Morgan & Bailey - 12. Tod in den Hamptons



Erster Eindruck: Ein Golfplatz der Reichen und Schönen...

Um ihren Neffen bei der Überbringung einer wichtigen Nachricht an seine Eltern zu unterstützen, reist Rose Bailey mit ihm bis in die Hamptons, natürlich in Begleitung von Charles Morgan. Doch der Ausflug hat noch gar nicht richtig begonnen, da ist auch schon wieder die Spürnase der beiden geistlichen Ermittler gefragt. Denn auf einem Golfplatz wird die Leiche eines Mannes entdeckt, der schnell als Bekannter der Familie Fletcher identifiziert werden kann..

Liam Fletcher, der Neffe von Pastorin Rose Bailey ist bereits seit längerem Bestandteil der „Morgan & Bailey“-Serie von Contendo Media, seine Eltern hingegen haben in der zwölften Folge erst ihren zweiten Auftritt. Auch hier kommen ihre sehr speziellen Eigenheiten und das überhebliche Auftreten gut zur Geltung, und trotz dieses snobistischen Eindrucks werden auch ihre sympathischen betont. Die beiden stehen auch des öfteren im Mittelpunkt, da der Mord in ihrem unmittelbaren Umfeld geschehen ist. Die Ermittlungen wirken etwas behäbig, zunächst werden viele Figuren vorgestellt, dann die Zusammenhänge erörtert. Zwar gibt es immer wieder Anhaltspunkte für den Mörder, doch so richtig in Schwung kommt die Handlung dabei nicht. Doch langsam schält sich der Kern der Folge hervor, man bekommt eine Ahnung, in welche Richtung sich das ganze entwickeln wird, sodass ab etwa der Hälfte der Laufzeit die Spannung deutlich ansteigt. Schön, wie dann auch das Tempo ansteigt und über kleinere falsche Fährten eine größere Komplexität als anfangs gedacht erreicht wird. Die beiden ermittelnden Hauptfiguren mit ihrem göttlichen Einschlag halten sich aber wie in der Vorgängerfolge recht deutlich zurück und können so nicht ihren ganzen Charme entfalten. Die Auflösung des Ganzen ist dann geschickt erzählt und schließt die offenen Handlungsfäden – und natürlich wird auch das Geheimnis um Liam gelüftet, das in den nächsten Folgen sicherlich noch für einigen Trubel sorgen wird.

Joseline Gassen ist in der Rolle der Violet Fletcher zu hören und bringt mit ihrer leicht überheblichen Art nicht nur einen komödiantischen Aspekt mit ein, sondern kann auch die Emotionen von Liams Mutter treffend darbieten. Thomas Pieper ist als Detective Goodwin mit dabei, seine markante Stimme passt sehr gut zu dem bedächtigen Charakter. Gut gefallen hat mir Stephanie Kirchberger als Soraya Hernandez, die mit viel Ausdruck und einem glaubhaften Akzent für einen immer sehr präsenten Ausdruck sorgt. Weitere Sprecher sind Joachim Kerzel, Simone Röbern und Achim Buch.

Die musikalische Ausgestaltung der Folge ist eher zurückhaltend, setzt die Atmosphäre der Folge aber durchaus treffend um. Auch die Geräusche sind nicht sonderlich ausufernd eingebaut, sorgen aber an den richtigen Stellen für eine lebendigere Stimmung. Die Dialoge und ihre Sprecher stehen hier aber immer im Mittelpunkt des Interesses.

Ein kühles Blau wurde dieses mal für das Cover ausgewählt, im Hintergrund ist wieder die bereits bekannte enge Schreibschrift zu sehen, auch das tolle Logo und der hübsche Schrftzug sind wieder im Einsatz. Als Motiv wurde ein Golfschläger samt blutbeschmiertem Ball gewählt, auch die Silhouette eines Mannes auf dem Golfplatz passt gut zu der Handlung.

Fazit: Der zweite Auftritt der Fletchers ist sehr gelungen, ihre snobistische Art kommt wieder sehr gut zur Geltung, auch die anderen neuen Charaktere unterstützen die leicht satirische Ausstrahlung der Folge. Der Fall kommt erst recht spät ins Rollen, präsentiert dann aber eine gut zusammengestellte und spannende Handlung.

VÖ: 16. Februar 2018
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-66-6

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