Dragonbound – 20. Verwandlung



Erster Eindruck: Kampf bis in den Tod...

Nicht nur äußerlich wird Lea immer mehr zum Skolnik, auch ihre Wutausbrüche nehmen immer mehr zu. Doch die Versuche, sie von dem schleichenden Prozess der Verwandlung zu heilen, schlagen allesamt fehl. Ein letzter Ausweg bleibt ihr noch, doch der Besuch bei der geheimnisvollen Hexe Orsaya ist nicht nur mit einem gefährlichen Weg verbunden, auch die Absichten der zwielichtigen Magierin sind nicht so einfach zu durchschauen...

Der zweite große Handlungsstrang der Fantasy-Serie „Dragonbound“ findet in der 20. Folge „Verwandlung“ ihren Abschluss. Und das bedeutet gleich zweierlei: Einerseits muss natürlich ausgelöst werden, ob tatsächlich zu einem der gefährlichen Skolnik wird, andererseits ist natürlich auch der rote Faden der zweiten Staffel um den diabolischen Farudin ein wichtiges Thema. Ziemlich viel Stoff für eine Folge, und genau deswegen sind hier auch gleich zwei CDs mit einer Laufzeit von insgesamt 100 Minuten vorhanden. Zunächst wird verzweifelt nach einer Heilung für Lea gesucht, wobei der Szenerie noch einige neue Facetten abgewonnen werden, auch wenn sich einige Motive aus den vorigen Folgen durchaus wiederholen. Toll ist beispielsweise die Szenerie mit der Hexe Orsaya, die düster und magisch gelungen sind, auch einige überraschende Wendungen sind in diesen Teil eingebaut und halten das Hörspiel sehr lebendig. Nach etwa der Hälfte der Zeit ist dieser Handlungsstrang abgeschlossen, sodass der Fokus auf Farudin umschwenkt. Endlich sind seine Ziele, seine Motivation zu erkennen, endlich offenbart er seinen finsteren Plan. Das endet dann einerseits in einer ziemlich dramatischen Szene, bei der sich der Hörer von einer lieb gewonnenen Figur verabschieden muss, andererseits auch mit einer sehr harten und unmenschlichen Entscheidung von Lea, die mit einer düsteren, geradezu apokalyptischen Vision verbunden ist. Und in allem ist wieder dieser ziemlich sarkastische Humor eingebunden, der mit Anspielungen auf die reale Welt und ziemlich frechen Sprüchen für gute Unterhaltung sorgt. Die Folge ist ziemlich dicht und atmosphärisch erzählt, stärkt die positiven Seiten der Serie und bietet viele Überraschungen – ein sehr gelungener Abschluss der Geschichte.

Die Sprecherleistung ist insgesamt wieder positiv, wobei Bettina Zech in der Hauptrolle der Lea wieder eine sehr engagierte und lebendige Sprechweise an den Tag legt, sodass sie einen interessanten und vielseitigen Charakter schafft. Besonders in den letzten Szenen kann sie mit dramatischen Gesten punkten. Ulrike Johansson ist in der Rolle der geheimnisvollen Hexe Orsaya ebenfalls gut besetzt, sie wählt eine sehr gradlinige Stimmlage und lässt die Figur so sehr präsent wirken. Christian Rudolf ist natürlich wieder als Telon zu hören, den er facettenreich und treffsicher vertont. Weitere Sprecher sind Matthias Keller, Martina Schölzhorn und Katharina von Daake.

Diese Folgen bietet dem Produzententeam eine große Spielweise, um sich auszutoben, sodass die ganz unterschiedlichen Stimmungen der Folge gut zur Geltung kommen. Da gibt es unheimliche Momente im Wald mit übernatürlichen Wesen, stille und nachdenkliche Szenen und prägnante Kampfsequenzen, was alles mit mitreißender Musik und vielen stimmigen Geräuschen unterlegt ist. Toll ist, dass auch in entscheidenden Szenen die Dialoge nur für sich stehen können.

Wieder ist auf dem Cover einer der blutrünstigen Skolniks zu sehen, mit weißer Haut, rot leuchtenden Augen, spitzen Zähnen und langen Gliedmaßen wirkt dieser sehr unheimlich. Über allem liegt ein violetter Schimmer und ein helles Licht, was das Cover abrundet. Vielleicht nicht das aufregendste Cover der Serie, aber durchaus stimmig inszeniert.

Fazit: Zum großen Finale der zweiten Staffel wird ein wahres Feuerwerk gezündet. Die Geschichte ist sehr abwechslungsreich und besticht mit vielen unterschiedlichen Stimmungen, wobei einige heftige Wendepunkte eingebaut sind. Besonders beeindruckend ist dabei eine harte Entscheidung, die Lea am Ende treffen muss. Spannung, Emotionen und Humor halten sich hier die Waage, sodass mit der Abschluss sehr gefallen hat.

VÖ: 19. Januar 2018
Label: Gigaphone
Bestellnummer: 978-3-96282-100-5