Morgan & Bailey – 11. Schnee in Paris



Erster Eindruck: Freundschaftsbesuch mit Hinternissen

Rose Bailey besucht natürlich in Begleitung von Charles Morgan ihre alte Schulfreundin, die eine erfolgreiche Romanautorin ist, in der französischen Hauptstadt Paris. Allerdings gerät die Ankunft etwas trubelig, sodass die evangelische Pastorin sogar versehentlich ihren Koffer vertauscht. Und der Inhalt des Gepäckstücks setzt eine Kette unvorhersehbarer Ereignisse in Gang...

Schon seit dem Ende der letzten Folge war klar, dass „Morgan & Bailey“ in der gleichnamigen Serie als nächstes nach Paris reisen würden. Ein geschickter Schachzug, den eigentlichen Beginn der Handlung in den Vorgänger auszulagern, denn so kann hier noch schneller und mit deutlich weniger Erklärungen in die Handlung gestartet werden. Natürlich werden hier aber zunächst recht ausführlich die Charaktere vorgestellt, insbesondere natürlich Rose' alte Freundin Marsha, aber auch deren Assistentin Kathleen bekommt hier viel Aufmerksamkeit. Das ist durchaus unterhaltsam geraten, zumal auch die Einbindung der ersten kriminalistischen Elemente geschickt gelingt. Immer mehr verstricken sich die Protagonisten dabei in einen Krieg der Pariser Unterwelt, müssen sich einiger Attacken erwehren und können de Fall – natürlich – erfolgreich abschließen. Das ist flüssig erzählt und spannend, hat aber auch zwei kleine Stolpersteine. Zum einen ist es etwas schade, dass das geübte Ermittlerduo hier viele Fakten einfach so vom zuständigen Kommissar erzählt bekommt, als selbst durch Kombinationsgabe und eigene Recherchen auf die Lösung zu kommen. Zum anderen fehlt mir hier der religiöse Anklang, den die anderen Folgen mit einigen Kommentaren der beiden Hauptfiguren so charmant eingebunden haben.

Die wunderbare Katja Brügger ist in der Rolle der Marsha Hawkins mit ihrer rauen und ausdrucksstarken Stimme bestens aufgehoben, wobei sie ihren Klang mal weich und sanft, mal hart und abweisend klingen lässt – sehr gelungen. Ulrike Stürzbecher ist ihre Assistentin Kathleen dabei, auch sie klingt in allen Szenen sehr präsent und schafft eine vielfältige und treffende Figur. Santiago Ziesmer ist als Kommissar Renaud zu hören, eine weitere Rolle, die er mit viel Nachdruck und seiner unverkennbaren Stimme sehr gelungen gestaltet. Weitere Sprecher sind Detlef Tams, Jens Wendland und Patrick Steiner.

Wie bei den Vorgängerfolgen ist auch hier die akustische Umsetzung eher zurückhaltend, sodass man sich ganz auf die Charaktere und die Dialoge konzentrieren kann. Natürlich gibt es ab und an etwas Musik, um die Übergänge sanfter zu gestalten, und auch viele Geräusche sind eingebaut, die alles lebendiger klingen lassen, doch allzu sehr drängt sich dies nicht in den Vordergrund.

Das Cover ist im typischen Stil der Serie gehalten, wobei die Grundfarbe hier ein dunkles Rot mit Violettstich ist. Neben dem Koffer, der hier der Stein ist, der die Geschichte ins Rollen bringt, ist auch der Eiffelturm als Pariser Wahrzeichen verwendet worden. Ergänzt durch das pfiffige Logo der Serie und die verschnörkelte Schrift im Hintergrund ist ein ansehnliches Titelbild entstanden.

Fazit: Ein flüssig erzählter Krimi mit gelungenen Charakteren und einem kurzweiligen Verlauf. Doch die beiden Hauptfiguren wollen nicht so recht zur Geltung kommen und können in der Szenerie der Pariser Unterwelt nicht so recht ihren Charme entfalten. Davon abgesehen wieder eine sehr solide Folge der Serie.

VÖ: 3. November 2017
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-65-9