Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 35. Die letzte Symphonie



Erster Eindruck: Packendes Finale mit Knalleffekt...

Immer noch hat es Sherlock Holmes nicht geschafft, den gerissenen Schwerverbrecher Farley Straker dingfest zu machen. Als dieser an eine Formel gelangt, um eine Bombe mit höchster Zerstörungskraft zu erschaffen, muss Holmes seine Ermittlungen auf Hochdruck betreiben, um seinen finsteren Plänen zuvor zu kommen. Doch immer scheint Straker eine Spur schneller zu sein...

„Die letzte Symphonie“ ist innerhalb der „neuen Fälle“ um Sherlock Holmes von Romantruhe Audio so etwas wie ein kleines Finale, denn der Handlungsstrang um Farley Straker wird hier abgeschlossen. Der gewiefte Verbrecher am Rande des Irrsinns hat den Meisterdetektiv bereits in anderen Fällen auf Trab gehalten, was nun aber alles durch diese sehr intensive und geradezu beängstigende Folge getoppt wird. Zunächst wirkt alles noch wie eine starke, wenn auch recht gewöhnliche Geschichte um Holmes und Watson, schnell kommt die Handlung jedoch in Schwung. Dabei führt sie von dem oben beschriebenen Ausgangspunkt über mehrere Ebenen und Szenerien hinweg, sodass eine verschachtelte und vielschichtige Handlung entsteht. Viele Szenen haben mich dabei sehr überzeugt, doch das Finale ist wirklich beeindruckend. Erst hier klärt sich, warum die Folge den Titel „Die letzte Symphonie“ trägt, und hier spitzt sich die Lage dann auch richtig zu. Nicht nur die Bedrohung einer großen Menschenmenge, sondern besonders auch der Irrsinn und die Kaltblütigkeit Strakers werden sehr gut herausgearbeitet. Und ganz am Ende gibt es noch einen sehr intensiven Moment, der die Psyche von Holmes näher beleuchtet und ihn wirklich menschlich wirken lässt, wenn aller Eifer und alle Überheblichkeit von ihm abfallen. Auch die Konzentration auf nur wenige Figuren hat sich hier ausgezahlt, da man so vollkommen auf den Kampf zwischen Holmes und Straker konzentrieren kann. Die Handlung ist ungewohnt actionlastig für einen Holmes und steigert sich immer weiter, sodass eine sehr packende Folge der Serie entstanden ist.

Die Leistung von Christian Rode hat mich einmal mehr mitgerissen, mit seinem ausdrucksstarken Klang triebt er die Dramatik der Folge immer mehr nach oben, wobei er ganz am Ende eine ganz andere Seite von sich zeigt und damit noch einmal sehr überrascht. Alexis Krüger setzt die Rolle des Farley Straker wieder sehr auf den Punkt gebracht um, wobei er den Wahnsinn des Genies immer wieder durchscheinen lässt. Lutz Harder gibt in einigen Szenen wieder den Inspector Lestrade und passt sich der ernsthafteren Atmosphäre der Folge gekonnt an. Weitere Sprecher sind Arne Elsholtz, Lena Taege und natürlich Peter Groeger.

Toll ist wieder die musikalische Untermalung, die dieses mal aus Klavier und Cello besteht und doch sehr unterschiedliche Stimmungen wecken kann, die in den Erzähltexten von Watson und den Szenenübergängen sehr gut wirken können. Ergänzt wird dies durch zahlreiche Geräusche, die sehr sicher in die Handlung eingebaut wurden und die Szenerien lebendig gestaltet – auch hier ist besonders das Ende sehr treffend umgesetzt.

Das große Finale der Folge wird auch auf dem Cover dargestellt, wobei alles durch einen dichten Regenschleier verdeckt ist. Gemeinsam mit dem Stil eines Ölgemäldes kann man gar nicht so viele Einzelheiten erkennen, sondern sich ganz auf die treffend inszenierte Stimmung einlassen. Das Innere ist wie immer schlicht und übersichtlich gehalten.

Fazit: „Die letzte Symphonie“ ist trotz des Titels und dem Abschluss eines Handlungsstranges glücklicherweise nicht die letzte Folge der Serie, was gerade nach einer so starken und packenden Folge auch sehr schade wäre. Denn die Handlung wird mit der Zeit immer intensiver, konzentriert sich auf das Duell zwischen Holmes und Straker und hat mich von Anfang bis Ende vollkommen überzeugt.

VÖ: 17. November 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-220-1