Die weisse Lilie – Staffel 2. Krieg in Boston



Erster Eindruck: Attacke aus dem Kongo

Daniel Porter konnte gerade noch sein Leben retten und aus dem Kongo in die USA zurückkehren, doch immer noch wird sein Leben bedroht. Auch in seinem Leben im Untergrund wird durch den Kampf gegen die weiße Lilie geprägt. Währenddessen spitzt sich auch die Situation in Boston weiter zu, wobei auch Miles und Sam weiter in den unterschwelligen Krieg hineingeraten...

„Die weiße Lilie“ geht bei Folgenreich in die zweite Staffel, weitere drei Folgen sind in der dicken Box enthalten und setzten die Ereignisse der ersten Staffel nahtlos fort. Aus diesem Grund sollte man diese noch halbwegs im Ihr haben, sonst könnte man schnell den Anschluss verlieren. Und das wäre schade, denn die zweite Staffel hat mindestens ebenso viel Reiz wie die erste und setzt die intensiven Thriller-Elemente sehr packend um. Dabei wird die Handlung aber noch einmal auf eine neue Ebene gehoben, gewinnt an Komplexität hinzu, wobei besonderes Augenmerk auf den Cyber-Krieg mit den kongolesischen Terroristen gelegt wird. Dabei sind gar keine großen Actionszenen notwendig, um die Handlung spannend und dicht wirken lassen – diese sind dafür an anderen Stellen eingebaut und sorgen dort für die entsprechende Dramatik. Und so ist auch die Dynamik der Folgen sehr gelungen, die Wechsel zwischen den unterschiedlichen Handlungsebenen und Charakteren erfolgt teilweise scharfkantig und an fiesen Cliffhangern, doch schnell ist man dann auch wieder in der neuen Szenerie und fiebert mit den dortigen Charakteren mit. Der sehr moderne Anstrich der Serie und das für Hörspiele nicht sehr verbreitete Genre verleihen dieser Produktion den Feinschliff.

Auch in dieser Staffel ist Ulrike Johannson als Iris Fairchild vertreten, wieder kann sie ihre Figur sehr scharf umreißen, sodass vor dem inneren Auge das Bild einer harten Frau entsteht, die Johannson mit viel Nachdruck ausstattet. Sascha Rotermund hat mir als Lamar Johnson ebenfalls sehr gut gefallen, da er die Bandbreite seiner Stimme erneut nutzt, um in eine ganz andere Stimmung einzutauchen und so einen sehr individuellen Charakter zu schaffen. Holger Mahlich spricht auch in dieser zweiten Staffel den Frank Monroe und sorgt erneut für viel Aufmerksamkeit beim Hörer und einige interessante Facetten seiner Rolle. Weitere Sprecher sind Sonja Szylowicki, Celine Fontanges und Konstantin Graudus – um auch nur einen Bruchteil zu nennen, die Sprecherliste ist deutlich länger.

Nicht nur die Handlung, auch die Soundkulisse haben oft eher die Wirkung eines Kinofilms oder einer hochwertigen TV-Serie denn die eines Hörspiels. So ist der Soundtrack mal heftig und brachial, mal sanft im Hintergrund zu hören. Auch die Geräusche folgen dynamischen Wechseln und sind sehr treffend eingebaut, sodass eine abwechslungsreiche und immer treffende Kulisse entsteht, die die Handlung optimal unterstützt.

Auch die zweite Staffel ist wieder in einem dicken Digipack untergebracht, das stabil und hochwertig wirkt. Die wesentliche Optik des Covers wurde dabei beibehalten, beispielsweise der tiefschwarze Hintergrund und die stilisierte Lilie, durch die ein anderes Motiv hindurchscheint. Hier ist dies die Skyline von Boston zu sehen, die in einem dunklen Violett eingefärbt wurde. Das wirkt ansehnlich und mysteriös. Im Inneren findet sich wieder ein kleines Booklet mit allen wichtigen Informationen zur Produktion.

Fazit: Packend, sehr spannend und ziemlich komplex präsentiert sich die zweite Staffel von „Die weisse Lilie“ und steigert dabei noch einmal die Intensität der Geschichte. Das fordert dem Hörer wieder einiges an Aufmerksamkeit ab, belohnt aber auch mit einer sehr hörenswerten Geschichte voller Winkelzüge und starken Szenen. Dabei sind es nicht nur Actionszenen, die zu fesseln verstehen, sondern auch einige ruhige Szenen.

VÖ: 26. Januar 2018
Label: Folgenreich
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