Foster - 10. Das Böse im Guten



Erster Eindruck: Die Reise nach Moskau

Während sich Foster und Jazz weiter annähern, erreicht den übernatürlichen Ermittler eine ungewöhnliche Nachricht. Denn in Russland hat ein von den Behörden verfolgter Mann, der sich in die britische Botschaft retten konnte, explizit nach dem Geisterjäger verlangt. Sofort macht er sich auf den Weg nach Moskau, und trifft dort auf seinen russischen Kollegen Artjorn...

Mit „Das Böse im Guten“ startet Oliver Döring das dritte Buch seiner ebenso düsteren wie schwarzhumorigen Mystery-Hörspielseire „Foster“. Dabei müssen natürlich neue Handlungsstränge aufgelegt werden, wobei hier auch einige bereits bekannte Elemente vertieft werden. So gibt es noch recht am Anfang eine sehr interessante Szene, wie sich Foster und Jazz in einem kleinen Machtspiel verlieren, bei der Jazz ein recht undurchsichtiges Spiel treibt. Und natürlich ist auch der Oberdämon Sebul wieder Thema, auch wenn er die Fäden aus dem Hintergrund zieht. Die Haupthandlung spielt sich dann in Russland ab, was ziemlich actiongeladen ist. Auch das Tempo ist dabei ziemlich hoch, wobei sich die Geschichte über mehrere Ebenen hinweg entwickelt – man muss sich der Handlung also schon mit etwas Aufmerksamkeit widmen, um alle wichtigen Einzelheiten mitzubekommen. Da sich die Spannung immer weiter steigert und die Atmosphäre dicht und beeindruckend ist, fällt dies aber glücklicherweise recht leicht. Das Finale ist dann der packende Höhepunkt – und endet dann abrupt in einem fiesen Cliffhanger. „Das Böse im Guten“ will vielleicht manchmal etwas zu viel erzählen und hetzt sich dann durch die Handlung, aber auch hier wird wieder sehr intensive und düstere Unterhaltung geboten – schließlich steht die nächste Apokalypse kurz bevor...

Michael Iwannek ist in der Rolle des Artjom quasi das russische Gegenstück zu Foster und liefert auch eine ähnlich intensive Leistung ab, schafft eine raue und vierschrötige Figur mit derbem Humor, die sehr gut in die Atmosphäre der Serie passt. Maximiliane Häcke ist als Dunja Ivanowa ebenfalls sehr gut besetzt, sie wirkt in ihren Szenen sehr präsent und kann die verschiedenen Gefühlsregungen der Frau sehr präzise umsetzen. Und natürlich ist auch Thomas Nero Wolff wieder in der Hauptrolle dabei, die er mit seinem typischen, dunklen Humor umsetzt und dem Hörer wieder sehr viel Spaß bereitet. Weitere Sprecher sind Hans Bayer, Erich Räuker und Berenice Weichert.

Natürlich darf man sich hier auch auf eine hervorragende akustische Umsetzung freuen, die den Vorgängern in nichts nachsteht. Jede einzelne Szene hat eine passende Hintergrundgestaltung bekommen und sorgt so für einen packenden Ausdruck. Dabei gehen Musik und Geräusche eine sehr gelungene Symbiose ein und lassen besonders die unterirdischen Szenen beklemmend wirken.

Ein düsterer, äußerst bedrohlich wirkender Schatten ragt auf dem Cover mit rot leuchtenden Augen empor und starrt wütend den auf dem Boden kauernden Mann, der die Hände voller Entsetzen auf seine Ohren geschlagen hat. Das detailreiche Cover punktet mit seinem gelungenen Spiel aus Licht und Schatten und passt sehr gut in die bisherige Covergalerie.

Fazit: Der Auftakt zum dritten Abschnitt von Foster ist sehr tempo- und actionreich geraten, wobei ganz unterschiedliche Szenarien gezeigt werden. Dabei geht es wieder düster mit wunderbar trockenem Humor versehen zu, wobei alte Handlungsstränge mit den neuen Elementen verknüpft werden. Das macht auf jeden Fall Lust auf mehr!

VÖ: 24. November 2017
Label: Imaga
Bestellnummer: 978-3-946207-27-6