Die Punkies – 7. Into the wild



Erster Eindruck: Ein Graben statt einer Brücke

Die Punkies freuen sich auf ein großes Festival, das sie mal als Zuschauer und nicht als Band besuchen wollen. Doch das Navi des alten Bullies streikt, zu allem Überfluss bleiben die Punkies auch noch wegen Spritmangel mitten in der Nacht stehen. Und so landen sie ungeplant in dem kleinen Ort Zornau, in dem eine alte Familienfehde das ganze Dorf entzweit...

Musik steht im Mittelpunkt bei den Punkies, das ändert sich auch nicht, wenn sich die Geschichten der Hörspielserie von Europa auch mal in eine andere Richtung entwickelt. Denn immer wieder geht es um Auftritte oder Proben, werden unfertige Lieder getextet oder das bestehende Repertoire zum Besten gegeben. Und so kommt dieser Aspekt auch bei „Into the wild“ nicht zu kurz und begleitet die Bandmitglieder während der gesamten Handlung, was mir sehr gut gefällt. Die eigentliche Handlung der Folge konzentriert sich ganz auf den Konflikt der beiden verfeindeten Familien in Zornau. Zunächst erfahren die Punkies, wie sich der Konflikt auf das alltägliche Leben auswirkt, im Laufe der Zeit kommen jedoch immer mehr Details ans Tageslicht. Ein Auftritt der Band sollte eigentlich zum Versöhnungsfest werden, clever gelöst ist dabei, warum das so deutlich misslingt und noch Stoff für eine ungewöhnliche Auflösung bietet. Hier wird dem Hörer vielleicht eine Spur zu viel aufgetischt, doch die Handlung wird dadurch in sich stimmig abgeschlossen. Wie immer lockern viele freche und humorvolle Sprüche das Geschehen auf, auch Querverweise zu anderen Punkies-Folgen lassen sich finden.

Niko König ist in der Rolle des Carlo Capraun zu hören, der mit seiner ebenso herzlichen wie deftigen Art eine sehr präsente Figur abgibt und den Punkies bei ihrer Erkundung des Dorfes hilfreich zur Seite steht. Auch Oliver Warsitz macht seine Sache als Leo Montag sehr gut, er gibt eine launige und nahbare Vorstellung des Familienoberhaupts ab. Merete Brettschneider wirkt als Aylin wieder sehr natürlich und freundlich, schnell haben jüngere Zuhörer hier eine Identifikationsfigur gefunden. Weitere Sprecher sind Johannes Semm, Franciska Friede und Ivo Möller.

Der Anteil an Musik der Punkies wirkt in dieser Folge noch etwas höher als sonst, einige bereits bekannte Titel werden angespielt, es gibt Unplugged-Versionen, neue Lieder werden angetestet und eine ganz besondere Coverversion sorgt für Aufsehen. Das ist gut integriert und gestaltet die Stimmung der Folge, doch auch die Musik während einiger Szenenwechsel und die vielfältigen und passenden Geräusche sorgen für eine moderne und lebendige Atmosphäre.

Der Titel der Folge „Into the Wild“ist auf dem Cover gelungen umgesetzt, die Szenerie auf der unfertigen Brücke wirkt tatsächlich aufregend und ist mit der aufgehenden Sonne ein wahrer Hingucker. Durch die Farbgebung des Motivs passt der ausladende Schriftzug der Serie hier besonders gut. Und auch die blaue Seitenlasche der CD ist ein Kennzeichen der Serie.

Fazit: Schön, dass trotz allen Trubels und aller neuen Nebencharaktere nie aus den Augen verloren wird, dass die Punkies für ihre Musik brennen. Das fügt sich nämlich sehr gut in die Handlung ein, die kurzweilig und locker erzählt wurde. Am Ende wird vielleicht eine Spur zu dick aufgetragen, zeigt aber vor allem auch, dass man gemeinsam deutlich weiter kommt als allein. Und das ganz ohne erhobenen Zeigefinger.

VÖ: 17. November 2017
Label: Europa
Bestellnummer: 889853449323

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