Gordon Black – 5. Eine Braut für Dracula



Erster Eindruck: Hoher Besuch in New York...

Unheimliche Fledermauswesen greifen in New York einen Streifenpolizisten an, doch mit seiner Geschichte stößt er bei seinen Kollegen auf Unglauben. Gordon Black erfährt jedoch auch von der Sache und ist sofort alarmiert. Denn die mächtigen Fähigkeiten der Angreifer lassen nur einen Schluss zu. Und zwar, dass der König der Vampire aus Europa auf den Kontinent gefunden hat: Graf Dracula...

Bei Saphir Tonart geht es weiter mit „Gordon Black“, der sich auch mit der fünften Folge wieder in das Genre des klassischen Geisterjägers einreiht. Und genauso klassisch ist auch der Gegner in dieser Episode, Dracula gehört zu den bekanntesten Romanfiguren überhaupt und stattet hier seinen Besuch ab. Bereits in der ersten Folge wird dieser in einer actionlastigen und unheimlichen Szene vorgestellt. Auch die ersten Szenen mit Gordon Black und seinen Ermittlungen können gefallen, die Kombination aus der übersinnlichen Szenerie und Krimielementen entwickelt eine reizvolle Atmosphäre. Doch leider verstrickt sich die Handlung in einigen zu langwierigen Szenen und einer zu langsamen Entwicklung, sodass es eher gemächlich denn wirklich spannend wirkt. Hinzu kommt, dass sich auch Handlungsmuster einige male wiederholen und so die vielen guten Ansätze nicht wirklich zur Geltung kommen lassen. Mit einer gestraffteren Handlung und einen stärkeren Fokus auf die unheimlichen Elemente hätte hier ein noch stärkeres Hörspiel entstehen können. Denn die sonst so prägnante Figur des Dracula verwischt hier etwas und kommt nicht so recht zur Geltung, besonders gegen Ende hätte man noch mehr aus seinem Auftreten herausholen können.

Robert Missler ist natürlich wieder in der Rolle des Gordon Black zu hören und gibt eine sehr standfeste Leistung des Geisterjägers ab, mal cool und abgeklärt, mal wie unter Feuer, sodass er die Dynamik der Folge auch mit seiner Stimme nachzeichnet. Jan Reinartz ist in dieser Folge als Captain Lamsky zu hören und klingt insgesamt solide, könnte aber auch mehr Wucht in seine Stimme legen und so das Profil des Ermittlers stärken. Sascha Rotermunds Auftreten als Dracula ist ziemlich gelungen, seine sehr prägnante Ausstrahlung kommt sehr gut zur Geltung. Weitere Sprecher sind Hartmut Neugebauer, Gabriele Libbach und Lisa Sturmann.

Das 70-minütige Hörspiel ist meist stimmig umgesetzt, auch wenn die ganz große Stimmung auch nicht nur den Einsatz von Musik und Geräuschen erzeugt wird. Zwar passt alles gut zusammen und gibt ein in sich passendes Gesamtbild ab, wirklich mitreißend ist das aber nicht gestaltet. Die Geräusche sind treffsicher eingesetzt und sorgen für einen lebendigeren Eindruck der Dialoge.

Der Fokus des Covers liegt auf einem weiblichen Gesicht mit ziemlich spitzen Reißzähnen, die Augen scheinen auf einer schreienden und davonlaufenden Frau gerichtet zu sein. Und eine Fledermaus ist dabei nicht nur im Logo der Serie eingebaut. Die violette Einfärbung ist dabei das prägnanteste Stilmittel der Covergestaltung.

Fazit: Die Geschichte, wie Dracula sein Unwesen in New York treibt, ist in vielen Grundsätzen gut gelungen, hätte aber prägnanter und dynamischer erzählt werden können. Etwas zu lang geraten kommen weder Spannung noch Gruselfaktor wirklich zur Geltung, wenngleich einige unterhaltsame Szenen für gute Unterhaltung sorgen.

VÖ: Januar 2018
Label: Saphir Tonart
Bestellnummer: 978-3-9433-5324-2