TKKG – 203. Der Räuber mit der Weihnachtsmaske



Erster Eindruck: Klößchen in Topform...

Karl besucht mit seinem Vater dessen alten Studienkollegen, der sich ganz der Musikwissenschaft verschrieben hat. Bei seinen Recherchen hat er eine wahre Sensation entdeckt, die erste Originalschrift des wohl bekanntesten Weihnachtsliedes „Stille Nacht, heilige Nacht“. Doch das wertvolle Artefakt wurde aus seinem Büro gestohlen – ein neuer Fall für TKKG...

Alle Jahre wieder ist es so weit, und diverse Kinder- und Jugendhörspielserien feiern das Weihnachtsfest mit einer thematisch angepassten Folge. Auch die 203. Folge der Serie spielt in den letzten Tagen des Jahres und verbreitet dabei auch die passende Stimmung, sei es durch einen Weihnachtsmarkt, der in der Millionenstadt gastiert, das wertvolle Original der Noten des wohl bekanntesten Weihnachtslieds, ein Besuch in einer nahe gelegenen Kapelle und natürlich jede Menge Schnee. Dabei blitzt tatsächlich immer wieder eine passende Atmosphäre auf, insgesamt ist die Folge aufgrund der langgezogenen Handlung jedoch nicht wirklich stark. Nach dem durchaus unterhaltsamen, oben beschriebenen Intro reihen sich viele leider recht unspektakuläre Szenen aneinander, die durch lange Dialoge auffallen und so keinerlei Spannung aufkommen lassen. Ein wenig mehr Pepp wäre wünschenswert gewesen, zumal auch nur wenige Überraschungen eingebaut sind. Auch ist die Folge für halbwegs geübte Hörer schnell zu durchschauen, sodass die Spannung ebenfalls auf der Strecke bleibt. Hinzu kommt noch, dass es einige Ungereimtheiten gibt, besonders eine spezielle Verfolgungsjagd fällt am Ende dadurch auf, das der sonst so unsportliche Klößchen plötzlich wahre Höchstleistungen vollbringt.

Stephan Schwartz ist in der Rolle des gutmütigen, aber auch etwas schusselig wirkenden Professor Tilmann Zobel zu hören, wobei er trotz der vielen klischeehaften Charakterzüge des Musikwissenschaftlers eine gelungene Grundstimmung erzeugt. Angela Stresemann ist als Emilia von Thauß zu hören und bringt eine eingängige und lebendige Sprechweise mit, die sich gut in das Ambiente der Folge einfügt. Auch Tobias Diakow hat mir als Karl wieder gut gefallen, er findet sich immer besser n die Rolle hinein. Weitere Sprecher sind Tommi Piper, Achim Buch und Volker Bogdan.

Die atmosphärische Gestaltung der Folge ist locker und gut an die jeweilige Stimmung angepasst, wobei kaum Weihnachtsmusik zu hören ist. Die eingebauten Melodien sind stimmig und fügen sich eher im Hintergrund ein. Die Geräuschkulisse ist da schon etwas prägnanter, die verschiedenen Szenarien kommen durch die gelungene Ausgestaltung gut zur Geltung.

Das Cover zeigt eine der letzten und entscheidenden Szenen, in der die vier Freunde gemeinsam eine wilde Schlittenjagd auf den verkleideten Verbrecher starten. Optisch ist das hübsch anzusehen, verrät aber für meinen Geschmack etwas zu viel von der Handlung. Die restliche Gestaltung ist wie immer hübsch und übersichtlich geraten, wobei die Idee mit den kleinen Zeitungsausschnitten auch hier wieder gut wirkt.

Fazit: Leider kann die Geschichte um das gestohlene Notenblatt nicht so richtig in Fahrt kommen und plätschert ohne große Highlights daher, bis im Finale dann deutlich zu dick aufgetragen wird. Die Charaktere hätten noch etwas prägnanter ausgearbeitet werden können, werden aber gelungen durch die routinierten Sprecher umgesetzt. Auch die erzeugte Atmosphäre hat mein Gefallen gefunden.

VÖ: 24. November 2017
Label: Europa
Bestellnummer: 889853902026

Datenschutzerklärung