sehr gut zur Geltung, wobei dem überheblichen Professor einige interessante Gegenparts zur Seite gestellt werden. Schön dass hier gezeigt wird, dass nach der Überführung des Täters noch weitere spannende Sequenzen folgen können, zumal die Idee mit dem vergifteten Wasser eine sehr dichte Atmosphäre erlaubt.

Uwe Jellinek ist als Detective Caruso wieder eine sehr stimmige Sprechweise gelungen, er sorgt in seinen Szenen für einen lebendigen Ausdruck. Ein kurzer Auftritt als Reverend Seligman bekommt durch den kürzlich verstorbenen Christian Rode eine sehr intensive und ausdrucksstarke Note, die im Gedächtnis haften bleibt. Und auch Udo Schenk gibt wieder sein Bestes und setzt seine Rolle mit viel Nachdruck und einer einprägsamen Sprechweise um. Weitere Sprecher sind Peter Reinhardt, Harald Effenberg und Bert Franzke.

Die Originale haben in der musikalischen Begleitung immer etwas Besonderes geboten, bei der Neuauflage ist dies nicht anders. Da gibt es auch mal ungewöhnliche Musikinstrumente zu hören, mal werden die Szenen mit vielen Geräuschen unterlegt, mal sorgt gerade deren Fehlen für eine sehr intensive Stimmung. Da passt alles bestens zueinander.

Klar, dass das Cover wieder in einer Bleistiftradierung gestaltet ist, die dennoch mit vielen Details ausgestattet ist. Zu sehen ist eine Szene in der Gerichtsmedizin, neben van Dusens aufmerksamen Interesse wurde auch das Unbehagen von seinem Chronisten Hutchinson Hatch gekonnt aufgefangen. Im Inneren gibt es neben den üblichen Produktionsinformationen und einer Übersicht der bisherigen Folgen auch ein Foto der Sprecher bei den Aufnahmen.

Fazit: „Professor van Dusen spielt Theater“ - der Titel wird hier gleich in mehrfacher Hinsicht erfüllt. Die Handlung ist sehr gut konzipiert und endet keineswegs mit der Enttarnung des Übeltäters, sondern geht im Gegenteil danach noch einmal richtig los. Das ist sehr spannend und mit viel Energie umgesetzt, sodass mich die Folge vollkommen überzeugen konnte.

VÖ: 23. März 2018
Label: allscore
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