Dark Mysteries - 15. Der Todeszug



Erster Eindruck: Horror im Tunnel

Für die junge Architektin Saskia Nolte sollte es seit langem mal wieder eine entspannte Zeit werden, als sie mit einem Luxuszug durch eine malerische Berglandschaft fahren will. Das ansonsten unerschwingliche Ticket hat sie bei einem Preisausschreiben gewonnen – ebenso wie die anderen Passagiere. Doch als der Zug mitten in einem Tunnel stoppt, fängt für alle Beteiligten ein Horrortrip an...

„Dark Mysteries“ wird seinem Ruf als äußerst blutige Serie mit der 15. Folge wieder äußerst gerecht. Auch hier gibt es wieder zahlreiche brutale Splatterszenen, die Protagonisten kommen auf vielfältige und kreative Art und Weise ums Leben, für zarte Gemüter sind die sehr detailliert beschriebenen Szenen nun wirklich nichts. Der Anfang wirkt wie so oft dann auch eher beschaulich, die Handlung nimmt sich dann auch Zeit, die unterschiedlichen Charaktere vorzustellen und eine kleine Entwicklung bei deren Beziehungen zueinander zuzulassen, bis es mit dem ersten Todesfall losgeht. Von da an nimmt die Härte im Laufe der Zeit immer weiter zu, wobei lange nicht klar ist, wer der Mörder ist. Natürlich wird dieser aber gegen Ende offenbart, doch sein Hintergrund, sein Motiv wirken dann doch leider etwas aufgesetzt und konnten mich nicht so recht überzeugen. Immerhin wird ganz am Ende noch eine kleine, aber gemeine Wendung eingebaut, die dem Ganzen dann noch einen neuen Kniff verleiht. Trotz der nicht ganz stimmigen Auflösung ist wieder ein solides Hörspiel mit viel Schwung entstanden.

Mica Mylo ist in der Rolle der Saskia Nolte gut besetzt, dank ihrer festen und angenehmen Stimme begleitet man die Architektin gern durch die Handlung, zumal sie das aufkommende Grauen gut mit ihrer Stimme unterstreichen kann. Anke Reitzenstein und ihre klare Stimme passen gut zu der Rolle der Judith, die sie mit viel Elan und einer treffenden Attitüde umsetzt. Auch Till Hagen hat mir als Andre Blankenburg gut gefallen, sein tiefer und markanter Klang sticht auch hier wieder heraus und sorgt für einige eindringliche Momente. Weitere Sprecher sind Jochen Schröder, Christine Pappert und Arianne Borbach.

Dass es bei einem so brutalen und schnellen Hörspiel auch akustisch etwas dramatischer zugeht, verwundert wohl kaum. Die Schockmomente sind wohl plaziert und gut umgesetzt, doch auch die übrige Gestaltung ist stimmig. So gibt es immer eine passende Hintergrundszenerie und einige gut eingefügte Melodien, die die Stimmung noch unterstreichen.

Das klaustrophobische Gefühl im Zug ist ein wesentlicher Bestandteil des Hörspiel und wird auch auf dem Cover angedeutet. Denn aus dem Dunkeln der Umgebung schält sich ein Tunnelausgang heraus, der die darin liegenden Gleise in unheimliches, grünes Licht taucht. Die restliche Gestaltung ist wie immer eher schlicht, hält aber alle wichtigen Produktionsinfos und ein ansehnliches Gesamtkonzept parat.

Fazit: Den Charakteren wird zunächst viel Raum gegeben, um sich vorzustellen, das Tempo, in dem sie dann umgebracht werden, ist dafür sehr hoch. Tatsächlich kommt durch die vielen Horror-Elemente eine düstere Stimmung auf, die Auflösung ist dann aber ziemlich schlicht, andere Folgen wirkten da schon besser durchdacht. Dennoch ein solides und bitterböses Thriller-Hörspiel mit einem gelungenen Kniff am Ende.

VÖ: 8. September 2017
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9-783-960660-08-8