Mord in Serie - 31. Life Unlimited



Erster Eindruck: Frischer Wind bei Mord in Serie

„Kryonik“ - ein Unternehmen, dass die Körper von sterbenskranken Menschen einfriert und so konserviert, bis ein Gegenmittel gegen ihre oftmals schweren Krankheiten entdeckt wird. Die engagierte Ärztin Dr. Jennifer Cohen wird von einem Patienten um die Meinung zu dieser Firma gebeten, hatte aber kurz zuvor eine unangenehme Begegnung mit einem Einsatzteam. Doch die macht sich die Entscheidung dennoch nicht leicht, sondern recherchiert erst einmal über die Hintergründe der Firma...

Erik Albrodt verpasst der Contendo Media-Thrillerreihe „Mord in Serie“ mit der 31. Folge eine kleine Frischzellenkur und hat den bisherigen Autor Markus Topf mit einem sehr gelungenen Skript abgelöst. Dabei setzt er auf eine sehr realistische Szenerie und nähert sich dem Thema über ganz verschiedene Wege. Zunächst wird eine ziemlich dramatische Szene gezeigt, in der Hauptfigur Jennifer zum ersten mal von dem Unternehmen erfährt, das sein Geschäft mit der Todesangst seiner Patienten verdient. Eine Sterbeszene an den Anfang zu stellen funktioniert sehr gut und bringt den Ernst des Themas gut zur Geltung, stellt aber auch erste Fragen zur Geschäftspraktik. Immer mehr Details kommen dann im Laufe der Zeit ans Tageslicht, sodass sich ein immer vollständigeres Bild zusammensetzt. Interessant ist dabei, dass das Bild, das von Kryonik“ dabei gezeichnet wird, immer wieder ein anderes ist, mal werden sie als Heilsbringer, mal als skrupellose Geschäftsleute dargestellt. Das ist recht dynamisch und sorgt mit einer rätselhaften Atmosphäre für viele packende Momente. Denn auch wenn das Mysterium um Kryonik im letzten Drittel größtenteils aufgedeckt wurde, gibt es noch einige spannende Szenen, bei denen eben nicht festzustehen scheint, wie das Ganze ausgehen wird. Das Erschreckende an der Folge ist, dass sie so realistisch wirkt und die Hintergründe gar nicht mal sonderlich weit hergeholt wirken, nur eben deutlich überspitzt. Eine gut konstruierte und durchgängig unterhaltsame Folge der Reihe, die mir gut gefallen hat.

Marion Musiol ist hier in der Hauptrolle der Dr. Jennifer Cohen zu hören und schafft einen sehr präsenten Charakter, sie bringt viele unterschiedliche Stimmungen hervor und kann von der einfühlsamen Ärztin bis zur nachdrücklichen Detektivin viele Facetten darstellen. Bastian Sierich ist als Kenneth Fields zu hören, seine Stimme ist markant und kann die wichtige Rolle immer wieder im Mittelpunkt platzieren. Auch Till Hagen kann seinen unverkennbaren Klang geschickt einsetzen, um der Geschichte seine eigene Note aufzudrücken. Weitere Sprecher sind Michael Bideller, Simon Böer und Katja Brügger.

Akustisch wird hier wieder eine lebendige Atmosphäre geboten, die sich durch die ganz unterschiedlichen Stimmungen auszeichnen. So ist jede Szene mit einer passenden Geräuschkulisse unterlegt, sodass der Hörer immer mitten in der Geschichte verankert ist. Auch die Musik ist stimmig eingebaut und unterstützt die sich stetig steigernde Spannung in ihrer Wirkung.

Ein rosiges Gehirn, das in einen massiven Eisblock eingefroren ist – ein ungewöhnliches Titelbild, das mit seinem schlichten Hintergrund und dem ebenso schlichten Schriftzug den Fokus voll auf das Motiv lenkt. Das kleine Booklet, das dem Jewel Case beiliegt, enthält neben allen wesentlichen Produktionsinfos noch viele Hinweise auf andere Produktionen des Labels.

Fazit: Skrupellose Geldmacher oder technisch versierte Wohltäter – weite Teile der Handlung drehen sich um diese Frage, was kurzweilig und spannend aufbereitet ist. Viele unterschiedliche Szenerien reihen sich dabei aneinander und ergeben langsam ein komplettes Bild. Schön, dass der Hintergrund des Ganzen zwar überspitzt, aber nie unrealistisch wirkt und alles so dicht und stimmungsvoll geschildert wurde.

VÖ: 23. Februar 2018
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-78-9

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