Asterix – 25. Der grosse Graben



Erster Eindruck: Intrigen und die große Liebe...

Auch wenn sich im kleinen gallischen Dorf von Asterix die Bewohner nicht immer einig sind – eigentlich halten sie zusammen wie Pech und Schwefel. Anders sieht das in einem anderen Dorf aus, denn hier zieht sich ein tiefer Graben mitten durch das Gelände, und auch die Bewohner sind miteinander verfeindet. Besonders schwierig ist dies für die Kinder der beiden konkurrierenden Häuptlinge Griesgramix und Grobianix , denn diese fühlen sich stark zueinander hingezogen...

Nach dem Tod von René Goscinny im Jahr 1977 hat sein Partner Albert Uderzo die Asterix-Comics eigenständig und ohne neuen Partner fortgeführt. „Der große Graben“ ist die erste Geschichte, die er allein geschrieben hat. Als 25. Band der Reihe erschienen ist nun auch die Umsetzung von Karussell auf den Markt gekommen, wie immer wirkt auch diese Umsetzung herrlich „oldschool“ und setzt auf den Witz der Szene sowie die vielen kleinen Anspielungen der Handlung. Unverkennbar ist beispielsweise die an „Romeo und Julia“ erinnernde Szenerie zwischen Grünix und Grenoline, die hier eine wichtige Rolle spielt und der Folge immer wieder neue Impulse verleiht. Auch der Vergleich zwischen dem Graben der Folgen und der realen Mauer, die ein ganzes Land teilt, drängt sich auf. Bevor es aber allzu ernst wird, sorgen wieder herrlich überzeichnete Charaktere, witzige Sprüche und natürlich auch allerlei Prügelszenen für Kurzweil, wobei auch die Römer wieder kräftig mitmischen und von den Galliern ausgetrickst werden. Die hier gesponnenen Intrigen sorgen für einen unterhaltsamen Verlauf und bringen Schwung in die Handlung, sodass eine stimmige Folge entstanden ist.

Eckart Dux ist in dieser Folge wieder als Miraculix zu hören, seine prägnante und ausdrucksstarke Stimme sorgt auch hier für sehr gelungene Momente, zumal er die Ruhe und Selbstsicherheit, die die Figur ausstrahlt, sehr gut wiedergeben kann. Rüdiger Schulski spricht die Rolle des Grobianix sehr polterig und laut, immer wieder heizt er die Stimmung weiter ein. Katharina von Keller ist als Gernoline zu hören, auch sie passt sich mit ihrer Stimme gut an das comichafte und bunte Ambiente an und lässt ihre Figur gut zur Geltung kommen. Weitere Sprecher sind Mark Seidenberg, Robin Brosch und Thomas Karallus.

Die akustische Umsetzung der Serie hat sich in den letzten Folgen bereits bewährt und wird auch hier wieder eingesetzt, um das Gefühl der Comics umzusetzen. So wirken die Geräusch oft absichtlich künstlich, gerade bei den Kampfszenen, aber auch einige stimmige Hintergrundgeräusche wurden eingebaut. Musik ist nur wenig im Einsatz, zumal viele Stücke schon bekannt sind.

Viele Asterix-Comics haben in den letzten Jahren ein neues Cover bekommen, das zu „Der grosse Graben“ wurde natürlich auch hier für das Titelbild verwendet. Asterix blickt dabei verschmitzt wie immer den Betrachter direkt an, während im Hintergrund Grünix und Grenoline einander anschmachten – stilecht auf dem Balkon. Dass beide im Schatten stehen und ein riesiger Mond scheint, verleiht dem Bild eine ganz besondere Atmosphöre.

Fazit: Natürlich kommt der Witz der Serie hier nicht zu kurz – schon wenn Obelix wegen eine tragischen Liebesgeschichte in Tränen ausbricht. Aber auch der Streit in dem gallischen Dorf, die gesponnenen Intrigen und eine pfiffige Auflösung des Ganzen lassen „Der grosse Graben“ zu einer unterhaltsamen Geschichte werden.

VÖ: 6. Oktober 2017
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602557101430