Geister-Schocker – 72. Monster aus dem Eis



Erster Eindruck: Mythen der Eskimos mitten in Spanien...

Das Medieninteresse ist groß, als eine schreckliche Katastrophe das Schloss des Adelsgeschlechts der de Ybarras heimsucht. Monster aus der Mythologie der Eskimos tauchten mitten in Spanien auf und versetzen deren Bewohner in Angst und Schrecken. Das mit den Nachkommen des Geschlechts befreundete Geschwisterpaar Frank und Sabine lassen sich davon nicht abhalten, dem Schloss einen Besuch abzustatten und geraten bald selbst in die übernatürlichen Ereignisse...

Für die 72. Folge von „Geister-Schocker“, der Gruselserie von Romantruhe Audio, wurde mal wieder ein Roman von Earl Warren vertont, der in dieser Version den Titel „Monster aus dem Eis“ trägt. Dabei wurden ganz unterschiedliche Motive miteinander verknüpft, wobei der Kontrast zwischen dem spanischen Ambiente und arktischen Horrorwesen ziemlich stark ist, aber im späteren Verlauf sehr gelungen aufgelöst wird. Nach einem packenden Start ist aber zunächst die Ankunft der Geschwister und das Vorstellen der Grundsituation im Fokus des Interesses, was nicht nur kurzweilig gelungen ist, sondern auch bereits viele Fäden für den weiteren Verlauf auslegt. Dieser ist dann meist kurzweilig gelungen, auch wenn sich einige Szenen etwas in die Länge ziehen und eine kleine Kürzung vertragen hätten. Dafür zieht die Handlung gegen Ende wieder an und gipfelt in einem packenden Finale, welches sich über mehrere Minuten erstreckt und an Intensität hinzugewinnt. Mag diese Steigerung des Schreckens auch typisch für die Reihe sein – die abschließende Szene im Stil einer Presseerklärung ist es nicht und stellt das bisher Gehörte in einem ganz anderen Licht dar. Eine reizvolle Episode mit einigen überraschenden Einschlägen.

Mit Roland Wolff wurde die Rolle des Frank Müller mit einer noch recht unverbrauchten Stimme besetzt, wobei er einen sehr soliden Eindruck hinterlässt. Er kann besonders in den actiongeladenen Szenen mit viel Energie in der Stimme die Atmosphäre noch weiter anheizen. Ihm zur Seite steht Sarah Riedel als Sabine Müller, die ihre Szenen ebenfalls durchgängig glaubwürdig darstellt, manchmal aber noch etwas mehr Eigenheiten in ihren Charakter bringen könnte. Uschi Hugo spricht die Rolle der Antonia mit glaubhaftem spanischen Akzent und ihrem typischen Klang, der der Rolle viel Aufmerksamkeit verleiht. Weitere Sprecher sind Helmut Krauss, Norman Matt und Lutz Schnell.

Wie man es von „Geister-Schocker“ gewohnt sein darf, ist die akustische Umsetzung des Hörspiels vielseitig, atmosphärisch und recht laut, sodass insbesondere die Szenen mit den übernatürlichen Monstern sehr intensiv wirken. Musik und Geräusche gehen dabei eine Einheit ein, die alles lebendig und unmittelbar wirken lässt. Dabei werden die verschiedenen Szenerien sehr passend und glaubwürdig umgesetzt.

Passend zum Titel ein eines der „Monster aus dem Eis“ auf dem Cover zu sehen, wobei es eine Mischung aus Bär und Werwolf mit eisgrauem Fell und gefletschten Zähnen geworden ist. Die beiden Spanier mit den entsetzten Gesichtern ergänzen das Bild gelungen. Im Inneren gibt es die Fotos vieler Sprecher zu sehen, auch weitere Informationen zu Autor, Roman und Zeichner sind wieder vorhanden.

Fazit: Schön, wie hier eine typische übernatürliche Geschichte mit einigen Krimielementen verknüpft wird. Auch wenn die Figuren etwas blass wirken, die Handlung wird flüssig erzählt und punktet mit einen fesselnden Finale, das überraschend ausgeht und ganz am Ende noch einmal einen anderen Dreh erhält. Hörenswert!

VÖ: 24. November 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-230-0