Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 12. Entscheidung in den Karpaten



Erster Eindruck: Düstere Vorwarnungen und neue Begleiter...

Phileas Fogg, Auoda und Passepartout wollen nicht mehr nur auf die Angriffe der geheimnisvollen Organisation abwehren, die in der ganzen Welt ihr Unwesen treibt. Und holen sie zum Gegenschlag aus und reisen nach Rumänien, wo einer der Drahtzieher – Baron von Gortz – das Schloss seiner Vorfahren bezogen hat. Doch die Warnung der Dorfbewohner sind eindringlich, das angeblich verfluchte Gebäude zu meiden. Glücklicherweise bekommen sie noch Unterstützung von einem neuen Begleiter...

Bereits etliche bekannte Geschichten ganz unterschiedlicher Werke sind als Versatzstücke in der von Jules Verne inspirierten Hörspielserie „Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg“ verbaut worden, sodass der Hörer bei den Worten „finstere Festung“ und „Transsylvanien“ auf dem Klappentext zusammenzählen kann, welche Bedrohung für die abenteuerliche Reisegruppe in der zwölften Folge der Serie ansteht. Und tatsächlich erinnert der erste Teil dann auch stark an die bekannte Vorlage – und es ist sehr interessant zu hören, was die Änderung von Kleinigkeiten für eine Wirkung erzielen kann. Nur leicht in einen anderen Kontext gesetzt sorgen die Ankündigungen der Dorfbewohner und die Gerüchte über übernatürliche Vorgänge für eine sehr eigenständige und dichte Stimmung. Natürlich geht es auf dem Schloss von Baron von Gortz noch intensiver und bedrohlicher zu, inklusive zahlreicher gefährlicher Momente für die Helden der Serie. So wird dann auch das Finale zu einer packenden Angelegenheit, zumal einer der Charaktere zeigen kann, was in ihm steckt. Das ist dynamisch und mit schnellen Szenenwechseln versehen, was richtig Spaß macht und mit der sehr düsteren Atmosphäre punktet. Schön auch, dass gleich der Faden für den weiteren Verlauf der Handlung gelegt wird, die Vorfreude auf das Kommende wird jedenfalls noch mehr geweckt. Eine sehr starke Folge der Serie!

Kai Henrik Möller ist in dieser Folge als Graf Franz von Telek zu hören, mit fester und energetischer Stimme ist er eine gelungene Ergänzung für das bereits bekannte Trio und steigert gemeinsam mit ihnen die Dynamik der Folge. Der große Gegenspieler der Folge wird von Torsten Michaelis gesprochen, der seine jahrelange Erfahrung einsetzt und so eine sehr düstere Aura um seine Figur aufbaut. Dagmar Dreke ist in der Rolle der Ludmilla ebenso gut besetzt, auch sie passt wunderbar in die düstere Szenerie dieser Episode. Weitere Sprecher sind Helmut Krauss, Holger Löwenberg und Torsten Sense.

Viele passende Musikstücke legen sich hier um die Szenen, betonen besonders dramatische Stellen oder sorgen gerade durch ihre Abwesenheit für eine sehr intensive Stimmung. Ergänzt wird das durch viele authentische Geräusche, die sehr sauber eingebaut wurden und an den passenden Stellen auch mal etwas lauter sein dürfen.

Der Schauplatz dieser Folge ist sehr gut gewählt und macht auch als Covermotiv einiges her. Denn in erdigen Tönen dargestellt setzt es sich vom dunklen Hintergrund an, was durch einen Fledermausschwarm, kahle Bäume und ein schlichtes Friedhofskreuz ansehnlich ergänzt wird. Das kleine Booklet ist wie immer schlicht gehalten, enthält aber alle notwendigen Angaben.

Fazit: „Entscheidung in den Karpaten“ entlockt der Serie noch einige neue Facetten, bringt einen gewissen Gruselfaktor mit ein und variiert ein bekanntes Thema so gelungen, dass die Spannung trotzdem sehr hoch ist. Nach dem unheimlichen Intro und einem sehr eindringlichen Mittelteil kann auch das Finale vollkommen überzeugen und setzt mit kleinen Überraschungen immer wieder Akzente. Sehr sehenswert!

VÖ: 17. November 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960660-38-5