John Sinclair Classics – 32. Das Todeskabinett



Erster Eindruck: Keine fröhliche Internats-Geschichte

Milli Drake schleicht sich heimlich aus ihrem Mädcheninternat, um die Nacht bei einem befreundeten Jungen zu verbringen. Doch die kehrt auch am nächsten Tag nicht in ihr Zimmer zurück. Ihr Vater, der Comissioner Jonathan Drake, setzt alle Hebel in Bewegung, sodass auch John Sinclair mit dem scheinbar harmlosen Fall zu tun hat. Doch dieser ist wegen des gestohlenen Kreuzes noch deutlich geschwächt...

Dr. Tod ist als Erzfeind von John Sinclair in der „Classics“-Serie sehr präsent – auch wenn er persönlich nicht in Erscheinung tritt, wird er doch immer wieder erwähnt und scheint seine Finger des öfteren im Spiel zu haben. Auch die 32. Folge macht da keine Ausnahme, schon kurz nach dem Intro um das Verschwinden von Milli hält John einen der typischen Monologe und verweist auf die bisherigen Ereignisse – stimmungsvoll und gelungen, um den roten Faden der Serie nicht zu verlieren. Doch der Fall ist erst einmal in sich abgeschlossen, enthält allerdings einen wichtigen Verweis auf die eigentliche Serie. Der Fall entwickelt sich dabei stetig weiter und erinnert oft eher an ein Kriminalstück, John Sinclair ermittelt in dem reizvoll dargestellten Umfeld des Internats, ohne zunächst eine wirkliche übernatürliche Spur zu haben. Doch die Szenen um den Täter, der von Anfang an bekannt ist, bringen viel düstere und mystische Stimmung mit ein. Der Verlauf der Folge ist flüssig und kurzweilig, wieder gibt es eine gute Mischung aus actionlastigen Szenen und einer spannenden Handlung. Gepaart mit dem trockenen Humor der Serie, der auch hier immer wieder hervorblitzt, konnte mich „Das Todeskabinett“ überzeugen.

Timo Kinzel hat mir in der Rolle des Lewis Harker gut gefallen, er bringt die durchaus zwiespältige Gefühlswelt des jungen Mannes sehr eindringlich herüber, sodass man seine Zerrissenheit schnell mitfühlt. Carmen Maja-Antoni hat als Lydia Bradford sehr ordentlich abgeliefert, sie bringt sehr viel düstere Stimmung mit ein und gestaltet ihre Rolle sehr präsent. Bodo Wolf ist als Jonathan Drake ebenfalls sehr gut besetzt, seine überhebliche und herrische Art sorgt gleich für den richtigen Eindruck des Commissioners. Weitere Sprecher sind Jörg Hengstler, Leonie Landa und Gerd Haas.

Die Betonung der Handlung liegt hier natürlich wieder bei den Actionszenen, die mit passenden und vielseitigen Geräuschen umgesetzt wurden und so lebendig und sehr präsent ausgestaltet. Auch die Musik ist wieder gut im Einsatz und sorgt an den passenden Stellen für eine atmosphärische Untermalung. Wie immer ist alles gekonnt aufeinander abgestimmt und sorgt für eine düstere und lebendige Atmosphäre.

Das Cover ist wieder im typischen Zeichenstil von Timo Wuerz gehalten, das Motiv ist aber alles andere als gewöhnlich für die Serie. Denn die beiden alten Damen haben zwar einen engen Bezug zur Folge, haben aber erst einmal nichts Übernatürliches an sich. Dennoch kommt durch die ersten Gesichtsausdrücke und die markanten Züge viel passende Stimmung auf.

Fazit: Eine düstere Atmosphäre, viele kriminalistische Elemente, hervorstechende Charaktere - „Das Todeskabinett“ kann mit vielen sehr gelungenen Elementen überzeugen und hat eine ausgewogene Mischung aus Humor, Action und Grusel. In sich abgeschlossen und doch mit einem Ausblick auf das Kommende passt die Folge auch gut an diese Stelle der Serie.

VÖ: 21. Dezember 2017
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5424-5

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