Sherlock Holmes Sammleredition 9



Erster Eindruck: Perlen, Briefe und eine Schatulle

Sherlock Holmes bekommt eine Einladung seines alten Freundes Victor Trevor. Und so erfährt er von einer geheimnisvollen Schatulle, die Trevors verstorbenen Vater Trevor gehört hat und die ein großes Geheimnis birgt... (Das Geheimnis der Gloria Scott)
Schon seit einigen Jahren erhält die attraktive Miss Mary Morstan in jedem Jahr einen Brief mit einer wertvollen Perle. Doch nun will sich der Absender mit ihr treffen, wofür sie sich die Hilfe von Sherlock Holmes erbittet... (Im Zeichen der Vier)

In der neunten Sammleredition der Sherlock Holmes-Hörspiele von Maritim sind mal nicht drei Fälle enthalten, sondern nur zwei. Grund dafür ist, dass „Im Zeichen der Vier“ mit doppelter Laufzeit auf zwei CDs etwas länger geraten ist – und das ist auch gut so, denn hier liegt ein sehr starker Fall für Holmes und Watson vor. Die Szenerie wird von Mary Morstan zunähst ausführlich und stimmungsvoll geschildert, wobei die gelegten Hinweise bei weitem nicht so offensichtlich sind, als dass man sie direkt entschüsseln könnte. Vielmehr werden in den nachfolgenden Recherchen immer weitere Details hinzugefügt, die langsam ein komplettes Bild zusammensetzen, aber auch weitere Fragen aufwerfen. Die Auflösung ist dann sehr treffend und auf den Punkt gebracht umgesetzt. Wunderbar kommt auch der Humor dieser Folge herüber, die die spezielle Freundschaft der beiden Hauptfiguren kurzweilig beleuchtet. „Das Geheimnis der Gloria Scott“ ist nicht ganz so markant, kann aber ebenfalls mit einer kurzweiligen Handlung punkten. Dabei dient Holmes als eine Art Erzähler, da er Watson von bereits vergangenen Ereignissen berichtet. Diese zwei Zeitebenen sorgen für eine gewisse Dynamik, wobei auch hier einige humorvolle Aspekte verarbeitet wurden.

Perfekt aufeinander abgestimmt sorgen die beiden wunderbaren Herren Christian Rode und Peter Groeger in den Hauptrollen für viel Charme, indem sie viel Humor mit einbringen und dennoch weit davon entfernt sind, ihre Rollen ins Flapsige abgleiten zu lassen. Reent Reins sorgt mit seiner markanten Stimme in „Das Geheimnis der Gloria Scott“ für einige einprägsame Momente, er geht völlig in der Rolle auf und klingt sehr authentisch. Marianne Groß hat in „Das Zeichen der Vier“ hörbaren Spaß an der Rolle der Mary Morstan, ihre warme Stimme passt sehr gut zu der Rolle. Weitere Sprecher sind Klaus Dieter Klebsch, Gisela Fritsch und Gerd Baltus.

Die akustische Umsetzung der beiden Folgen setzt den positiven Eindruck der Serie fort, wieder sind die Geschichten in den Szenenübergängen mit stimmiger Musik unterlegt. Die Dialoge werden von einigen passenden Geräuschen begleitet, die jedoch wohl dosiert sind und die Sprecher nie zu überdecken drohen. Das wirkt alles wie aus einem Guss und sorgt für eine reduzierte und treffende Atmosphäre.

Die Titelbilder der ursprünglichen Veröffentlichung wurden auch hier verwendet und sind in ihrer Miniaturvariante auf dem Cover der Box zu sehen – von „Im Zeichen der Vier“ sogar zweimal. Mir gefällt, wie die jeweiligen Themen gut aufgegriffen wurden. In der dicken Box ist leider kein Booklet zu finden, sodass keinerlei weitere Informationen zu finden sind, auch eine Zuordnung der Sprecher zu ihren Rollen wurde nicht vorgenommen.

Fazit: Während „Das Geheimnis der Gloria Scott“ eine sehr solide Produktion ist und einen Fall aus Holmes' Vergangenheit dynamisch präsentiert, ist „Im Zeichen der Vier“ eine starke Folge der Serie mit prägnanten Charakteren, einer verschlungenen Handlung und viel Witz. Die Überarbeitung des Klanges durch Markus Winter hat den Folgen gut getan.

VÖ: 1. Dezember 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960661-02-3

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