Karl May – 6. Winnetou II



Erster Eindruck: Auf gefährlicher Reise...

Gemeinsam mit Old Shatterhand, Sam Hawkins und seinem Vater Intschu-Tschuna ist Winnetou auf einem langen Ritt quer durch die heutigen USA unterwegs, doch immer wieder wird die Gruppe aufgehalten. Als Hawkins eine allzu neugierigen Gruppe anderer Reisender Auskunft über ihr Ziel gibt, wird Winnetou misstrauisch, lässt sich aber nach einer kurzen Verfolgung wieder beruhigen. Nicht ahnend, welches Ungemach ihnen noch droht...

Weiter geht es bei Maritim nicht nur mit der Wiederveröffentlichung der Karl May-Hörspiele aus den 70er Jahren, sondern eben auch mit den Geschichten im Winnetou. Die zweite Folge um den Apachen-Häuptling und seinen Blutsbruder Old Shatterhand beginnt mit einer geheimnisvollen Ankündigung, schon kurz darauf findet man sich mitten in die oben beschriebene Szenerie wieder – ohne große Einleitung oder Erklärung. Dennoch findet man sich schnell zurecht und kann die kleine Reisegruppe ohne Schwierigkeiten begleiten und sich von der abenteuerlichen und spannenden Szenerie einfangen lassen. Die Geschichte lebt allerdings eindeutig von der abenteuerliche Atmosphäre, von den immer neuen und unterschiedlichen Situationen, in die die Charaktere geraten, von vielen stimmigen und eingängigen Augenblicken. Die Geschichte endet dann ziemlich abrupt, gefühlt mitten in einer Szene, sodass der Hörer nicht sonderlich sanft aus der Handlung entlassen wird. Das ist zwar etwas unbefriedigend, war aber zu der Zeit der Produktion durchaus üblich und aufgrund des ansonsten starken Hörspiels zu verkraften. Eine stimmige Folge der Serie, die recht dynamisch wirkt und mit so einigen starken Szenen punktet.

Herbert Wilk ist – wie auch schon in der ersten Folge um Winnetou – als Intschu-Tschuna zu hören, den er mit markanter Stimme und viel Aura sehr prägnant in Szene zu setzen weiß, er lässt die Weisheit des Apachen-Häuptlings gut zur Geltung kommen. Rolf Marnitz spricht in dieser Folge die Rolle des Will Parker, er passt gut in das abenteuerliche Ambiente und sorgt insgesamt für einen lebendigen Ausdruck, wenn er auch der einen oder anderen Stelle etwas hölzern klingt. Heinz Rabe ist als Tangua zu hören, trotz des eher kleinen Auftritt der Figur kann er einen positiven Eindruck hinterlassen. Weitere Sprecher sind Hans Mahlau, Max Grothusen und Michael Nowka.

Wie schon der erste Teil von „Winnetou“ startet auch diese Produktion mit einer sehr ansprechenden akustischen Gestaltung, die unheilvolle Ankündigung eines Medizinmannes sind mit rhythmischen Trommeln unterlegt. Doch auch die restliche Handlung ist immer wieder mit passenden und atmosphärischen Geräuschen unterlegt, die die Szenen lebendiger wirken lassen.

Old Shatterhand und Winnetou sind natürlich auch wieder auf dem Cover zu sehen, das dem Titelbild der Schallplattenveröffentlichung entnommen wurde. Die Zeichnung wirkt reichlich nostalgisch und ein wenig aus der Zeit gefallen, transportiert aber gerade damit auch viel Charme. Im Inneren sind alle wichtigen Produktionsangaben zu lesen, erfreulich auch, dass die Sprecher den einzelnen Rolle zugeordnet wurden.

Fazit: Auch der zweite Teil von Winnetou aus der Karl May-Reihe von Maritim wirkt sehr abenteuerlich, schlägt aber teilweise andere Töne an und entwickelt sich schneller weiter. Dabei sind viele starke Szenen gelungen, obwohl Anfang und Ende recht abrupt wirken. Eine hörenswerte Produktion, die auch heute noch gut funktioniert.

VÖ: 10. November 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960661-05-4